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Serie:

J. Cornelis de Vos

J. Cornelis de Vos examines the impact and reception of the Decalogue up to 200 CE, scrutinizing the versions of the Decalogue, and the history of the Decalogue in ancient Jewish writings, the New Testament, and early Christian writings. Almost all texts show an interconnection of identity and normativity: the Decalogue functions as an expression of fundamental moral concepts of socio-religious groups. At the same time, these groups enhance the Decalogue with normativity—sometimes even expanding on it—to make it a text that generates their own identity.
This is the first study that presents an in-depth and continuous analysis of the early history of the Decalogue.

Der Wirkung und Rezeption des Dekalogs bis 200 n.Chr. widmet sich J. Cornelis de Vos in dieser Studie. Dafür erforscht er zunächst die alten Textzeugen der beiden Dekalogfassungen, um anschließend zu fragen, wie die Zehn Gebote bei antik-jüdischen Autoren, im Neuen Testament sowie in frühchristlichen Schriften aufgenommen wurden. Es zeigt sich eine Verbindung von Normativität und Identität: Der Dekalog gilt zumeist als Ausdruck der moralischen Grundauffassungen sozioreligiöser Gruppen; er wird gleichzeitig von diesen Gruppen mit Normativität aufgeladen – manchmal sogar erweitert – gerade um als Identität stiftend für die eigene Gruppe zu gelten.
Dies ist die erste Studie, die eine detaillierte und durchgehende Geschichte des Dekalogs in der Antike beschreibt.

Erzählte Welten im Richterbuch

Narratologische Aspekte eines polyfonen Diskurses

Serie:

Susanne Gillmayr-Bucher

Das Richterbuch präsentiert einen Rückblick in die Geschichte des Volkes Israel, der eine große Vergangenheit (re)konstruiert und zugleich einen äußerst kritischen Blick auf diese Zeit wirft.
Die vorliegende Studie zeigt, wie die Erzählzyklen des Richterbuchs das zentrale Thema, die Suche nach einer verbindlichen und lebensförderlichen Ordnung, aus verschiedenen Blickwinkeln darstellen und reflektieren. Die unterschiedlichen Perspektiven treten dabei miteinander in einen kontroversen Dialog, der keine eindeutige oder einseitige Einordnung dieser Epoche erlaubt. Eine detaillierte narratologische Analyse der erzählten Welten der Texte und ihrer Figuren zeigt, dass die Komposition und Zusammenstellung der einzelnen Erzählungen zwar Systematisierungen der Epoche andeuten, diese jedoch stets wieder dekonstruieren. So bleibt das Richterbuch ein Rückblick zwischen Bewunderung und Befremden.

The Book of Judges presents a (re)construction of Israel’s history that recalls a splendid past but simultaneously offers a very critical view. This study focuses on the narrated worlds of the stories and the way they contribute to the central theme: the search for obligatory and beneficial guidelines for the people. A detailed narratological analysis of the narrated worlds shows how the different perspectives presented in the texts engage in a controversial dialogue. Although the composition of the stories indicates a systematisation, these attempts are repeatedly deconstructed. Thus the Book of Judges eludes any one-sided interpretation and remains a retrospection between admiration and disconcertment.

Gottes Herrlichkeit

Bedeutung und Verwendung des Begriffs kābôd im Alten Testament

Serie:

Thomas Wagner

Die Untersuchung des Begriffs kābôd JHWH im Alten Testament weist drei Profile einer biblischen kābôd-Theologie auf. Während die altorientalischen Quellen die Wurzel kbd / kbt jeweils mit der Bedeutung 'Schwere' oder 'ehren' verwenden, entwickelten es die biblischen Autoren in einem längerem Traditionsprozess zu einem Aspekt göttlicher Gegenwart fort. Die Studie zeigt, dass die Priesterschrift, das Buch Jesaja und das Buch Ezechiel unterschiedliche Motive aus unterschiedlichen Quellen, biblischen und nicht-biblischen aufnahmen und auf diese Weise drei literarische Profile des göttlichen kābôd. Die Untersuchung späterer Pentateuch- und Jesajatexte weist auf Wechselwirkungen hin, während die Vorstellungen des Ezechielbuches nicht weiter aufgenommen wurden.

