Nach Titel durchsuchen

Lebensführungen

Eine Medien- und Kulturgeschichte der Beratung

Eva Schauerte

Wir leben in einer Beratungsgesellschaft, so eine häufige Beobachtung. Dass es sich bei der hier konstatierten Allgegenwart von Beratung jedoch keineswegs um ein ausschließlich modernes oder gar postmodernes Phänomen handelt, zeigt diese tiefergehende Medien- und Kulturgeschichte des Konsiliarischen.
Die Geschichte der Beratung funktioniert nicht als geradlinige Fortschritts- und Rationalisierungsgeschichte. Entlang einer Reihe von Einzelbetrachtungen aus unterschiedlichen historischen Epochen führt die Autorin vor, dass sich hinter der vielfach beobachteten „Ratlosigkeit der Moderne“ ein konsiliarisches Dispositiv verbirgt, innerhalb dessen die Beratung den als erhöht wahrgenommenen Beratungsbedarf überhaupt erst erzeugt.

Serie:

Ansgar Lorenz and Antonio Roselli

Philosoph und Antiphilosoph, Bürgerschreck, Schriftsteller und Vordenker der französischen Revolution – Jean-Jacques Rousseau ist das und noch viel mehr.

Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) ist eine zentrale Figur der europäischen Aufklärung, auch dann, wenn er als ihr Gegner auftritt. Sein Werk zeichnet die Grundlinien der Kultur- und Fortschrittskritik vor, die das Selbstverhältnis der Moderne präsentiert. Zugleich liefert er unzählige Sehnsuchtsmotive, die noch immer gesellschaftliche Utopien und Dystopien durchziehen. Als Politischer Denker entwarf Rousseau eine wirkmächtige Version des Gesellschaftsvertrags, als Pädagoge revolutionierte er unser Verständnis von Kindheit und Erziehung. In seinen autobiographischen Schriften entblößt er sich auf schonungslose Weise und wurde auch hier zum Modell für Generationen von Schriftstellern. Durch die Darstellung der zentralen Texte und Ideen Rousseaus bietet die vorliegende, reichhaltig illustrierte Einführung Einblicke in das Schaffen dieses außergewöhnlichen Philosophen.

Beatrice Kobow

Der Teppich der Kultur und Sprache, der Praxen und Normen, der Ideen, Geschichte und Wissenschaften, der den Hintergrund unserer Gegenwart bildet, ist an vielen Stellen zerschlissen und in einem Zustand der Auflösung begriffen. Unser ganzes Handeln ist darauf gerichtet, diesen Teppich zu restaurieren.
Vor welchem Hintergrund ist Handeln uns möglich und wie ist dieser Handlungshintergrund offen für unsere handelnde Einflussnahme? Dieses Buch untersucht Als-ob-Strukturen nach Hans Vaihinger und fügt sie ein in die Rekonstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit nach John R. Searle, denn ein heuristischer Fiktionsbegriff ist zur Erklärung des Handlungshintergrundes unerlässlich.

Von Grund zu Grund

Zum Zusammenhang von Denken und Wissen bei Wilfrid Sellars

Anke Breunig

Wie ist Wissen begründet? Wie bezieht sich Geist auf die Welt? Nach der hier ausgearbeiteten neuen Interpretation von Wilfrid Sellars’ Kritik am „Mythos des Gegebenen“ gehören beide Fragen zusammen.
Dieses Buch möchte zeigen, dass sich fundamentalistische Antworten auf beide Fragen der Idee des Gegebenen bedienen, eine gemeinsame Struktur besitzen und aus den gleichen Gründen zurückzuweisen sind. Die Autorin vertritt eine weite Lesart des Mythos vom Gegebenen und entwickelt im Ausgang von Sellars ein neues Argument gegen das Gegebene. Auch diskutiert sie mit Sellars’ Theorie sprachlicher Bedeutung eine alternative Antwort auf die Frage nach der Beziehung zwischen Geist und Welt.

Ediert von Christoph Jamme and Kristin Drechsler

Was haben Tim und Struppi oder Die drei ??? mit Philosophie zu tun? Ist Mode philosophisch? Seit dem Sommersemester 2004 findet an der Leuphana Universität Lüneburg die Vorlesungsreihe 10 Minuten Philosophie statt. Der vorliegende Band versammelt ein Best­of der letzten Jahre und lädt dazu ein, in das weite Feld des philosophischen Nachdenkens einzutauchen.

Aus dem Inhalt: // Schlagfertigkeit // Überlegungen zu einer Philosophie der Mode // Von der Endlichkeit // Vom Träumen // Heideggers Schwarze Hefte // Davos ohne Legende? – Zur Disputation zwischen Ernst Cassirer und Martin Heidegger 1929 // Wissen und Gewissheit. Oder: Wann ist der Zweifel überflüssig? // Lügen – eine Kunst? // Foucault und die nukleare Dimension der Biopolitik // Hans Blumenberg. Metaphorologie – Unbegrifflichkeit // Über Grenzen zwischen Mensch und Tier // Was geht uns der Tod an? // Es könnte auch anders sein – Was wir vom Spiel für wissenschaftliche Erkenntniswege lernen können // Lebhafte Arte fakte oder Wenn Roboter Hände schütteln // California Thinking – Die drei ??? als Medienphilosophen // Tim und Struppi im Land der Philosophen

Präzision und Prägnanz

Logische, rhetorische, ästhetische und literarische Erkenntnisformen

Gottfried Gabriel

Erkenntnis wird weitgehend mit propositionalem Wissen gleichgesetzt und damit am Begriff der begründeten wahren Aussage festgemacht. Diesem Wissensbegriff werden weitere Erkenntnisformen an die Seite gestellt. Die Entfaltung eines derartigen pluralistischen Erkenntnisbegriffs besagt, dass es unterschiedliche Erkenntnisformen gibt, die einander zu einer umfassenden Weltorientierung ergänzen. Ein solcher Pluralismus ist daher kein Relativismus, sondern ein Komplementarismus. Die einzelnen Erkenntnissweisen werden in ihren jeweiligen Besonderheiten untersucht. Die Bandbreite reicht von präziser logischer Argumentation bis hin zu prägnanter ästhetischer Vergegenwärtigung – im spannungsreichen Feld von Logik, Rhetorik, Ästhetik und Poetik.

