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Poetik der Nation

Englishness in der englischen Romantik

Serie:

Ulrike Kristina Köhler

This comparative study focuses on the manifestations of Englishness in various literary genres of English Romanticism. Political essays, travelogues, the Gothic novel and balladry are scrutinized from a production-oriented and context-sensitive perspective and through an imagological lens. This book centres around the interplay between national stereotypes and genre-specific (and nationally unspecific) tropes and conventions. Attention is given to the implied reader, cultural knowledge, the narrative situation and to focalization, as well as lyric-specific elements. The book demonstrates how narratology, cultural memory studies, reception theory, rhetoric and text linguistics can be integrated more effectively into the toolkit of imagology. This will allow national images to be deconstructed in a more fine-grained manner.

Diese vergleichende Fallstudie richtet den Blick auf die Erscheinungsformen von Englishness in Gattungen der englischen Romantik. Aus einer produktionsästhetischen wie kontextbewussten Perspektive legt sie den politischen Essay, den Reisebericht, die Gothic novel und die Ballade unter das imagologische Mikroskop. Dabei gilt das Interesse dem Zusammenspiel von nationalen Stereotypen und Topoi mit Gattungselementen ohne nationale Konnotation. Der Adressat, kulturelles Wissen, Erzählsituation und Fokalisierung sowie lyrikspezifische Elemente stehen dabei im Fokus. In theoretischer Hinsicht zeigt dieses Buch, wie sich das Handwerkszeug der Narratologie, der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung, der Rezeptionsästhetik, der Rhetorik und der Textlinguistik weit stärker als bisher gewinnbringend in das Analyseinstrumentarium der Imagologie integrieren lässt. So lassen sich nationenbezogene Bilder zukünftig nuancierter nachzeichnen und im Zuge dessen besser dekonstruieren.

Gefahr oder Risiko

Zur Geschichte von Kalkül und Einbildungskraft

Ediert von Georg Mein and Heiko Christians

Von Gefahren ist täglich die Rede. Doch die Kulturwissenschaften und Sozialwissenschaften beschäftigen sich hauptsächlich mit Form und Logik des Risikos. Das will dieser Band ändern, indem er eine kultur- und medienhistorische Genealogie der Gefahr und ihrer Vorstellungsräume im Verhältnis zum Risiko liefert.
Die Entstehung des Risikos und die Geschichte seiner kalkulativen Minimierung im frühneuzeitlichen Versicherungswesen sind gut erforscht. Aber wie steht es um die scheinbar existenzielle „Gefahr“? Sie gerät erst viel später, mit einem verhältnismäßig winzigen Kapitel in Clausewitzʼ posthumen Riesenwerk Vom Kriege (1832–1834), in den Fokus. Clausewitz erkennt, dass die Gefahr immer auch ein Wahrnehmungsproblem ist, ein ästhetisches Konstrukt, das angewiesen ist auf ein Bewusstsein für die technische Vermittlung der Eindrücke.

Terror und Spiel

Probleme der Mythenrezeption

Serie:

Ediert von Manfred Fuhrmann

Welche Funktion, welche Realität hat Mythisches in nicht-mehr-mythischer Zeit? So lautet die zu Grunde liegende Frage dieses nun in dritter Auflage neuerscheinenden Klassikers aus der Reihe Poetik und Hermeneutik.
Mit Beiträgen von Hans Blumenberg, Jean Bollack, Manfred Fuhrmann, Jacob Taubes, Reinhart Herzog, Hans Robert Jauß, Rainer Warning, Ferdinand Fellmann, Odo Marquard, Reinhardt Habel, Ulrich Gaier, Harald Weinrich, Gerhard Hergt, Wolfgang Iser, Jurij Striedter, Miroslav Kacer, Karlheinz Stierle und Wolfhart Pannenberg.

Fichte und die Kunst

Fichte-Studien Jahrgang 25 – 2014/1 (Band 41)

Serie:

Ediert von Ives Radrizzani and Faustino Oncina Coves

"Nach der Mauer der Abgrund"?

