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Lebensbrüche

Schicksale verfolgter Menschen des Paderborner Landes 1933-1945

Serie:

Ediert von Erik Beck

Die Verfolgung aus rassistischen, religiösen oder politischen Gründen griff zwischen 1933 und 1945 auf einen großen Teil des europäischen Kontinents über. Von dem sich zuspitzenden Terror blieb auch die deutsche Provinz nicht verschont.

Im vorliegenden Band werden in zehn Lebensgeschichten die Schicksalswege von Menschen aus dem Paderborner Land nachgezeichnet, die aus den unterschiedlichsten Gründen in die Verfolgungsmaschinerie des NS-Staates gerieten. Anhand der Schicksale werden Strukturen des Terrors sichtbar, die die Gesellschaft auch in dieser vorwiegend ländlich geprägten Region durchzogen. Daneben zeigt sich auch, dass für die Überlebenden das Leid nicht mit dem Kriegsende aufhörte. Vielfach seelisch und körperlich gezeichnet, blieb die Erinnerung an das erlittene Unrecht. Zudem mussten sie meist hart um Entschädigungen und finanzielle Hilfen kämpfen.

Serie:

Christian Funke

In Ästhetik, Politik und schiitische Repräsentation im zeitgenössischen Iran zeigt Christian Funke die Verflechtungen von Politik, Protest und schiitischer Materialität in der Islamischen Republik auf. Das Buch legt anschaulich und vielschichtig dar, wie die Proteste von 2009 und die ›Grüne Bewegung‹ mit umfassenderen Diskursen über Demokratie, Identität, Geschichte und Gegenwart sowie Religion und Politik verknüpft waren.

Funkes Argument fußt auf Interviews und intensiver Feldforschung und umfasst ein breites Themenfeld von Farben über Banknoten bis hin zu städtischer Raumordnung. Funke bietet einen neuen Ansatz zur Theorie und Methodologie von Religionsästhetik und wirft ein neues Licht auf die › Grüne Bewegung‹ , indem er die islamischen Ressourcen freilegt, mittels derer sich ihr Protest artikulierte.

In Aesthetics, Politics, and Shiʿi Representation in Contemporary Iran Christian Funke explores the entangled relationship between politics, protest and Shiʿi materiality in the Islamic Republic. He shows how the post-election protests of 2009 and the ‘Green Movement’ were part of larger discourses on democracy, identity, the present and the past, and religion and politics.

Funke’s argument is based on extensive fieldwork and interviews. He covers a broad array of topics, ranging from the interpretation of colours to the use of banknotes to the emergence of an urban spatial order. Funke offers a novel approach to the methodology and theory of material religion and by revealing the Islamic undercurrents in the ‘Green Movement’, his book provides a new and more appropriate picture of protest and religion in Iran.


Serie:

Katja Kröss

Die politische Rolle der stadtrömischen Plebs in der Kaiserzeit engages with the topical question of the political role of the Roman plebs in the imperial period and seeks to reconstruct how it may have looked in practice and how it can be defined. Detailed source criticism of Tacitus, Suetonius, Dio Cassius, and others demonstrates that the passages thematizing citizens are primarily narrative in function. This approach further sharpens our understanding of the plebs’ actual historical actions both regarding their causes, forms, and extent, as well as their attitude towards the emperors. This reappraisal allows for new insights and corrects numerous prior assessments, especially with regard to the function assigned the plebs as part of the so-called ‘system of acceptance’.

Die politische Rolle der stadtrömischen Plebs in der Kaiserzeit befasst sich mit der vieldiskutierten Frage, wie die politische Rolle der stadtrömischen Plebs in der Kaiserzeit ausgesehen haben mag und wie sie definiert werden kann. Die Autorin kann anhand intensiver Quellenkritik, insbesondere der Werke des Tacitus, Sueton und Cassius Dio, einerseits zeigen, dass die Passagen zum Volk in erster Linie eine narrative Funktion erfüllen. Andererseits ermöglicht genau dieser Zugang, die Kenntnisse über die historischen Aktivitäten zu schärfen: etwa hinsichtlich Auslösern, Formen oder Umfang, aber auch der Haltung der Plebs gegenüber den Principes. Dadurch werden neue Einblicke gewährt und etliche Positionen der bisherigen Forschung korrigiert. Als unhaltbar erweist sich insbesondere die Rolle, die der Plebs im sogenannten ,Akzeptanzsystem‘ zugesprochen wird.

