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Serie:

Ediert von Christiane Wiesenfeldt and Stefan Menzel

Das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 ging mit einer ‚kulturellen Wende‘ in der Forschung einher. Musik, Literatur, Kunst, Alltags- und Frömmigkeitskultur werden mit wachsender Selbstverständlichkeit als reformationsrelevante Gegenstände behandelt.
Der vorliegende Band untersucht zum einen, wie sich Reformationspolitik, konfessionelle Propaganda, Mission und Kolonialisierung in den verschiedenen Künsten und Kulturformen widerspiegeln, zum anderen wie diese Künste und Kulturformen ihrerseits den Prozess der Reformation prägten. Im Zentrum des Bandes steht die Musik, ihr zur Seite stehen theologische, alltagshistorische, literatur- und kunstwissenschaftliche Beiträge.

Europäischer Musiktransfer

Russland im späten 18. Jahrhundert

Serie:

Sonja Erhardt

Redaktion Geneviève Espagne, Birgit Menzel, Peter Thiergen and Karl Zieger

Die vorliegende Monografie widmet sich den musikkulturellen Transferprozessen zwischen dem westlichen Europa und Russland in den Jahren 1775 bis 1800.
Diese Zeit kann als Ausgangspunkt für die spätere nationale Entwicklung der Musik in Russland erachtet werden, die zwar im musikalischen Kontext in der Nationaloper Glinkas ihren historiografischen Beginn nahm, ihren Ursprung allerdings im Wechselspiel der europäischen Musikkulturen hatte. Im Fokus steht das enge Beziehungsgeflecht von Kulturvermittlern innerhalb der dynastischen Kontakte sowie innerhalb des europäischen Kommunikationssystems.

Die Messen an der Petersbasilika zu Rom im 18. Jahrhundert

Die Entwicklung der Vertonungen des Ordinarium Missae von 1743 bis 1798

Serie:

Gunnar Wiegand

St. Peter gilt als bedeutendste neuzeitliche Kirche Roms. Dieses Buch präsentiert zum ersten Mal die faszinierende Musik, die zu den Messen in der Basilika im 18. Jahrhundert erklungen ist. Das Domkapitel wählte für das Profiensemble der Cappella Giulia nur die besten Bewerber in das Amt des Kapellmeisters. Sie waren Musiker von europäischem Rang. Die Messen an der Peterskirche spiegelten daher den neuesten musikalischen Geschmack wider.
Die gewaltige Akustik der Basilika erforderte besondere kompositorische Geschicklichkeit. Die Musik an der Peterskirche lässt diese Majestät des Raums in ihr Klangbild einfließen.
St. Peter galt in ihrer spirituellen Bedeutung als Haupt- und Musterkirche Roms. Die Komponisten setzten daher die kirchenmusikalischen Ideale des Konzils von Trient für die Performance der Gottesdienste um.
Die vorliegende Arbeit identifiziert sämtliche vertonten Messordinarien, die zwischen 1743 und 1798 entstanden sind, ordnet sie in den historischen Kontext ein und charakterisiert sie exemplarisch.

Epistemologie des Hörens

Helmholtz' physiologische Grundlegung der Musiktheorie

Julia Kursell

Die Theorie des Hörens von Hermann von Helmholtz kreist um eine offene Frage: Wie geschieht der Übergang von der physikalischen Schwingung zum wahrgenommenen Klang?
Helmholtz sucht die Antwort darauf nicht nur in einer Synthese des verfügbaren Wissens der Mathematik, Physik, Physiologie und Anatomie, sondern auch in der Musikgeschichte, die er als einen hörphysiologischen Langzeitversuch auffasst. Er fügt sie in sein eigenes Experimentalsystem ein, um das Wissen vom Hören aufzudecken, das in der Musik steckt. Julia Kursell zeichnet diese Experimentalisierung der Musik nach, nimmt das Verhältnis von Ohr und Instrument in den Blick und rekonstruiert die Rolle und Funktion der Musik in Helmholtz’ Theorie der Wahrnehmung.

Electronic Chants: Groove from land to land

HipHop-Kultur aus der Bronx, Deutschland und Bosnien

Andrej Murasov and Andrej Murašov

HipHop-Kultur ist global: In jeder Sprache wird gerappt, gesampelt wird alles, von Soul Funk Breaks über Klassik bis hin zum folkloristischen Bläsersatz und auf Youtube tanzen B-Boys aus der ganzen Welt vor Wänden voller Graffiti.
Ausgehend von den frühen HipHop-Performances im New York der Siebziger untersucht der Autor die Entstehung der kulturspezifischen Körpertechniken im Kontext der elektronischen Medien und zeigt, wie Unterwanderungen technischer Konventionen die spätere Wanderung dieser Kulturpraxis und ihre lokale Reproduktion initiieren. Aus der Selbstinszenierung einer lokalen Gegenkultur wird im globalen Kontext eine Kultur der Selbstinszenierung, deren Widerstand sich nicht gegen ein kulturell Anderes, sondern gegen eine andere Kultur des Medialen richtet. Die Arbeit erklärt die medialen Dynamiken der Anfänge der HipHop Kultur anhand ihrer selbstreferentiellen Erzählstrategien in Rapmusik, Djing, Breakdance und Graffiti.

