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Serie:

Christian Funke

In Ästhetik, Politik und schiitische Repräsentation im zeitgenössischen Iran zeigt Christian Funke die Verflechtungen von Politik, Protest und schiitischer Materialität in der Islamischen Republik auf. Das Buch legt anschaulich und vielschichtig dar, wie die Proteste von 2009 und die ›Grüne Bewegung‹ mit umfassenderen Diskursen über Demokratie, Identität, Geschichte und Gegenwart sowie Religion und Politik verknüpft waren.

Funkes Argument fußt auf Interviews und intensiver Feldforschung und umfasst ein breites Themenfeld von Farben über Banknoten bis hin zu städtischer Raumordnung. Funke bietet einen neuen Ansatz zur Theorie und Methodologie von Religionsästhetik und wirft ein neues Licht auf die › Grüne Bewegung‹ , indem er die islamischen Ressourcen freilegt, mittels derer sich ihr Protest artikulierte.

In Aesthetics, Politics, and Shiʿi Representation in Contemporary Iran Christian Funke explores the entangled relationship between politics, protest and Shiʿi materiality in the Islamic Republic. He shows how the post-election protests of 2009 and the ‘Green Movement’ were part of larger discourses on democracy, identity, the present and the past, and religion and politics.

Funke’s argument is based on extensive fieldwork and interviews. He covers a broad array of topics, ranging from the interpretation of colours to the use of banknotes to the emergence of an urban spatial order. Funke offers a novel approach to the methodology and theory of material religion and by revealing the Islamic undercurrents in the ‘Green Movement’, his book provides a new and more appropriate picture of protest and religion in Iran.


Geschichtsschreibung und Sinngeschichte in Iran

Historische Erzählungen von mongolischer Eroberung und Herrschaft, 1933-2011

Serie:

Anja Pistor-Hatam

Bis heute werden die Eroberungen und die Herrschaft der Mongolen von vielen Iranerinnen und Iranern als traumatisches Ereignis oder gar als „Genozid“ angesehen. Diese Einschätzung spiegeln auch die im Iran der Pahlavizeit und der Islamischen Republik publizierten Monographien und Artikel zur Mongolenzeit wider, die vor allem als Lehrbücher an Schulen und Hochschulen verwendet werden. Daher besteht der wesentliche Ansatz in Anja Pistor-Hatams Analyse dieser historischen Erzählungen im Sinn, den ihre Autorinnen und Autoren den kontingenten Ereignissen dieser Epoche geben. Dabei bedienen sie sich vielfach Kohärenzfiktionen, die der Konstruktion von (nationaler) Identität und Selbstgewißheit dienen, wie der Vorstellung vom Phönix aus der Asche: niemals wird eine fremde Macht „Iran“ zerstören können, da es sich selbst nach dem „Mongolensturm“ in neuem Glanz wieder erhob.

The thirteenth-century Mongol invasions and their aftermath are largely seen as traumatic and even regarded as genocide by many Iranians. This is seen in the many texts on the subject published during the Pahlavi era and the Islamic Republic. In her book, Anja Pistor-Hatam takes a close look at these historical narratives and the meanings their authors give to the central events of this period. She explains how Iranian authors use fictions of coherence to construct their national identity as well as reassure themselves that there could never again be a power capable of destroying Iran.