Nach Titel durchsuchen

Kunst

Neu bearbeitet und herausgegeben von Stefan Majetschak

Serie:

Clive Bell

Ediert von Stefan Majetschak

Das Buch „Kunst“ von Clive Bell, das 1914 erschien, ist ein Klassiker der Kunsttheorie, der noch heute starke Beachtung findet und moderne Strömungen der Kunsttheorie inspiriert.
Clive Bell war als bedeutender Kunstkritiker Mitglied der legendären Bloomsbury Group, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die kulturelle Modernisierung Englands vorantrieb. Bell geht es in seinem Buch um die Frage, welche Eigenschaft ein Werk zu einem Kunstwerk macht. Seine Antwort: Es ist die „signifikante Form“, die allen Kunstwerken gemeinsam ist und die unser ästhetisches Gefühl auslöst. Diese auf die Form bezogene essentialistische Kunstauffassung ist nicht unwidersprochen geblieben, ist aber bis heute ein wichtiges Dokument einer formalistischen Ästhetik, die zu ihrer Zeit den post-impressionistischen Malern wie Cézanne, Matisse und Picasso in der angelsächsischen Welt zum Durchbruch verhalf.
Die zuletzt im Jahr 1922 erschienene deutsche Übersetzung von Paul Westheim wird hier in einer vollständig überarbeiteten Fassung neu vorgelegt.

Das Nachleben der Toten

Philosophie auf der Grenze

Jean-Pierre Wils

Erst kommt das Leben, dann der Tod, denken viele. Doch schon das Verweilen vor einem Grab eröffnet einen Dialog, der das Band zwischen dem Vergangenen und Gegenwärtigen spürbar werden lässt: Das Band der Kommunikation zwischen den Toten und den Lebenden scheint unzerreißbar. Der Tod – der eigene und der der anderen – ist eine Kategorie des Lebens, die jeden von uns zur Auseinandersetzung zwingt.
Das Buch von Jean-Pierre Wils ist seit langer Zeit der erste, großangelegte Versuch einer Lehre vom Tod, einer Thanatologie, die ein umfassendes Panorama entfaltet: Todesarten, Todesangst, Todeszeitpunkt werden zum Thema ebenso wie die Frage nach der Unsterblichkeit, dem angemessenen Trösten und den Riten der Bestattung. Angesichts des Todes kommt die Philosophie an ihre Grenze – darum holt der Autor der Philosophie eine „Weggefährtin auf der Erkundungsfahrt zum Tod“ an die Seite, nämlich die Literatur. So wird das Buch zu einem einmaligen Grenzgang zwischen Philosophie und Literatur, zwischen Reflexion und Narration, und beglaubigt den Satz von Saint-Exupéry: „Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr sein.“

Freiheit trotz Zugehörigkeit

Über den Ausstieg aus kulturellen und religiösen Gruppen

Dagmar Borchers

Als Bürger liberaler Rechtsstaaten begreifen wir die Möglichkeit, eine Gruppe zu verlassen, der wir nicht länger angehören möchten, als Teil unseres alltäglichen Lebens. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob bzw. in welcher Weise ein Ausstieg aus religiösen und kulturellen Gruppen möglich ist und welche Verantwortlichkeiten sich für den oder die Ausstiegswillige/n selbst, die betroffene Gruppe und vor allem den liberalen Rechtsstaat ergeben.
Hintergrund ist die Tatsache, dass Fälle denkbar sind, in denen die durch Minderheitenrechte institutionell gesicherte Autorität der kulturellen oder religiösen Gruppe für gruppeninterne Minderheiten ein Problem wird.

Glaube und Rationalität

Gibt es gute Gründe für den (A)theismus?

Ediert von Romy Jaster and Peter Schulte

Menschen glauben aus den unterschiedlichsten Gründen an Gott. Aber ist dieser Glaube rational gerechtfertigt? In diesem Band streiten führende Religionsphilosoph/-innen um die Frage, ob die besten Gründe für oder gegen den Theismus sprechen.

Einige Beiträge unterziehen klassische Argumente für bzw. gegen die Existenz Gottes einer neuen Betrachtung. Andere gehen der Frage nach, welche Bedingungen eigentlich erfüllt sein müssen, damit die Überzeugung, Gott existiere, als vernünftig angesehen werden kann. Gelten hier dieselben Standards wie bei Überzeugungen über die Existenz von Quasaren? Oder haben religiöse Überzeugungen einen besonderen epistemologischen Status? Und ist es rational zulässig, religiöse Erfahrungen oder tradierte Offenbarungen als Gründe für religiöse Überzeugungen anzuführen?
Mit Beiträgen von Ansgar Beckermann, Katherine Dormandy, Franz von Kutschera, Winfried Löffler, Herman Philipse, Peter Schulte, Holm Tetens und Christian Weidemann.

