Nach Titel durchsuchen

Glaube und Rationalität

Gibt es gute Gründe für den (A)theismus?

Ediert von Romy Jaster and Peter Schulte

Menschen glauben aus den unterschiedlichsten Gründen an Gott. Aber ist dieser Glaube rational gerechtfertigt? In diesem Band streiten führende Religionsphilosoph/-innen um die Frage, ob die besten Gründe für oder gegen den Theismus sprechen.

Einige Beiträge unterziehen klassische Argumente für bzw. gegen die Existenz Gottes einer neuen Betrachtung. Andere gehen der Frage nach, welche Bedingungen eigentlich erfüllt sein müssen, damit die Überzeugung, Gott existiere, als vernünftig angesehen werden kann. Gelten hier dieselben Standards wie bei Überzeugungen über die Existenz von Quasaren? Oder haben religiöse Überzeugungen einen besonderen epistemologischen Status? Und ist es rational zulässig, religiöse Erfahrungen oder tradierte Offenbarungen als Gründe für religiöse Überzeugungen anzuführen?
Mit Beiträgen von Ansgar Beckermann, Katherine Dormandy, Franz von Kutschera, Winfried Löffler, Herman Philipse, Peter Schulte, Holm Tetens und Christian Weidemann.

Serie:

Ansgar Lorenz and Antonio Roselli

Philosoph und Antiphilosoph, Bürgerschreck, Schriftsteller und Vordenker der französischen Revolution – Jean-Jacques Rousseau ist das und noch viel mehr.

Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) ist eine zentrale Figur der europäischen Aufklärung, auch dann, wenn er als ihr Gegner auftritt. Sein Werk zeichnet die Grundlinien der Kultur- und Fortschrittskritik vor, die das Selbstverhältnis der Moderne präsentiert. Zugleich liefert er unzählige Sehnsuchtsmotive, die noch immer gesellschaftliche Utopien und Dystopien durchziehen. Als Politischer Denker entwarf Rousseau eine wirkmächtige Version des Gesellschaftsvertrags, als Pädagoge revolutionierte er unser Verständnis von Kindheit und Erziehung. In seinen autobiographischen Schriften entblößt er sich auf schonungslose Weise und wurde auch hier zum Modell für Generationen von Schriftstellern. Durch die Darstellung der zentralen Texte und Ideen Rousseaus bietet die vorliegende, reichhaltig illustrierte Einführung Einblicke in das Schaffen dieses außergewöhnlichen Philosophen.

Katholische Schulen

Herausgeforderte Identität

Serie:

Ediert von Judith Könemann and Denise Spiekermann

Worin besteht das „Katholische“ einer katholischen Schule? Das religiös-konfessionelle Label in Bezug auf Bildung und Erziehung als Hauptanliegen von Schule adäquat zu füllen, ist mit Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen und die verschiedenen Akteursebenen eine schwierige Aufgabe.
Die Schulen müssen sowohl kirchliche als auch staatliche Ansprüche erfüllen und sehen sich nicht zuletzt Erwartungen von Schüler_innen, Lehrer_innen und Eltern gegenüber. Der Band will einen Austausch zwischen Theorie und Praxis anregen und Verbindungen zwischen den überlappenden Handlungsfeldern von Schule, Kirche und Erziehungssystem reflektieren. Die Programmatik katholischer Schulen wird aus religionspädagogischer Perspektive und aus der Sicht der Schulforschung analysiert und anhand von Praxisbeispielen auf den Prüfstand gestellt.

Migration und Weltwirtschaftskrise

Wanderungen im Deutschen Reich in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren

Serie:

Jan Andreas Kaufhold

Binnenwanderungen 1929 bis 1935 im Spannungsfeld von Weltwirtschaftskrise, Weimarer ›Staatskrise‹ und NS-›Machtergreifung‹.