The investigation focusses on the meaning and function of the term kābôd JHWH in the Hebrew Bible and presents three profiles of kābôd-Theology. While Ancient Near Eastern sources contain the root kbd / kbt always with the meaning 'heaviness' or 'to hounour', in biblical texts the authors developed the term towards an aspect representing his presence. The study shows that the Priestly sources of the Pentateuch, the Book of Isaiah and the Book of Ezekiel contain different images deriving from various sources - bilibcal and non-biblical - forming three literary profiles of the divine kābôd. The investigation of later Pentateuchal and Isaian texts shows that these texts interact while the profile of the Ezekialian tradition was not incorprated anymore.

Gnosis und Judentum

Alttestamentliche und jüdische Motive in der gnostischen Literatur und das Ursprungsproblem der Gnosis

Serie:

Jaan Lahe

This book addresses different theories related to the origin of Gnosticism. The author comes to the conclusion that, if we set aside the Christian substance, in Gnostic literature – besides Platonist philosophy – the most numerous influences come from Judaism. As they have, partially, reached Gnostic literature independent from Christianity, it could validate the theory according to which we should be searching for the origin of Gnosticism in certain Judaist circles. The author analyses the use of lore from the Old Testament and Judaism in Gnostic literature. Even though this does not prove that Gnosticism has evolved from Judaism, it still shows how extensively the Judaist world of thought influenced Gnosticism and how it gives us a reason to ask whether we should consider more thoroughly the theory according to which we should be searching for the founders of Gnostic lore within certain Judaist circles of antiquity.

Über den Ursprung der antiken Gnosis gibt es verschiedene Theorien, aber noch heute herrscht in dieser Frage in der Forschung kein Konsens. Der Autor dieses Buches betrachtet unterschiedliche Ursprungstheorien der Gnosis und kommt zu dem Ergebnis, dass (abgesehen vom christlichen Stoff) neben den Einflüssen des Mittelplatonismus der alttestamentliche und jüdische Stoff in der gnostischen Literatur die wichtigste Rolle spielt. Da der jüdische Stoff teilweise durch die Vermittlung des Christentums in die Gnosis gekommen ist, könnte das die alte Hypothese unterstützen, dass die Gnosis innerhalb des Christentums entstanden sei. Doch gibt es eine Vielzahl gnostischer Texte, die vom Christentum nicht beeinflusst sind, in denen aber der alttestamentliche und jüdische Stoff eine sehr wichtige Rolle spielt. Diese Tatsache könnte nun die zweite alte Theorie unterstützen, nach der die Wurzeln der Gnosis im antiken Judentum liegen. Der Autor der vorliegenden Arbeit analysiert den Gebrauch der alttestamentlichen und jüdischen Überlieferungen und Motive in der gnostischen Literatur und kommt zu dem Ergebnis, dass es nicht letztgültig bewiesen ist, dass die Gnosis aus dem Judentum heraus entstand. Doch zeigt die Untersuchung, wie große Bedeutung die alttestamentlichen und jüdischen Motive in der Gnosis gehabt haben. Dies gibt Anlass zu fragen, ob wir dennoch die Theorie ernsthaft zu erwägen haben, nach der der Ursprung der Gnosis in Kreisen des antiken Judentums zu suchen sei.

Serie:

Peter Landesmann

Es wurde nachgewiesen, das theologische Schriften, die in der Zeit der Entstehung der besprochenen Werke entstanden sind, die Ikonographie beeinflusst haben. Ein ähnlicher Einfluss hat auch in den historischen Geschehnissen der entsprechenden Zeit Spuren hinterlassen. Die christlich-jüdische Disputation, die Verfolgung des Talmuds, der Puritanismus, das Tridentinum, die Überlegungen über das Verhältnis zwischen Jesus und seiner Kirche, die wachsende Bedeutung der Teilnahme an der Sonntagsmesse und andere historische und geistesgeschichtliche Phänomene wurden aufgezeigt, die für die Darstellung von Bedeutung sind. Sogar für kleine Details, wie z.B. das Anlehnen von Jesus an einer Säule, wurden für diese Art der Darstellung Beweise gefunden.


