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Kreative Gegensätze

Der Streit um den Nutzen der Philosophie an der mittelalterlichen Pariser Universität

Serie:

Marcel Bubert

In Kreative Gegensätze Marcel Bubert analyses the debates among medieval scholastics on the social usefulness of learned knowledge in their specific social and cultural contexts. In particular, he shows how the skepticism towards the scholars as well as the tensions between the University of Paris, the French royal court, and the citizens of Paris had profound effects on the scientific community, and led to very different views on the utility of philosophy. Some Masters responded to the expectations of society by emphasizing the autonomy of philosophical cognition. Others departed radically from this notion of science “for its own sake”, and created decidedly “practical” concepts of knowledge. The examination of these contentious relations shows how the dynamics of mutual demarcation within this “constellation” became intellectually prolific by way of generating highly original and innovative responses to the question of the utility of philosophy.

Die Anthroposophie

Rudolf Steiners Ideen zwischen Esoterik, Weleda, Demeter und Waldorfpädagogik

Helmut Zander

Die Anthroposophie Rudolf Steiners (1861–1925) ist eine esoterische Großmacht. Zu ihrem Netzwerk gehören Hochschulen und die Waldorfpädagogik, biodynamische Bauernhöfe und Krankenhäuser, irgendwie auch profitable Banken und der „Omnibus für direkte Demokratie“, Kosmetika und dm-Märkte, eine Esoterische Schule und der Mondkalender nach Maria Thun. Silvio Berlusconi und Helmut Kohl haben ihre Kinder auf Waldorfschulen geschickt, der ehemalige Innenminister Otto Schily hielt die Existenz von „Luzifer“ und „Ahriman“ für verbürgt. Aber welche Überzeugungen stehen dahinter? Welche anthroposophischen Organisationen gibt es? Wie sieht ihre Innenwelt aus? Und welche Macht besitzen sie? Helmut Zander kartiert die schwer überschaubare Welt der Anthroposophie und bietet Einschätzungen von Stärken und Schwächen der anthroposophischen Pädagogik, Landwirtschaft und Medizin.

Das deutsche Paris

Der Blick der Besatzer 1940-1944

Bernd Wegner

Paris nimmt unter den im Zweiten Weltkrieg besetzten Städten einen besonderen Platz ein: Für die deutschen Besatzer war die Stadt ein von vielerlei Klischees besetzter Sehnsuchtsort, für die Pariser ein Raum gefährlicher Balance zwischen Widerstand und Kollaboration.
Bernd Wegners Buch zeichnet ein Bild davon, wie deutsche Soldaten und zivile Besatzer Paris in den Jahren des Krieges sahen. Die französische Hauptstadt in deutscher Hand – das war keine gemeinsame Realität, sondern eine Fülle konkurrierender, oftmals widersprüchlicher Erfahrungen. Wegner gibt in seiner dokumentarischen Collage einer größtmöglichen Vielfalt zeitgenössischer Stimmen und Bilder Raum. Im kritischen Blick des Historikers werden diese Eindrücke vom Leben der Besatzer zwischen Siegeseuphorie und Zukunftsangst in ihrer Doppeldeutigkeit erkennbar: Sie zeigen auf den ersten Blick nur das, was die Besatzer sehen und berichten wollten. Aber dennoch scheint hinter Ihnen die harsche Wirklichkeit einer besetzten Stadt auf.

Lebensführungen

Eine Medien- und Kulturgeschichte der Beratung

Eva Schauerte

Wir leben in einer Beratungsgesellschaft, so eine häufige Beobachtung. Dass es sich bei der hier konstatierten Allgegenwart von Beratung jedoch keineswegs um ein ausschließlich modernes oder gar postmodernes Phänomen handelt, zeigt diese tiefergehende Medien- und Kulturgeschichte des Konsiliarischen.
Die Geschichte der Beratung funktioniert nicht als geradlinige Fortschritts- und Rationalisierungsgeschichte. Entlang einer Reihe von Einzelbetrachtungen aus unterschiedlichen historischen Epochen führt die Autorin vor, dass sich hinter der vielfach beobachteten „Ratlosigkeit der Moderne“ ein konsiliarisches Dispositiv verbirgt, innerhalb dessen die Beratung den als erhöht wahrgenommenen Beratungsbedarf überhaupt erst erzeugt.

Serie:

Ediert von Christian Kirchmeier

Die Beiträge in diesem Band verbindet eine gemeinsame Idee: Um besser zu verstehen, worin das Politische der Romantik besteht, lohnt sich ein Blick auf das romantische Drama.

Unter dem Schlagwort des ‚Politischen der Romantik‘ hat die Germanistik eine Antwort auf die grundlegende Frage gesucht, welche soziale Funktion moderne Kunst erfüllt. Die Gattung des Dramas stand dabei bislang nicht im Fokus – und das, obwohl sie die eigentlich ‚politische‘ literarische Gattung ist.

