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Sakrament und Schrift bei Augustinus

Ad inquisitiones Ianuarii und Augustins Deutung von Liturgie und Bibel

Serie:

Jochen Rexer

Die vorliegende Untersuchung zu Sakrament und Schrift bei Augustinus, seine Deutung von Liturgie und Bibel, zeigt am Beispiel von Ad inquisitiones Ianuarii und weiterer Zeugnisse im österlichen Kontext einen Zusammenhang zwischen seinem Sakraments- und Schriftverständnis.
Indem Augustinus auf liturgische Fragen des Januarius antwortet, erörtert er sein Osterverständnis in dem theologischen Traktat mit dem Thema „de sacramentis“. Dabei entfaltet er eine hermeneutische Methode, die er auf Bibel und Liturgie anwendet. Seine Ostertheologie, die Rede von der Form und dem Inhalt des christlichen Ostern, wendet Augustinus in Predigt und Liturgie auch praktisch an.

Visualisierung des Ungeborenen

Interdisziplinäre Perspektiven

Ediert von Heiner Fangerau and Daniel Hornuff

Obwohl das Ungeborene ein Unsichtbares ist, zählen Darstellungen von ihm zu den überzeugungsstärksten Bildern der westlichen Kultur. Der Band fragt nach den Gründen – und lässt unterschiedlichste Disziplinen zu Wort kommen.
Antworten auf die Frage nach dem visuellen Status des Ungeborenen geben Positionen aus der Medizin- und Rechtsgeschichte, aus der Kunstgeschichte ebenso wie aus der Körperforschung, und nicht zuletzt sind es ethische und allgemein kulturwissenschaftliche Perspektiven, die sich Bildern vom Ungeborenen widmen. So liegt erstmals ein breites Panorama an Zugängen zu einer Bildform vor, die sowohl in medizindiagnostischen als auch privaten und populären Zusammenhängen zentrale Funktionen übernimmt. Die Frage, welche Rollen Bilder von Ungeborenen spielen, gibt somit auch Hinweise darauf, welche Bedeutung beginnendem Leben jeweils zugedacht wird.

Freiheit trotz Zugehörigkeit

Über den Ausstieg aus kulturellen und religiösen Gruppen

Dagmar Borchers

Als Bürger liberaler Rechtsstaaten begreifen wir die Möglichkeit, eine Gruppe zu verlassen, der wir nicht länger angehören möchten, als Teil unseres alltäglichen Lebens. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob bzw. in welcher Weise ein Ausstieg aus religiösen und kulturellen Gruppen möglich ist und welche Verantwortlichkeiten sich für den oder die Ausstiegswillige/n selbst, die betroffene Gruppe und vor allem den liberalen Rechtsstaat ergeben.
Hintergrund sind konkrete Fälle, in denen die durch Minderheitenrechte institutionell gesicherte Autorität der kulturellen oder religiösen Gruppe für Mitglieder dieser Gruppe ein Problem wird – wie z.B. für Frauen und Mädchen, oder auch Homosexuelle, deren Lebensformen oder Überzeugungen mit den kulturellen oder religiösen Überzeugungen der Gruppe konfligieren. Infolge eines solchen Konflikts könnte ein Mitglied die Gruppe verlassen, mithin von seinem Ausstiegsrecht Gebrauch machen wollen. Sollte die Gruppe versuchen, den Ausstieg zu unterbinden, läge ein Konflikt zwischen Minderheitenrechten (der Gruppe) und Grundrechten (des Individuums) vor. Der Staat hat aber, nach Auffassung liberaler PhilosophInnen, die Aufgabe, einen Ausstieg zu garantieren. Wie lässt sich dieser Konflikt lösen? Welche Maßnahmen sind im Konfliktfall geboten bzw. erlaubt? Diese Studie hinterfragt Kernkonzepte der philosophischen Debatte wie z. B. den der kulturellen Identität und entwickelt einen Lösungsvorschlag für den Ausstiegskonflikt.