It has been proved that theological essays written in the time of the creation of those images influenced the iconography. The same influence has been traced in historic events of the relevant time. The Christian/Jewish disputations, the persecution of the Talmud, the Puritanism, the Tridentinum, the reflection on the relationship between Jesus and his church, the increasing importance of the attendance of the Sunday mass and many other historical and spiritual sources have been shown as relevant for the concepts of these works of art. Even for small details, as for instance the leaning Jesus at a column, a historic-theological source could be detected.

Exegese und Lebensform

Die Proömien der antiken griechischen Bibelkommentare

Serie:

Matthias Skeb

The study examines the prefaces of the Greek biblical commentaries in Late Antiquity. It analyzes their formal position in the traditions of commenting and the theological interests of the Christian commentators. Special attention is paid both to re-examining the widespread opinion that these prefaces are dependent on the 'schemata isagogica' of the pagan schools of philosophy, and to the presentation of the theological identity of biblical commentators.
The three main chapters analyze the traditions of non-Christian proems, the commentaries of Origen and those of the exponents of Alexandrian and Antiochene exegesis.
The book provides interesting new insights into the formal aspects, motivation, relevance and hermeneutics of the commentaries as well as into the cultural transfer on which they are based.

Gottes Herrschaft

Eine Analyse der Denkschrift (Jes 6,1-9,6)

Serie:

Thomas Wagner

This volume analyses the so-called 'Denkschrift' (Isa 6:1-9:6) by focussing on the image of God's Reign. It discusses the literary formation and shows that the idea of God's Reign is the red line connecting independent texts in former times.
The study focuses on the literary formation and on the images of God's Reign. Subjects included are the investigation of the literary form of Isa 6, comparisons with neo-assyrian prophecies and royal texts from Egypt and the discussion of literary form and origin of the messianic announcement in Isa 9.
The final description of the image of God's Reign gives a deeper insight in the development of theological ideas in ancient Israel and is useful for a closer view on Judah's history of religion between the 8th and 5th centuries B.C.E.

Serie:

Salvatore Lilla

Ediert von Hubertus Drobner

This volume thoroughly analyses the Neoplatonic sources and background of Gregory of Nyssa's eight Homilies on the Beatitudes according to the most preeminent themes: human virtue, knowledge of God and Self, negative theology, God's sublimity, ἀπάθεια and ὁμοιώσις, the mutual relationship of the virtues, the Logos as physician, the essence of beauty, the contemplation of the universe, unification.
The study complements the first commentary of the homilies published in Supplements to Vigiliae Christianae vol. 52 and provides a deep and rich mine of specialised knowledge in a field that is particularly important for the understanding of Gregory's thought.

Jenseitshoffnung in Wort und Stein

Nefesch und pyramidales Grabmal als Phänomene antiken jüdischen Bestattungswesens im Kontext der Nachbarkulturen

Serie:

Lothar Triebel

This monograph deals with two phenomena of ancient (hellenistic and roman times) Jewish burial customs: The use of the term “nefesh” for denoting a tomb-monument etc. and the use of the pyramid as a distinct feature of tomb architecture and of decoration of burial sites. Every instance of Jewish use of either the term or the pyramid will be analysed, as well as a couple of instances from neighbouring cultures and languages (especially Nabatea and Palmyra). The widespread opinion that “nefesh” denotes specifically a pyramid is to be falsified. Palestinian Jewish burial customs turn out to be deeply embedded into their semitic environment. Finally the hypothesis is advanced that the pyramid often symbolizes a concept of afterlife. About 50 plates with ca. 200 photos and drawings accompany the text.

Paulus, Die Evangelien und das Urchristentum

Beiträge von und zu Walter Schmithals. Zu seinem 80. Geburtstag herausgegeben

Serie:

Ediert von Walter Schmithals and Cilliers Breytenbach

This volume contains the author’s ‘late harvest’ from the fruits of half a century scholarly research in the fields of the New Testament. The essays on Paul oppose the view of history held by the 'Tübingen School' (F.C. Baur), and point out the importance of literary criticism for the theological interpretation of the pauline letters. The essays on the Letter to the Hebrews assign the appropriate historical place within early Christianity to this New Testament book. The essays on the synoptic gospels force the crisis of synoptic form criticism, and give convincing reasons for the alternative solution concerning the origin of the synoptic tradition. Five contributions complete the author's 'Theologiegeschichte des Urchristentums' edited 1994. In the second part various prominent German New Testament scholars engage into a discussion with Schmithals’s contributions.