(Wieder-)Annäherungen an die DDR-Literatur

Serie:

Ediert von Norbert Otto Eke

Die Beiträge des vorliegenden Bandes unterziehen eingeführte Diskurs- und Argumentationslinien der Forschung zur DDR-Literatur einer kritischen Relektüre. Im zeitlichen Anstand von nun bald einem Vierteljahrhundert zum Fall der Mauer richten sie noch einmal den Blick auf Formierungen normativen Handelns im Umgang mit Literatur und damit den Voraussetzungen von Wertungen innerhalb der Literaturgeschichtsschreibung, ihren Bedingungen, Ausprägungen, Konzepten und ihrem Wandel. Zugleich damit stellen sie Fragen der Gattungsentwicklung und Beobachtungen zu diskursiven Leitvorstellungen, ästhetischen und politischen Kontexten der frühen SBZ/DDR-Zeit zur Diskussion. Einen dritten Schwerpunkt der Auseinandersetzung bilden darüber hinaus die späte DDR-Literatur und die Literatur um die Wende herum mit ihren literarischen Inszenierungen von Traumata, (Ab-)Brüchen und Neuanfängen. Den Abschluss bilden drei Fallstudien zu Franz Fühmanns fragmentarischem Prosatext Im Berg und Uwe Tellkamps Roman Der Turm.

Serie:

Ediert von Reinhard Andress

Die Radikalität der Exilerfahrung führte viele ausgewanderte Intellektuelle, Schriftsteller und Künstler dazu, ihre Weltanschauung neu zu orientieren. Dies wirkte sich in vielfacher Hinsicht aus, u.a. philosophisch, psychologisch, sozial, politisch und religiös, und zeigte sich in epistolarischen, essayistischen, literararischen und anderen künstlerischen Formen. Dabei beschränkt sich das Exilphänomen keineswegs auf den Nationalsozialismus, sondern ist z.B. auch im Mittelalter aufzufinden. Der vorliegende Band geht den Strängen der exilbedingten Neuorientierungen nach, ausgehend von einer Tagung der North American Society for Exile Studies, die im Oktober 2008 an der Saint Louis University stattfand.

"Friede, Freiheit, Brot!"

Romane zur deutschen Novemberrevolution

Serie:

Ediert von Ulrich Kittstein and Regine Zeller

In der deutschen Erinnerungskultur ist die Novemberrevolution von 1918/19 heute kaum noch präsent. Die zahlreichen Romane, die dieses Ereignis thematisieren und von denen einige bei ihrem Erscheinen auf große Resonanz stießen, sind inzwischen ebenfalls überwiegend in Vergessenheit geraten und haben auch in der Literaturwissenschaft wenig Aufmerksamkeit gefunden. Der vorliegende Band möchte diese Forschungslücke schließen. Er bietet Einzelinterpretationen zu 19 einschlägigen Werken, die als Versuche aufgefasst werden, jeweils spezifische, von parteilichen Interessen geprägte Versionen des historischen Geschehens mit literarischen Mitteln im kollektiven Gedächtnis zu verankern. Die Romane aus der Weimarer Zeit erweisen sich dabei als bemerkenswerte Zeugnisse aktueller parteipolitischer und ideologischer Auseinandersetzungen, die über unterschiedliche Interpretationen der jüngsten Vergangenheit ausgetragen werden, während die nach 1933 entstandenen Texte vornehmlich gegen das fortschreitende Vergessen der für die deutsche Geschichte ungemein folgenreichen Revolutionsereignisse anschreiben. Besonderes Gewicht legen die hier versammelten Analysen auf den vielschichtigen Zusammenhang von Geschichtsdeutung, politisch-ideologischer Wirkungsabsicht und literarischen Strategien, der die behandelten Romane kennzeichnet.

Trunkenheit

Kulturen des Rausches

Serie:

Ediert von Thomas Strässle and Simon Zumsteg

Die Trunkenheit kennt viele Formen, unter denen die alkoholische nur eine, wenn auch die bekannteste ist. Es gibt daneben die “trockene Trunkenheit” beim Tabakkonsum, die “geistliche Trunkenheit” im religiösen Rausch und eine ganze Reihe von Zuständen gesteigerter bis überbordender Emotionalität wie die “Liebestrunkenheit”, die “Glückstrunkenheit” oder die “Freudentrunkenheit”. Trunkene Zustände sind ebenso exzessiv wie exzentrisch, und als solche sind sie Zustände anderer Ordnung, in denen vorübergehend außer Kraft gesetzt ist, was ansonsten gilt – um einer Eigengesetzlichkeit willen, die sich aus sich selbst heraus entfaltet. Darin liegt auch das gemeinsame Moment der Trunkenheit mit einer breiten Palette an verwandten Begriffen wie “Rausch”, “Ekstase”, “Dionysisches”, “Taumel”, “Trance” oder “Schwindel”, in denen ebenfalls eine kontemplative, reflexive oder emotionale Distanz zugunsten einer Steigerung der autopoietischen Intensität eingezogen wird. Um diese Grundfigur und auf diesem Begriffsfeld kreisen die Beiträge, die der vorliegende Band versammelt.