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Kunst und Dokument

Bilanz einer Debatte

Serie:

Daniel Hornuff

Seit rund fünfzehn Jahren wird das Verhältnis von Kunst und Dokument heiß diskutiert. Das Buch bilanziert diese Debatte – und stellt die Frage nach ihrem Ertrag.
So ambitioniert die Diskussion geführt wird, so unklar bleibt ihr Gewinn. Dreht sie sich einerseits um die Rolle der Kunst in der Gesellschaft, neigt sie andererseits zur Verselbstständigung. Denn aus dem Blick geraten Kunstformen, die das Dokumentarische spielerisch, mit Witz und Ironie erproben. Daniel Hornuff arbeitet die Hauptströmungen dieser Debatte heraus. Und er gewichtet sie, indem er sie in Bezug zu aktuellen künstlerischen Positionen setzt. Untersucht werden Beiträge u.a. von Boris Groys, Diedrich Diederichsen und Jacques Rancière ebenso wie Arbeiten von Lois Hechenblaikner, Martin Parr und Andri Pol.

Warmes Wasser - Weiße Ware

Energiewende im Badezimmer 1880-1939

Serie:

Nina Lorkowski

Die Arbeit untersucht den Wandel der Energienutzung im Privathaushalt am Beispiel der Körperpflege in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen dabei Geräte zur Warmwasserbereitung, die als Bestandteil komplexer Ordnungen wie Wohnen und Energieversorgung untersucht werden.
Die Autorin nimmt dabei einen Zeitraum in den Blick, als in Deutschland weder Badezimmer noch moderne Geräte zur Warmwasserbereitung bereits massenhaft im Haushalt Verbreitung gefunden hatten. Doch wurden Anwendungsmöglichkeiten für den privaten Haushalt diskutiert und ausprobiert. Auch flossen die ersten Erfahrungen von Nutzern in die Entwicklung von Geräten oder Konzepten für den Massenwohnungsbau ein. Durch die Einbeziehung von Egodokumenten und weiteren Hinweisen auf die Aneignung der Geräte im Privathaushalt kann die Weiterentwicklung insbesondere der elektrischen Warmwassergeräte als Aushandlungsprozess zwischen Herstellern, Energieversorgungsunternehmen und Nutzern beschrieben werden.

Die Deutschen und das Recht

Studien zur politischen Idee der Germanistik, 1806-1814

Serie:

Christian Lück

Viele namhafte Intellektuelle, Dichter, Juristen, Historiker, Philologen waren um 1800 von dem Gedanken besessen, dass ein deutscher Nationalstaat nur durch die Überwindung des »fremden« römischen Rechts und Wiederherstellung eines »einheimischen« Rechts erreicht werden könnte.
Noch 1846 hielt das spätere Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung Georg Beseler das Römische Recht für ein »Nationalunglück«. Damit schrieb er einen Gedanken fort, der mit Beginn der »Deutschen Bewegung« im 18. Jahrhundert vorgetragen wurde. Christian Lück untersucht den Diskurs von Justus Möser, der um 1770 Goethe und Herder wichtige Anregungen geliefert hat, über Savignys Historische Rechtsschule, die politische Romantik, Fichte, Kleist, Adam Müller, die Gebrüder Grimm bis zum Germanistentag 1846. Die Studien verstehen sich als Beitrag zur Gründungsgeschichte der Germanistik als historischer Wissenschaft des Deutschen.

Zwischen Schein und Sein

Die Magieproblematik aus der Perspektive früher Hochkulturen

Serie:

Ediert von Frank Röpke and Hubert Roeder

Inwieweit ist »Magie« eine tragfähige Kategorie für Altertumswissenschaften? Kann die Ägyptologie ohne einen solchen Begriff auskommen? Was vermag eine solche Kategorie für die Erforschung neuzeitlich-moderner Texte zu leisten?
Vorbelastet durch die ethisch-religiösen Ideale der antiken Traditionen ist »Magie« eine ebenso populäre wie diffuse Kategorie. Obwohl die jüngere Forschung betont, dass es sich bei »Magie« nur bedingt um eine eigenständige operative Kategorie handelt und die Rede davon oftmals nur ein Zugeständnis an den konventionellen Sprachgebrauch ist, wird »Magie« in der Ägyptologie und anderen Altertumswissenschaften weiterhin inflationär und undifferenziert bemüht. Ziel des vorliegenden Tagungsbandes ist eine kritische interdisziplinäre Diskussion insbesondere des traditionellen ägyptologischen Magiebegriffes.