Gerechtigkeit in Russland

Sprachen, Konzepte, Praktiken

Serie:

Ediert von Nikolaj Plotnikov

Die aktuellen Nachrichten in den Medien bringen fast täglich Meldungen aus Russland über staatliche Willkür und Unrecht, aber auch über die Proteste der Menschen gegen die herrschende Ungerechtigkeit. Wie denken jedoch die Menschen in Russland über die Gerechtigkeit nach? Und wie wurde in der Geschichte Russlands über die Idee der Gerechtigkeit nachgedacht?
In den Beiträgen des Bandes setzen sich ausgewiesene Russland-Spezialisten mit der Stellung von Gerechtigkeitsvorstellungen in der Geschichte und Gegenwart Russlands auseinander. Aus der Perspektive verschiedener Disziplinen wird das Zusammenspiel sprachlicher Artikulationen, literarischer Inszenierungen, philosophischer und religiöser Diskurse sowie politischer und gesellschaftlicher Praktiken untersucht. In diesem Kontext werden auch die gegenwärtigen Defizite an Rechtstaatlichkeit in Russland problematisiert.

Kunst

Neu bearbeitet und herausgegeben von Stefan Majetschak

Serie:

Clive Bell

Ediert von Stefan Majetschak

Das Buch „Kunst“ von Clive Bell, das 1914 erschien, ist ein Klassiker der Kunsttheorie, der noch heute starke Beachtung findet und moderne Strömungen der Kunsttheorie inspiriert.
Clive Bell war als bedeutender Kunstkritiker Mitglied der legendären Bloomsbury Group, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die kulturelle Modernisierung Englands vorantrieb. Bell geht es in seinem Buch um die Frage, welche Eigenschaft ein Werk zu einem Kunstwerk macht. Seine Antwort: Es ist die „signifikante Form“, die allen Kunstwerken gemeinsam ist und die unser ästhetisches Gefühl auslöst. Diese auf die Form bezogene essentialistische Kunstauffassung ist nicht unwidersprochen geblieben, ist aber bis heute ein wichtiges Dokument einer formalistischen Ästhetik, die zu ihrer Zeit den post-impressionistischen Malern wie Cézanne, Matisse und Picasso in der angelsächsischen Welt zum Durchbruch verhalf.
Die zuletzt im Jahr 1922 erschienene deutsche Übersetzung von Paul Westheim wird hier in einer vollständig überarbeiteten Fassung neu vorgelegt.

Prosa schreiben

Literatur | Geschichte | Recht

Ediert von Inka Mülder-Bach, Jens Kersten and Martin Zimmermann

Der Begriff der Prosa bietet wohl das einzige Beispiel für einen rhetorischen Terminus, der zu einer Leitmetapher der Moderne avancierte.
Seit dem 18. Jahrhundert eignet diesem Begriff ein irreduzibler Doppelsinn: Einerseits bezeichnet er eine (schrift-)sprachliche Ausdrucksweise, die im Unterschied zum Vers metrisch nicht gebunden ist, andererseits eine Denkweise und eine Verfassung der modernen Welt, die in dieser ungebundenen Ausdrucksweise die ihr angemessene sprachliche Form findet.
Die Beiträge des vorliegenden Bandes erkunden diesen Zusammenhang aus einer interdisziplinären Perspektive unter Bezug auf literarische und historiographische Prosa sowie die Prosa des Rechts.

Raketenträume

Raumfahrt- und Technikenthusiasmus in Deutschland 1923–1963

Serie:

Daniel Brandau

Daniel Brandau legt die erste Kulturgeschichte der deutschen Raumfahrtbegeisterung vor – und schildert, wie der Enthusiasmus in Skepsis umschlug.
Von der Weimarer Republik bis in die 1960er Jahre organisierten sich deutsche Raumfahrt-Interessierte in Vereinen, in denen sie an Raketen bastelten und für militärische wie zivile Visionen warben. Doch viele dieser Visionäre und Ingenieure verschrieben sich dem NS-Regime und entwickelten die Großrakete als Waffe. Den neuen, nunmehr friedlichen Raumfahrt- und Technikvisionen der Nachkriegszeit wurde daher mit Misstrauen begegnet. Während in der Bundesrepublik eine Debatte über die gesellschaftliche Kontrolle des Wissens der Techniker entbrannte, prallte in der DDR in der ‚Raketenfrage‘ die Kritik am Faschismus und seinen Waffensystemen auf die sozialistische Raumfahrt-Utopie. Durch zahlreiche Abbildungen werden auch die kosmischen Bildwelten der 1920er bis 1960er Jahre dem Leser vor Augen geführt.