Serie:

Ediert von Oswald Freudenreich and Ulrich Konrad

Der inhaltliche Schwerpunkt des Kirchenmusikalischen Jahrbuchs liegt auf der geistlichen Musik Ludwig van Beethovens. Ergänzend dazu erhält die Ausgabe Studien zur Musik der Renaissance und der osteuropäischen Kirchenmusik des 20. Jahrhunderts.
Die Autoren befassen sich u. a. dem Ursprung und der Entwicklung der Musica sacra in der lutherischen Musikgeschichtsschreibung des 16. und 17. Jahrhunderts, dem liturgischen Ort des lutherischen Kirchenlieds im 16. Jahrhundert, mit einer Art der meditatio continua mortis, mit den Collage- und Décollage-Techniken in Arvo Pärts Credo (1968), mit der Intertextualität und Intermedialität im Offertorium des Codes Calixtinus uvm.

Serie:

Britta Schulmeyer

Die Parodiemesse der frühen Neuzeit: Erste umfassende Darstellung der Kompositionstechniken dieser weit verbreiteten Messenart.
Parodiemessen des 15. und 16. Jahrhunderts wurden über mehrstimmige Vorlagen (geistlich und weltlich) der Zeit geschrieben. Wie aber genau gestaltet sich die Übernahme des Vorlagenmaterials? Darauf versucht dieses Buch Antworten zu geben. Weniger die ästhetische Würdigung des Phänomens steht im Mittelpunkt, sondern vielmehr die technisch unglaublich vielfältige, akribische und spannende Arbeit mit vielen, meist auf den zweiten Blick erst sichtbaren Finessen.
Detaillierte Untersuchungen von über 60 Parodiemessen der bekanntesten Komponisten der Zeit, zeigen das breite Spektrum kompositionstechnischer Möglichkeiten der Renaissance auf.

Serie:

Ediert von Andreas Kablitz and Otfried Höffe

Der vorliegende Band widmet sich der europäischen Musik. Er fragt nach dem gesamteuropäischen Charakter der Musik dieses Kontinents und nimmt dabei auch ihre Wirkung über Europa hinaus in den Blick.
Der Arbeitskreis Europa – Politisches Projekt und kulturelle Tradition versucht, das Phänomen Europa in seiner gesamten Breite aufzufächern. Weit mehr als eine Interessengemeinschaft versteht er dabei Europa als einen identitätsstiftenden, in sich differenzierten, von Spannungen nicht freien Raum von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, ebenso wie von Kunst, Wissenschaft und Philosophie. Die in der Tradition gewachsenen kulturellen und politischen Werte stehen dabei im Vordergrund. Ohne diese Wertegemeinschaft wäre der politische Zusammenschluss Europas nicht zustande gekommen, und ohne eine kontinuierliche Bekräftigung der gemeinsamen Werte, zeigt sich neuerdings mehr und mehr, wird die Zukunft Europas gefährdet.

Serie:

Ediert von Oswald Freudenreich and Ulrich Konrad

Der inhaltliche Schwerpunkt des Kirchenmusikalischen Jahrbuchs liegt auf der geistlichen Musik Ludwig van Beethovens. Ergänzend dazu erhält die Ausgabe Studien zur Musik der Renaissance und der osteuropäischen Kirchenmusik des 20. Jahrhunderts.

Pierre Boulez

Die Partitur der Geste und das Theater der Avantgarde

Martin Zenck

Pierre Boulez zählt zweifellos zu den renommiertesten Komponisten unserer Zeit. Von außerordentlicher Bedeutung ist darüber hinaus seine Rolle als Intellektueller, Autor, Theoretiker, Dirigent und Interpret. Martin Zenck legt mit seinem Buch Die Partitur der Geste und das Theater der Avantgarde die erste umfassende Studie über dessen vorläufiges Gesamtwerk in deutscher Sprache vor. Zenck verbindet es mit Boulez’ theoretischen Schriften, seiner Praxis als Dirigent und ›Kulturmanager‹ vor dem Hintergrund der philosophischen Diskurse und dem Panorama der anderen Künste seiner Zeit.



Im Mittelpunkt steht dabei der Musikdenker Boulez, der das Kompositorische selbst als eine genuine Denkpraxis begreift, die Martin Zenck auf völlig neue Weise als eine Praxis des ›Gestischen‹ versteht. Diese führt auf eine vierfache Signatur zurück: Die Textur der Schrift, ihre Bewegung einerseits, die zweitens den Leib und seine Gebärden einschließt, zum Dritten das synästhetische Spiel der Sinne und ihre verschiedenen Medien, und schließlich das performative Moment der Darbietung, der Präsentation, das auf seine Weise allererst Raum und Zeit entstehen lässt.