Epiphanien

Religiöse Erfahrungen in deutschsprachiger Prosa der ästhetischen Moderne

Serie:

Hendrick Heimböckel

Seit den frühen Schriftzeugnissen ist die religiöse Erfahrung ein wesentlicher Topos von Literatur: in kosmologischen und prophetischen Texten über philosophische Dialoge bis hin zu Epos, Drama und Lyrik.
In der deutschsprachigen Prosa der Romantik zeichnet sich ein Funktionswandel von religiösen Erfahrungen ab, der sich durch die ästhetische Moderne zieht. Diesen Auswirkungen widmet sich die hier vorliegende Studie anhand der systematischen Analyse von Epiphanien in deutschsprachiger Prosa der Romantik und der 1920er bis 1950er Jahre.

Der Ṭarab der Sängersklavinnen

Ibn Faḍlallāh al-ʿUmarī (gest. 749/1349) über ǧawārī und die höfische Musikkultur seiner Zeit

Serie:

Yasemin Gökpinar

In Der Ṭarab der Sängersklavinnen gibt Yasemin Gökpinar einen Einblick in Ibn Faḍl-Allāh al-ʿUmarī’s Masālik al-abṣār fī mamālik al-amṣār (vol. 10) über Hofmusik von den Abbasiden bis zu den Mamluken mit Schwerpunkt auf den Sängersklavinnen ( qiyān). Die interdisziplinäre Studie stellt Autor und Werk vor und etabliert das Liederbuch als historische Quelle. Zudem werden unterschiedliche strukturelle und inhaltliche Aspekte kombiniert: eine Untersuchung der Liedtextüberlieferer und des soziokulturellen Kontextes des Hoflebens im Lichte von Thomas Bauer's Ambiguitätstheorie, eine musikwissenschaftliche Analyse des Verhältnisses zwischen poetischem Metrum der Lieder und ihren musikalischen Rhythmen, schließlich eine Betrachtung des Handlungsspielraumes der Sängerinnen und ihrer (relativen) Macht über ihre Besitzer durch ihre hervorragende Ausbildung und natürlichen Anlagen. In this volume Yasemin Gökpinar provides insight into Ibn Faḍl-Allāh al-ʿUmarī’s Masālik al-abṣār fī mamālik al-amṣār (vol. 10) about court music from the Abbasids to the Mamluks, with special emphasis on the subject of high ranking singing slave-girls ( qiyān). Her interdisciplinary study focuses on the author and his work, and presents the songbook as an historical source. Different aspects concerning structure and contents are combined: an investigation of the song transmitters, a study into the socio-cultural context of courtly life with an application of Thomas Bauer’s theory of ambiguity, a musicological analysis of the relation between metre of song texts and rhythmic modes in music, and finally an exploration of the singing-girls’ leeway and even power over their owners, through education.

Mystik und Idealismus: Eine Lichtung des deutschen Waldes

Akten der vom 19. bis 21. Mai 2016 im Kapitelsaal des Predigerklosters in Erfurt stattgefundenen internationalen interdisziplinären Tagung (Meister-Eckhart-Forschungsstelle am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt)

Serie:

Ediert von Andrés Quero-Sánchez

The book contains the proceedings of the conference ‘A Clearing of the German Forest: Mysticism, Idealism and Romanticism’ (“Eine Lichtung des deutschen Waldes: Mystik, Idealismus und Romantik“) (May, 19-21, 2016, Dominican Convent, Erfurt), including contributions by some of the most important representatives in this field (Jens Halfwassen, Theo Kobusch, Johann Kreuzer, José, Sánchez de Murillo, Glenn A. Magee, Markus Vinzent, Rudolf K. Weigand, Christian Danz, Markus Enders, et al.). The volume presents articles concerning the relationship of Fichte, Hegel, Hölderlin and Schelling with the most characteristic German mystics. The conference was organized in the context of the research project “A Historical, Philological and Systematic Study on Mystical Reason and its Reception in Schelling‘s Works”, funded by the German Research Foundation.

Der Band enthält die Akten der vom 19. bis 21. Mai im Kapitelsaal des Predigerklosters in Erfurt organisierten internationalen interdisziplinären Tagung „Eine Lichtung des deutschen Waldes: Mystik, Idealismus und Romantik“, mit Beiträgen von einigen der wichtigsten Forscher in diesem Gebiet (Jens Halfwassen, Theo Kobusch, Johann Kreuzer, José Sánchez de Murillo, Glenn A. Magee, Markus Vinzent, Rudolf K. Weigand, Christian Danz, Markus Enders, usw.). Gesammelt werden in diesem Band die das Verhältnis von Fichte, Hegel, Hölderlin und Schelling zu den zentralen Autoren der deutschen Mystik betreffenden Aufsätze. Die Tagung fand im Kontext des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekts „‘Der ewige Begriff des Individuums‘: Eine historisch-philologische-systematische Untersuchung der mystischen Vernunft und deren Rezeption im Werk Schellings“ statt.