Was sind und wie existieren Personen?

Probleme und Perspektiven der gegenwärtigen Forschung

Serie:

Ediert von Jörg Noller

Der philosophische Begriff der Person ist komplex, da er verschiedene Dimensionen in sich vereint. Neben der theoretischen Dimension von Personen – ihrer Ontologie, Identität und Persistenz – ist es gerade die praktische Dimension – ihre Autonomie und Würde –, die Personen auszeichnet. Ontologische und praktische Dimension hängen im Begriff der Person aufs Engste zusammen, so dass sie sich eigentlich nur schwer isolieren und unabhängig voneinander betrachten lassen. Ein umfassender und integrativer Personbegriff, der beide Dimensionen in einen systematischen Bezug setzt und in ihrem Verhältnis transparent macht, darf nach wie vor als ein Desiderat der philosophischen Forschung gelten. Dieser Band vereint Beiträge der neueren internationalen Debatte, die sich der verschiedenen Dimensionen des Personbegriffs annehmen, und bringt sie in ein systematisches Gespräch.

Das sogenannte Recht auf Nichtwissen

Normatives Fundament und anwendungspraktische Geltungskraft

Ediert von Gunnar Duttge and Christian Lenk

Spätestens mit Inkrafttreten des Gendiagnostikgesetzes wird in Recht, Ethik und Genetik verstärkt diskutiert, wie das dort dem Grunde nach anerkannte „Recht auf Nichtwissen“ in den jeweiligen konkreten Anwendungskontexten rechtspraktisch operationalisiert werden kann. Vor diesem Hintergrund etablierte sich eine vom BMBF geförderte Göttinger Projektgruppe (2013–2015), die sich aus renommierten Vertretern der Fachdisziplinen Ethik, Humangenetik, Genetischer Psychiatrie und Recht zusammensetzte. Ihr Ziel war es, unter besonderem Fokus auf die aktuellen bzw. absehbaren technologischen Entwicklungen der modernen Gensequenzierung den zentralen Wertekonflikt im Spannungsfeld von „Autonomie“ und „ärztlicher Fürsorge“ interdisziplinär und systematisch unter anderem auf Grundlage einer begleitenden Fragebogenstudie zu analysieren. Dieser Band bündelt die wesentlichen Erkenntnisse der einzelnen Forschungsdisziplinen; zudem beziehen weitere namhafte Experten zu den Ergebnissen und aktuellen Entwicklungen vertiefend Stellung.BR/>

Ralf Stoecker

Die Würde des Menschen ist unantastbar. – Trotz ihrer prominenten Rolle im Grundgesetz und in vielen anderen Dokumenten nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die moderne Philosophie lange Zeit nur wenig um die Menschenwürde gekümmert. Erst als um die Jahrtausendwende herum die Würde von Embryonen zur Diskussion stand, zeigte es sich, wie spannend und schwierig es ist, ein angemessenes philosophisches Verständnis der Menschenwürde zu finden.
Dieses Buch basiert auf drei Grundgedanken: dass die Menschenwürde aus ihren Verletzungen heraus verstanden werden muss, dass wir sie in ihrem historischen Kontext betrachten sollten und dass es vor allen Dingen wichtig ist, ihre vielfältige Verwendung in unterschiedlichen Feldern der Angewandten Ethik zu untersuchen. Entsprechend vereint das Buch theoretische philosophische Überlegungen mit konkreten Untersuchungen zu öffentlich vieldiskutierten Themen wie Hirntod, assistiertem Suizid, Todesstrafe und Ehrenmord. Reflexionen zur Würde des Kindes, des Alters und des Sterbens bilden den Abschluss des Buches.
Dabei erweist es sich, dass der Menschenwürde eine unverzichtbare Rolle in der Ethik zukommt, weil sie die Bedeutung eines für jedermann geltenden Schutzes vor Erniedrigungen ausdrückt, und damit für uns alle einen – vielleicht sogar den – Kern unseres moralischen Status formuliert.

Franz von Kutschera

Wir erleben heute einen deutlichen Wandel in den Interessen und im Selbstverständnis der Philosophie. Diese Geschichte der Philosophie ist eine Geschichte der philosophischen Erkenntnis und keine narrative Darstellung von philosophischen Epochen oder Schulen. Damit trägt sie dem gegenwärtigen Interesse an analytischer Durchdringung zentraler philosophischer Fragen Rechnung und unterscheidet sich von vorliegenden Philosophiegeschichten.
Im Rückblick auf die lange Tradition der Philosophie wird die Genese wichtiger Einsichten und ihre Weiterführung in Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, Religionsphilosophie, Ethik u.a. dargestellt. So verbindet sich das systematische mit dem historischen Interesse: Es werden die großen Zusammenhänge, Tendenzen, Parallelen und Unterschiede herausgearbeitet. Der systematische Standpunkt kann nur der der Gegenwart sein, und so fordert diese Philosophiegeschichte den Leser zur kritischen Prüfung von Gewicht und Tragfähigkeit der entwickelten Argumente und Einsichten auf.