An den Rändern des Lebens

Träume vom Sterben und Geborenwerden in den Künsten

Serie:

Ediert von Mauro Fosco Bertola and Christiane Solte-Gresser

Redaktion Susanne Goumegou, Andrea Allerkamp, Markus Kuhn, Hans-Walter Schmidt-Hannisa, Roland Spiller and Kerstin Thomas

Sterben und Geborenwerden liegen an oder jenseits der Grenzen des Lebens. Damit kommen sie stets entweder zu früh oder zu spät, um als authentische eigene Erfahrung mitgeteilt werden zu können. Träume hingegen vermögen in Form von Fiktionen, Imaginationen und Inszenierungen ästhetische Erfahrungsräume für diese extremen körperlichen Übergänge zu eröffnen. In Träumen vom Lebensanfang und Lebensende werden das ohnehin Rätselhafte des Traums, seine Missachtung der physikalischen Gesetze von Zeit und Raum sowie die Infragestellung kultureller Modelle von Identität, Kohärenz und Rationalität noch potenziert. Literarisch-künstlerische Traumerzählungen und Traumbilder finden höchst originelle Ausdrucksformen, um das Abwesende, Unvorstellbare oder nicht realistisch Erzählbare zu vergegenwärtigen und zu vermitteln: Von der klassischen Antike bis in die Gegenwart hinein lassen sich unzählige Träume in Literatur, Kunst, Musik, Theater und Film ausmachen, bei denen die leibliche und sinnliche Erfahrung von den Grenzen des Lebens im Mittelpunkt steht. Solchen Phänomenen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seinen Wissensdiskursen sowie seinen komplexen künstlerischen Realisierungen widmet sich dieser Band, der sich im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« als Beitrag zu einer Literatur-, Kultur- und Mediengeschichte des Traums versteht.

Im Gravitationsfeld von Mystik und Politik

Christliche Sozialethik im Gespräch mit Maria Skobtsova, Dorothee Sölle und Chiara Lubich

Serie:

Petra Steinmair-Pösel

Redaktion Walter Lesch, Alexander Filipovic and Christa Schnabl

Am Beginn des dritten Jahrtausends steht die Welt vor großen gesellschaftspolitischen Herausforderungen – vom Klimawandel über globale Gerechtigkeitsfragen bis hin zum erstarkenden Rechtspopulismus. Woher sind konstruktive Lösungsansätze zu erwarten?
Der vorliegende Band verortet den genuinen Beitrag einer Christlichen Sozialethik in ihrer mystisch-spirituellen Einwurzelung. Was dies methodisch und inhaltlich bedeutet, wird am Beispiel von Leben und Werk dreier bedeutsamer Frauengestalten des 20. Jahrhunderts aufgezeigt. Folgende aktuelle sozialethische Fragestellungen stehen dabei im Zentrum: die umweltethisch geforderte Reduktion des Ressourcenverbrauchs angesichts einer ungehemmten Wachstumsökonomie, die Notwendigkeit universaler Solidarität in einer zum globalen Dorf zusammengewachsenen Welt und die Bedeutung echten interreligiösen Dialogs vor dem Hintergrund eines befürchteten clash of civilizations and religions.

Serie:

Ediert von Andreas Christoph

Redaktion Frederic Vandenberghe, Ralf Koerrenz, Heinz Thoma, Frauke Berndt, Jonathan Sheehan and Fritz Breithaupt

Der vorliegende Band versammelt verschiedene Perspektiven auf die Praktiken der Kartographie um 1800. Dabei geht es um mathematische Konstruktionen, politische Inskriptionen, künstlerische Adaptionen und wissenschaftshistorische Analysen.
Eine Handlungsempfehlung für den geographischen Unterricht aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert rahmt den Publikationsteil ein und verweist auf die historische Bandbreite der Geographica und Cartographica sowie deren Wahrnehmung und Anwendung in der Zeit. »Kartieren um 1800« schärft durch unterschiedliche Zugangsweisen den Blick für die Bandbreite der Wissenspraktiken und Darstellungsformen in, auf und durch Karten, Atlanten und Globen und soll weiterführendes Interesse an der Thematik wecken.