Perspektiven der Philosophie

Neues Jahrbuch. Band 45 – 2019

Serie:

Ediert von Georges Goedert and Martina Scherbel

Perspektiven der Philosophie. Neues Jahrbuch eröffnet Forschern, denen die philosophische Begründung des Denkens wichtig ist, eine Publikationsmöglichkeit. Wir verstehen uns nicht als Schulorgan einer philosophischen Lehrmeinung, sondern sehen unsere Aufgabe darin, an der Intensivierung des wissenschaftlichen Philosophierens mitzuwirken. Besonders fördern wir den wissenschaftlichen Nachwuchs und laden ihn zur Mitarbeit ein. Beitragende sind Paola-Ludovika Coriando, Dagmar Fenner, Jutta Georg, Georges Goedert, Boris Hogenmüller, Christian E. W. Kremser, Rolf Kühn, Lucie Lebreton, Thorsten Lerchner, Rosa Maria Marafioti, Rudi Ott, Birger P. Priddat, Harald Seubert und Thorsten Streubel,

Serie:

Ediert von Britta Konz, Bernhard Ortmann and Christian Wetz

Postkolonialismus bezeichnet nicht nur die historische Epoche nach dem Ende der Kolonialzeit, sondern auch ein theoretisches Konzept zur Analyse von Herrschaftsverhältnissen. In der deutschsprachigen Theologie wurde dieses Konzept bisher wenig beachtet. Im zweisprachigen Sammelband Postkolonialismus, Theologie und die Konstruktion des Anderen erkunden Vertreter aller theologischen Disziplinen einschließlich der Religionswissenschaft die heuristischen Möglichkeiten, die der Postkolonialismus für ihr Fach bietet. Es geht dabei insbesondere um die Frage, wie „der Andere“ als Gegenüber eines „Wir“ konstruiert wird. Gerade in Zeiten globaler Migration und erstarkenden Rechtsextremismus muss Theologie sprachfähig bleiben, um den drängenden Fragen der Gegenwart Antwortangebote bieten zu können.

Postcolonialism refers not only to the historical epoch after the end of the colonial era, but also to a theoretical concept for the analysis of power relations. In German-speaking theology, this concept has so far received little attention. In the bilingual volume Postcolonialism, theology and the construction of the other, scholars of all theological disciplines, including religious studies, explore the heuristic possibilities that postcolonialism provides for their subject. In particular, the question is how “the other” is constructed as the counterpart of a “we”. In times of global migration and growing right-wing extremism, theology must remain capable to offer answers to the urgent questions of the present.

Die Römische Armee auf dem Oceanus

Zur römischen Seekriegsgeschichte in Nordwesteuropa

Serie:

Jorit Wintjes

Während sich Rom schon in der späten Republik zur wichtigsten Seemacht des Mittelmeers entwickelte, läßt sich erstmals im frühen Prinzipat in den Gewässern Nordwesteuropas beobachten, daß Rom das gesamte Spektrum der Operationen zur See beherrschte und Operationen unternahm, an denen hunderte von Schiffen und tausende von Mann beteiligt sein konnten. Trotz ihrer Bedeutung ist die Geschichte dieser Operationen bislang nicht systematisch aufgearbeitet worden. Die römische Armee auf dem Oceanus bietet daher zum ersten Mal einen Überblick über die Geschichte römischer Operationen zur See in Nordwesteuropa sowie eine eingehende Analyse von zwei wichtigen Operationstypen – Transportoperationen und amphibischen Angriffsunternehmungen.
While Rome became the Mediterranean’s premier sea power during the later Republic, it mastered the full spectrum of naval operations only outside the Mediterranean during the Principate, when North-Western Europe saw large-scale naval operations taking place on a regular basis, often involving hundreds of ships and thousands of men. Despite its importance however Roman naval history in North-Western Europe has never been systematically explored. Die römische Armee auf dem Oceanus offers for the first an operational history of Roman naval forces in North-Western Europe. As furthermore Roman operational procedures are rarely in the focus of scholarly attention. Die römische Armee auf dem Oceanus provides an in-depth analysis of two important large-scale naval operation types – transport operations and amphibious assaults.