Wie entwickelte sich das innerdeutsche Migrationsgeschehen im Blick auf Verläufe, Strukturen und Praktiken vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen der späten 1920er und frühen 1930er Jahre? Die Weltwirtschaftskrise veränderte das Wanderungsgeschehen in Deutschland fundamental: Alte Wanderungstraditionen liefen aus, neue Migrationsbewegungen traten auf, Zielräume und Motive veränderten sich. Gezeigt wird der Wandel am Beispiel der inländischen landwirtschaftlichen Wanderarbeiter, der Krisenwanderungen ›Erwerbs- und Wohnungsloser‹ sowie der Migration im Kontext des Siedlungsprogramms ›vorstädtische Kleinsiedlung‹. Erstmals wer-den durch den Vergleich der Binnenwanderungen in der Endphase der Weimarer Republik und den ersten Jahren der NS-Herrschaft Kontinuitäten und Brüche aufgezeigt.

Archäologie der Tastatur

Musikalische Medien nach Friedrich Kittler und Wolfgang Scherer

Maren Haffke

Das Buch entwirft eine Medienarchäologie musikalischer Tateninstrumente. Dabei widmet es sich zum einen der musikalischen Tastatur als Medium eigener Materialität und erforscht das Potential dieser Perspektive für die Fragestellungen der Medienwissenschaft. Tastaturen werden als diskrete Interfaces einer Geschichte protodigitaler Verfahren zugeordnet. Die Möglichkeit einer solchen Untersuchung wird bereits in den frühen Schriften des Medienwissenschaftlers Friedrich Kittler angedeutet.

Das Buch untersucht außerdem, wie eine solche Perspektive in Kittlers Argumentationen zu Gunsten einer Emphase analoger Klangmedien zurück tritt. Diese Emphase verweist auf den Übergang in Kittlers Arbeit von einer Medienarchäologie zu einer Medienontologie.

Anhand von Kittlers und Wolfgang Scherers Zugriff auf Tastaturen wird der fachgeschichtliche Status medienwissenschaftlicher Kritik an der literarischen Hermeneutik befragt.

Sonett-Gemeinschaften

Die soziale Referentialität des Sonetts

Ediert von Stefan Knödler, Dietmar Till and Mario Gotterbarm

Das Sonett konstituiert in seiner langen Geschichte immer wieder soziale Räume für spezifische Gemeinschaften – zwischen Lebenden, aber auch über die Jahrhunderte hinweg mit historischen Personen.
Während das Sonett häufig als poetologische Gattung im Vordergrund steht, profiliert dieser Band die vielfältige „soziale Referentialität“ des Sonetts – seine kommunikative Bindungskraft – und setzt diese ins Verhältnis zu intertextuellen, intermedialen und autoreferentiellen Bezügen. Gattungstheoretische Überlegungen gehen dabei Hand in Hand mit exemplarischen Interpretationen. Mit Beiträgen von Annette Gerok-Reiter, Andreas Kablitz, Joachim Knape, Hans-Georg Kemper, Bernhard Greiner, Michael Maurer, Gertrud Maria Rösch, Helmuth Mojem, Ralph Häfner, Cornelia Ortlieb, Friedrich Vollhardt, Jörg Robert, Katharina Grätz, Helmuth Kiesel, Monika Schmitz-Emans und Jürgen Wertheimer.

Ikonologie der christlichen Kunst

Band 1: Alte Kirche

Serie:

Hans Georg Thümmel

Mit dem auf vier Bände angelegten Werk wird erstmalig eine Ikonologie der christlichen Kunst im historischen Ablauf geschildert.
Die komplexe Geschichte des Bildes in der Kirche wird ausgehend von der Intention der Darstellungen auf den verschiedenen Bildträgern aufgezeigt und die Weise der damit verbundenen Argumentation fundiert dargelegt. Eingebettet in allgemeine historische Entwicklungen wird der Wandel der Themenkreise beschrieben. In der Einleitung werden die Prinzipien der Arbeit erläutert. Teil 1 (Alte Kirche) behandelt zunächst die Entstehung einer christlichen Bildkunst am Grabe und geht dabei besonders auf die vielfältige Gestaltung der Sarkophage und Katakomben ein. Ebenso wird der spätere Übergang in die Kirchdekoration sowie die mediale Vielfalt in Spätantike und beginnendem Mittelalter (u.a. Münzen, Diptychen, Buchmalerei) aufgezeigt. Nach gleichen Prinzipien werden in Teil 2 die Bildkunst des Mittelalters, in Teil 3 die der Neuzeit und in Teil 4 die andersartige Entwicklung in der Ostkirche geschildert.

Sonnenrad und Hakenkreuz

Norweger in der Waffen-SS 1941-1945. Aus dem Norwegischen von Sylvia Kall und Michael Schickenberg

Sigurd Sørlie

„Sonnenrad und Hakenkreuz“ begibt sich auf die Spuren eines dramatischen und von Mythen umsponnenen Themas aus der Geschichte des Zweiten Weltkriegs: das Schicksal jener 4.500 Norweger, die als Freiwillige für das „Dritte Reich“ als Soldaten kämpften – größtenteils in Einheiten der Waffen-SS an der Ostfront.
Sigurd Sørlie legt die erste umfassende Darstellung über diese Männer vor. Er fragt nach ihren Motiven, Erfahrungen, Handlungen, weltanschaulichen Haltungen und Reaktionen auf das Kriegsgeschehen. Wer waren sie und warum ließen sie sich anwerben? Waren sie Zeugen oder Mittäter bei NS-Verbrechen? In welchem Maße konnte die SS die weltanschauliche Haltung und das Handeln der norwegischen Soldaten beeinflussen? Auf der Grundlage umfangreicher, zumeist erstmals ausgewerteter Quellen kann der Autor mit vielen Mythen aufräumen. Er stellt das Thema dabei in den breiteren Zusammenhang des Kriegsgeschehens und der norwegischen Besatzungsgeschichte, auf die sein Buch neue Perspektiven eröffnet.

Beatrice Kobow

Der Teppich der Kultur und Sprache, der Praxen und Normen, der Ideen, Geschichte und Wissenschaften, der den Hintergrund unserer Gegenwart bildet, ist an vielen Stellen zerschlissen und in einem Zustand der Auflösung begriffen. Unser ganzes Handeln ist darauf gerichtet, diesen Teppich zu restaurieren.
Vor welchem Hintergrund ist Handeln uns möglich und wie ist dieser Handlungshintergrund offen für unsere handelnde Einflussnahme? Dieses Buch untersucht Als-ob-Strukturen nach Hans Vaihinger und fügt sie ein in die Rekonstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit nach John R. Searle, denn ein heuristischer Fiktionsbegriff ist zur Erklärung des Handlungshintergrundes unerlässlich.

Von Grund zu Grund

Zum Zusammenhang von Denken und Wissen bei Wilfrid Sellars

Anke Breunig

Wie ist Wissen begründet? Wie bezieht sich Geist auf die Welt? Nach der hier ausgearbeiteten neuen Interpretation von Wilfrid Sellars’ Kritik am „Mythos des Gegebenen“ gehören beide Fragen zusammen.
Dieses Buch möchte zeigen, dass sich fundamentalistische Antworten auf beide Fragen der Idee des Gegebenen bedienen, eine gemeinsame Struktur besitzen und aus den gleichen Gründen zurückzuweisen sind. Die Autorin vertritt eine weite Lesart des Mythos vom Gegebenen und entwickelt im Ausgang von Sellars ein neues Argument gegen das Gegebene. Auch diskutiert sie mit Sellars’ Theorie sprachlicher Bedeutung eine alternative Antwort auf die Frage nach der Beziehung zwischen Geist und Welt.