Apostasie im antiken Christentum

Studien zum Glaubensabfall in altkirchlicher Theologie, Disziplin und Pastoral (4.-7. Jahrhundert n. Chr.)

Serie:

Christian Hornung

In diesem Band untersucht Christian Hornung den Glaubensabfall im spätantiken Christentum. Im Anschluss an eine umfangreiche Hinführung, in der die Apostasie in der nichtchristlichen Umwelt behandelt wird, nähert er sich dem Thema unter drei Perspektiven: Theologie, Disziplin und Pastoral. Analysiert werden theologische Erklärungsmodelle des Phänomens bei kirchlichen Autoren, seine disziplinäre Einordnung im spätantiken (Kirchen-)Recht sowie der konkrete Umgang mit Apostaten in städtischen Gemeinden.
Im Gegensatz zur bisherigen altertumswissenschaftlichen Forschung kann Hornung aufzeigen, dass die Apostasie bis weit in nachkonstantinische Zeit eine grundlegende Anfrage an das sich etablierende Christentum bleibt. Die Anlage der Arbeit erlaubt zudem neue Einblicke in das Verhältnis von altkirchlichem Recht und Pastoral.

In this volume, Christian Hornung examines the abandonment of faith in the Christianity of Late Antiquity. After an extensive introduction dealing with apostasy in the non-Christian world he approaches the subject from three perspectives: theology, church discipline and pastoral care. Hornung analyses the theological explanatory models of different ecclesiastical writers concerning apostasy, early (Canon) Law and concrete examples of apostates in urban parishes.
In contrast with prior classical and patristic scholarship, he points out that apostasy remains a fundamental problem for Christianity in the time after Constantine the Great. Furthermore, the special composition of Hornung’s work delivers new insights into the relationship between early Canon Law and pastoral care.

Die Rifāʽīya aus Damaskus

Eine Privatbibliothek im osmanischen Syrien und ihr kulturelles Umfeld

Serie:

Boris Liebrenz

In Die Rifāʽīya spürt Boris Liebrenz der Buchkultur des Osmanischen Syrien (16. - 19. Jahrhundert) durch den Fokus der einzig überlebenden Privatbibliothek der Epoche nach. Er fragt nach der Produktion und Transmission von Wissen sowie dem sozialen Hintergrund der Leserschaft im Zeitalter der Handschrift. Studien der arabischen Bibliotheksgeschichte haben oft nur das Mittelalter in den Blick genommen und basierten fast ausschließlich auf literarischen Quellen. Dies ist die erste Monographie, die eine einzige Region während der Osmanischen Periode in den Fokus nimmt und deren auf uns gekommene Handschriften und Notizen ihrer Leser und Besitzer systematisch als dokumentarische Quelle benutzt. So erhellt sie die materiellen, rechtlichen und sozialen Voraussetzungen von Buchbesitz und Lesepraxis.

In Die Rifāʽīya Boris Liebrenz explores the book culture of Ottoman Syria (16th to 19th century), using the only surviving Damascene private library of the time as a vantage point. He asks about the production and transmission of knowledge as well as the social background of the reading audience in a manuscript age.
Scholarship on Arabic libraries has often focussed on the medieval period and relied nearly exclusively on literary accounts. This is the first book-length study that focuses on a single region in the Ottoman period and systematically uses the vast number of surviving manuscripts as a documentary source by means of the notes left by their readers and possessors. Thus, it sheds light on the material, juridical, and social basis of book-ownership and reading.