Die Autorinnen und Autoren gehen von der Hypothese aus, dass sich die beiden Fragen ‚Was ist das Politische der Romantik?‘ und ‚Was ist das romantische Drama?‘ wechselseitig erhellen. Sie liefern damit nicht nur einen Beitrag zur dramengeschichtlichen Forschung, sondern auch zur Beantwortung der Frage, inwiefern moderne Literatur politisch ist.

Interessen, Werte, Verantwortung

Deutsche Außenpolitik zwischen Nationalstaat, Europa und dem Westen. Zur Erinnerung an Hans-Peter Schwarz

Ediert von Dominik Geppert and Hans Jörg Hennecke

War und ist die deutsche Außenpolitik seit Adenauers Tagen interessengeleitet und strategisch angelegt? Oder folgt sie einem bequemen Moralismus und lässt sich populären Stimmungen treiben? Welche außenpolitische Verantwortung kommt der Bundesrepublik angesichts der Krise der EU, der Spannungen im transatlantischen Verhältnis und neuer sicherheitspolitischer Bedrohungen zu? Welches sind die Konturen einer realistischen, verantwortlichen Machtpolitik der Bundesrepublik?

In Erinnerung an Hans-Peter Schwarz, den Biographen der beiden Kanzler Konrad Adenauer und Helmut Kohl, werden diese Fragen in 14 pointierten Essays von namhaften Zeithistorikern und Politikwissenschaftlern kritisch diskutiert.

Serie:

Ediert von Karl Gabriel, Christian Spieß, Katja WinklerKarl Gabriel, Christian Spieß and Katja Winkler

Es handelt sich um ein Paket der Bände 1-5 der Reihe "Katholizismus zwischen Religionsfreiheit und Gewalt."

Band 1: ISBN: 978-3-506-76933-6: Religionsfreiheit und Pluralismus

Band 2: ISBN: 978-3-506-77405-7: Wie fand der Katholizismus zur Religionsfreiheit?

Band 3: ISBN: 978-3-506-76934-3: Religion – Gewalt –Terrorismus

Band 4: ISBN: 978-3-506-77406-4: Die Anerkennung der Religionsfreiheit auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil

Band 5: ISBN: 978-3-506-77407-1: Modelle des religiösen Pluralismus

Serie:

Ediert von Iuditha Balint and Thomas Wortmann

Die Beiträge des Bandes verstehen „Krise“ als einen zentralen Bestandteil kultureller und gesellschaftlicher Institutionen – und gleichermaßen als Ursprung und Effekt von Erzählungen: Einerseits müssen Krisenphänomene narrativ hergestellt, medien-, gattungs- und disziplinspezifisch in Szene gesetzt werden, andererseits dient die Kulturtechnik des Erzählens – nicht nur im engeren Sinne einer talking cure – der Überwindung von und dem Lernen aus Krisen. Dabei stellen Krisen in Erzählprozessen als Ereignis meist den Zeitpunkt unmittelbar vor einem Wendepunkt dar: Krisen erfordern Entscheidungen.

Medienanthropologische Szenen

Die conditio humana im Zeitalter der Medien

Ediert von Christiane Voss, Katerina Krtilova and Lorenz Engell

Die grundlegende medientheoretische Einsicht, dass Medien unsere Welt maßgeblich verändern, ließ die Kategorie ›des Menschen‹ hinter die Fokussierung auf technische Medien zurücktreten oder gar verschwinden.
Der Band hinterfragt aus medienphilosophischer Sicht die Menschenvergessenheit technikzentrierter Positionen, ohne die Medienvergessenheit der geisteswissenschaftlichen Anthropologien aus dem Blick zu verlieren. Im Mittelpunkt steht nicht die abstrakte Bestimmung eines wie auch immer zu denkenden menschlichen Wesens, sondern Fragen nach dem Wie und Wo der medialen Rahmungen und Positionierungen menschlicher Existenzweisen.

Gerechtigkeit im späten Zarenreich

Ideen, Konzepte, Wahrnehmungen

Serie:

Anna Lenkewitz-Salminen

Immer schon, und ohne dass das Thema jemals an Aktualität eingebüßt hätte, haben sich Menschen mit der Frage beschäftigt, was Gerechtigkeit sei und wie sie sich verwirklichen lasse. Das betrifft die Frage nach einem gerecht gestalteten menschlichen Zusammenleben ebenso wie die Frage nach einer angemessenen Verteilung von Gütern und Lasten, Rechten und Pflichten in einer Gesellschaft.
Letzten Endes aber ist das Nachdenken über gerechte gesellschaftliche Verhältnisse unweigerlich verbunden mit der Frage nach der Gerechtigkeit von Machtverhältnissen und damit von Herrschaft. Insbesondere für Russland spielt die Verbindung von Gerechtigkeit und Herrschaft eine bedeutende Rolle, weil man tatsächlich feststellen kann, dass Vorstellungen von Gerechtigkeit in Russland in den meisten Fällen an Herrschaft gebunden waren.