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Update!

Film- und Mediengeschichte im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit

Franziska Heller

Nie schien der Zugriff auf Filmgeschichte leichter als heute: Mit wenigen Klicks kann man etwa ‚Klassiker‘ anschauen, sie kopieren und teilen – noch dazu digital remastered, ‚schöner als je zuvor‘!
In der jüngeren Medienkultur werden ehemals analoge Filme digitalisiert, durchlaufen ständige Transformationen, um in neuen Medienumgebungen sichtbar zu bleiben. Die Studie widmet sich den grundsätzlichen Fragen, in welcher Form die vermeintlich allgegenwärtig verfügbaren Bewegt-Bilder aus der Filmgeschichte überhaupt in die Zirkulation der digitalen Kultur gelangen und welche ästhetischen, theoretischen, sozio-kulturellen wie historiographischen Konsequenzen sich daraus ergeben.

Die Horizonte der Lebenswelt

Sprachphilosophische Studien zu Husserls 'erster Phänomenologie der Lebenswelt'

Serie:

Erik Norman Dzwiza-Ohlsen

Kaum jemand prägte den Begriff der Lebenswelt so nachhaltig wie Edmund Husserl. Doch wie entfaltete sich dieses Thema in seiner Philosophie? Und wie veränderte es die Prinzipien der Phänomenologie?
Ausgehend von den Logischen Untersuchungen erforscht Erik Norman Dzwiza-Ohlsen die Entstehungsbedingungen der Lebensweltthematik. Am Leitfaden der sog. ‚okkasionellen Ausdrücke‘ – wie ‚ich‘, ‚hier‘ oder ‚jetzt‘ – führt ihn sein Weg zu den zentralen Forschungsfeldern Husserls zwischen 1907 und 1913: Räumlichkeit, Zeitlichkeit, Personalität und Bedeutsamkeit. Die Analyse gipfelt im Postulat einer frühen ‚Göttinger Lebenswelt‘ der Ideen II (1912–1918), die den Ausarbeitungen rund um die berühmte, spätere ‚Freiburger Lebenswelt‘ der Krisis (1934–1937) gegenübergestellt wird. Damit dringt Erik Norman Dzwiza-Ohlsen zum systematischen Kern eines der erfolgreichsten, aber bis dato unschärfsten Begriffsbildungen des 20. Jahrhunderts vor, der auch im 21. Jahrhundert philosophisch unverzichtbar bleibt: der Lebenswelt.

Europäischer Musiktransfer

Russland im späten 18. Jahrhundert

Serie:

Sonja Erhardt

Die vorliegende Monografie widmet sich den musikkulturellen Transferprozessen zwischen dem westlichen Europa und Russland in den Jahren 1775 bis 1800.
Diese Zeit kann als Ausgangspunkt für die spätere nationale Entwicklung der Musik in Russland erachtet werden, die zwar im musikalischen Kontext in der Nationaloper Glinkas ihren historiografischen Beginn nahm, ihren Ursprung allerdings im Wechselspiel der europäischen Musikkulturen hatte. Im Fokus steht das enge Beziehungsgeflecht von Kulturvermittlern innerhalb der dynastischen Kontakte sowie innerhalb des europäischen Kommunikationssystems.

Kulturtransfer um 1900

Rilke und Russland

Serie:

Ediert von Dirk Kemper, Ulrich von Bülow and Jurij Lileev

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts interessierten sich russische Schriftsteller und Intellektuelle intensiv für die deutsche Romantik, sogen sie auf und transformierten sie in etwas spezifisch Russisches. Ein Ergebnis dieses Transformationsprozesse war das slavophile Denken seit der Mitte des Jahrhunderts. In den Jahren um 1900 interessierten sich wiederum deutsche Schriftsteller und Intellektuelle intensiv für diese angeblich „genuin russische“ Slavophilie.
Thomas Mann etwa gewann daraus die geistige Grundlage für seine Betrachtungen eines Unpolitischen. Früher noch als Mann nahm Rilke begierig slavophiles Denken auf, das ihm vor allem von Lou Andreas-Salomé vor und während ihrer gemeinsamen Russlandreisen vermittelt wurde.

Epiphanien

Religiöse Erfahrungen in deutschsprachiger Prosa der ästhetischen Moderne

Serie:

Hendrick Heimböckel

Seit den frühen Schriftzeugnissen ist die religiöse Erfahrung ein wesentlicher Topos von Literatur: in kosmologischen und prophetischen Texten über philosophische Dialoge bis hin zu Epos, Drama und Lyrik.
In der deutschsprachigen Prosa der Romantik zeichnet sich ein Funktionswandel von religiösen Erfahrungen ab, der sich durch die ästhetische Moderne zieht. Diesen Auswirkungen widmet sich die hier vorliegende Studie anhand der systematischen Analyse von Epiphanien in deutschsprachiger Prosa der Romantik und der 1920er bis 1950er Jahre.