Beatrice Kobow

Der Teppich der Kultur und Sprache, der Praxen und Normen, der Ideen, Geschichte und Wissenschaften, der den Hintergrund unserer Gegenwart bildet, ist an vielen Stellen zerschlissen und in einem Zustand der Auflösung begriffen. Unser ganzes Handeln ist darauf gerichtet, diesen Teppich zu restaurieren.
Vor welchem Hintergrund ist Handeln uns möglich und wie ist dieser Handlungshintergrund offen für unsere handelnde Einflussnahme? Dieses Buch untersucht Als-ob-Strukturen nach Hans Vaihinger und fügt sie ein in die Rekonstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit nach John R. Searle, denn ein heuristischer Fiktionsbegriff ist zur Erklärung des Handlungshintergrundes unerlässlich.

Von Grund zu Grund

Zum Zusammenhang von Denken und Wissen bei Wilfrid Sellars

Anke Breunig

Wie ist Wissen begründet? Wie bezieht sich Geist auf die Welt? Nach der hier ausgearbeiteten neuen Interpretation von Wilfrid Sellars’ Kritik am „Mythos des Gegebenen“ gehören beide Fragen zusammen.
Dieses Buch möchte zeigen, dass sich fundamentalistische Antworten auf beide Fragen der Idee des Gegebenen bedienen, eine gemeinsame Struktur besitzen und aus den gleichen Gründen zurückzuweisen sind. Die Autorin vertritt eine weite Lesart des Mythos vom Gegebenen und entwickelt im Ausgang von Sellars ein neues Argument gegen das Gegebene. Auch diskutiert sie mit Sellars’ Theorie sprachlicher Bedeutung eine alternative Antwort auf die Frage nach der Beziehung zwischen Geist und Welt.

Gedichte von Thomas Kling

Interpretationen

Ediert von Rüdiger Zymner and Frieder von Ammon

IIn einer Reihe von Interpretationen verschafft dieser Band einen Überblick über Klings lyrisches Gesamtwerk sowie Zugänge zu seinen wichtigsten Gedichten. Die Analysen und Interpretationen erläutern den literaturgeschichtlichen Kontext der Gedichte, erklären ihre Machart und erschließen ihren Sinn.

Grenzgänge in der Philosophie

Denken darstellen

Ediert von Alexander Fischer and Annett Wienmeister

Nichtsprachliche Darstellungsformen in der Kunst finden als Medien der Vergegenwärtigung und Vermittlung philosophischer Fragestellungen gesteigerte Aufmerksamkeit. Dieser Band widmet sich aus erkenntnistheoretischer Perspektive der Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen künstlerischer Darstellungen philosophischen Denkens.

Experten der Disziplinen Kunsttheorie und Philosophie wie Elke Bippus, Horst Bredekamp, Dieter Mersch, Klaus Sachs-Hombach u. a. setzen dabei einen Fokus auf Bilder, Filme, Ausstellungspraktiken und Architektur. Die einzelnen Texte sind auch durch Graphic Recordings des Zeichners Sebastian Lörscher festgehalten, wodurch die Forschungsbeiträge selbst im Dialog mit einer künstlerischen Darstellungsform stehen.

Georg Meggle

In seinen beiden Hauptwerken Grundbegriffe der Kommunikation („Der einzige einschlägige formale Explikationsversuch, der bisher überhaupt in irgendeiner Sprache erschienen ist.“ Jonathan Bennett) und Handlungstheoretische Semantik (Diese Semantik hat „der Theorie der sprachlichen Bedeutung eine neue Grundlage gegeben.“ Franz von Kutschera) hat Georg Meggle die theoretischen Grundlagen von Kommunikation und Semantik entwickelt.
Meggles Kommunikationstheoretische Schriften gehen über diese beiden strikt systematischen Hauptwerke hinaus. Sie verorten seinen handlungstheoretischen Ansatz in allgemeineren Kontexten, verteidigen ihn gegen die grundsätzlichsten Einwände und testen seine Stärke in Form exemplarischer Anwendungen.

Präzision und Prägnanz

Logische, rhetorische, ästhetische und literarische Erkenntnisformen

Gottfried Gabriel

Erkenntnis wird weitgehend mit propositionalem Wissen gleichgesetzt und damit am Begriff der begründeten wahren Aussage festgemacht. Diesem Wissensbegriff werden weitere Erkenntnisformen an die Seite gestellt. Die Entfaltung eines derartigen pluralistischen Erkenntnisbegriffs besagt, dass es unterschiedliche Erkenntnisformen gibt, die einander zu einer umfassenden Weltorientierung ergänzen. Ein solcher Pluralismus ist daher kein Relativismus, sondern ein Komplementarismus. Die einzelnen Erkenntnissweisen werden in ihren jeweiligen Besonderheiten untersucht. Die Bandbreite reicht von präziser logischer Argumentation bis hin zu prägnanter ästhetischer Vergegenwärtigung – im spannungsreichen Feld von Logik, Rhetorik, Ästhetik und Poetik.