Welt-Komposita

Ein Lexikon

Serie:

Ediert von Thomas Erthel and Robert Stockhammer

Weltgeschichte, Halbwelt, Weltanschauung: Es gibt keine Welt ohne Welt-Komposita. Das vorliegende Lexikon entfaltet diese These in ungefähr sechzig Artikeln im Grenzbereich von Essay und Wortgeschichte.
Die Rede von der Welt ist in aller Munde, zumal angesichts der aktuellen Dynamik, die als fortgeschrittene ‚Globalisierung‘ begriffen wird. Besonders in der deutschen Sprache tritt das kleine Wort mit der großen Bedeutung häufig in zusammengesetzten Wörtern auf. Solche Welt-Komposita sind immer auch Verfahren, Welten – die es ja nicht an sich und je schon gibt – zu komponieren, und ihre genauere Analyse ermöglicht Einblicke in die Vielfalt der Kompositionsweisen.

Goldenes Anfängliches

Neue Beiträge zur Robert Walser-Forschung

Serie:

Ediert von Lukas Gloor and Rebecca Lötscher

Als Autor hat Robert Walser dem Anfangen, dem Unfertigen und Spontanen stets die größte Bedeutung beigemessen: denn die Anfänge sind ein Reichtum / laß uns sorgen, daß goldenes / Anfängliches uns nie verläßt. / […] / Vollendetheiten / sind eine Fäulnis.
Dieser Band versammelt neue Beiträge zur Erforschung von Werk und Leben Robert Walsers und deckt mit ihnen ein breites Spektrum ab: Narratologie, Intermedialität, Editionsphilologie und Kontextstudien. Inwiefern hat Walser schon 1908 mit dem Roman Der Gehülfe die „bullshit jobs“ von heute vorweggenommen? Und wie lässt sich sein scheinbar chaotisches Schreiben dennoch als narrative Ordnung verstehen?

Serie:

Ediert von Dirk Kemper, Natalia Bakshi, Elisabeth Cheauré and Paweł Zajas

Seit 1919 befasst sich im Auswärtigen Amt eine eigene Abteilung mit auswärtiger Kulturpolitik: Mit deutscher Kultur sollte implizit eine Vorstellung von Identität und Gesellschaftsform vermittelt werden.
Heute geht es nicht mehr nur um Imagewerbung, sondern auch um die Herstellung von Dialogräumen, die ein internationales Miteinander ermöglichen. Denkmodelle, Diskursverhalten oder gesellschaftliche Selbstorganisationsformen sollen vermittelt werden, auf die sich die politische Selbstbegründung der Bundesrepublik stützt. Der vorliegende Band untersucht das Thema aus literaturwissenschaftlicher Perspektive.

Serie:

Ediert von Jochen Sattler

Mit diesem Band wird die Dokumentation einer Tagungsreihe zur Philosophie Oskar Beckers fortgeführt. Die Tagungen wurden im Zusammenhang mit der Herausgabe der Gesammelten Werke von Becker in den Jahren 1999–2008 an der FernUniversität in Hagen durchgeführt.
Der Band enthält Beiträge zu Fragen der Erkenntnistheorie und der Ethik in der Phänomenologie; ferner werden Beckers wissenschaftstheoretische und -historische Arbeiten zu den Grundlagen der Mathematik untersucht. Aus dem Nachlass des Philosophen wird eine Mitschrift der Freiburger Vorlesung „Grundfragen der Phänomenologie“ aus dem Wintersemester 1924/25 veröffentlicht.

"Tätige Resignation"

Schopenhauer und Čechov

Serie:

Julian Völkle

Das Buch nimmt den in Russland häufig rezipierten Philosophen Arthur Schopenhauer in den Blick und stellt diesen in Zusammenhang mit einem existenzorientierten Denken.
Die Beschäftigung mit Schopenhauer in Russland erfolgte nicht, so die These, aufgrund seines Pessimismus; sie erfolgte, gerade weil er trotz des Blickes auf Resignation hervorrufende Umstände Handlungsoptionen eruieren will. Auf russischer Seite wendet Anton P. Čechov das von Schopenhauer Erfragte in einen lebenspraktischen und gleichsam subversiven Kontext: Was für Möglichkeiten hat der einzelne Mensch in einem Land, das stagniert und in dem progressives Handeln zu unterbinden versucht wird?