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Gewalt und Unmaking in Lucans Bellum Civile

Textanalysen aus narratologischer, wirkungsästhetischer und gewaltsoziologischer Perspektive

Serie:

Hans-Peter Nill

In Gewalt und Unmaking in Lucans Bellum Civile entwickelt Hans-Peter Nill einen theoretischen Zugang zu zentralen Gewaltdarstellungen in Lucans Bürgerkriegsepos. Hierfür verknüpft er narratologische, wirkungsästhetische und soziologische Theorien und Methoden. Im Zentrum der Analysen stehen die Formen und Modalitäten der narrativ repräsentierten Gewalt. Ziel ist, ‚Lucanische Gewalt‘ als vielschichtiges, offenes Gebilde herauszustellen und sich von einer Reduzierung auf vermeintlich ‚typische‘ Partien zu distanzieren. Die Studie unternimmt den Versuch aufzuzeigen, dass über den Hebel der Gewalt erzählte Welt ( fabula) und narrative Repräsentation ( story) in eine dynamische Wechselwirkung treten, und so illusionsdurchbrechende Wirkung erzeugt wird. Insgesamt wird Unmaking an Aspekten wie Ästhetik und Zerstückelung, Verdichtung, Tension, Suspense und Exzess exemplarisch aufgezeigt.

In Gewalt und Unmaking in Lucans Bellum Civile Hans-Peter Nill offers a theoretical approach to essential narrative representations of violence in Lucan’s civil war epic, combining theories and methods of narratology, reception aesthetics, and sociology. The focus of the analyses lies on the configurations and modes of violence as represented in the text. The objective is to present ‘Lucanesque violence’ as a multifaceted, open structure, instead of reducing it to allegedly ‘typical’ scenes. The study aims to demonstrate that the narrated world ( fabula) and its narrative representation ( story) become dynamically intertwined by means of violence, which has a disturbing effect on narrative immersion. Altogether, Unmaking is exemplified by aspects such as aesthetics and mutilation, densification, tension, suspense,and excess.

Serie:

Regula Forster

Wissensvermittlung im Gespräch ist die erste Monographie über die Verwendung der Dialogform in der arabischen Literatur. Regula Forster untersucht dazu ein umfangreiches Korpus klassisch-arabischer Dialoge ganz unterschiedlichen Inhalts (Religion, Jurisprudenz, Alchemie, Geschichte etc.) aus der Zeit zwischen dem 8. und der Mitte des 11. Jahrhunderts. Sie zeigt auf, dass arabische Dialoge nicht einfach als dialogisierte Abhandlungen zu verstehen sind. Vielmehr erschaffen Dialoge eigene literarische Universen, indem sie Figuren in Zeit und Raum agieren lassen und spezifische Formen der Argumentation und Textstrukturierung verwenden. Durch die spezifische literarische Form des wissensvermittelnden Dialogs wird auch der Inhalt der Texte gelenkt.

This is the first book-length study about the usage of the form of literary dialogue in Arabic literature. Regula Forster studies an extensive corpus of Classical Arabic didactic dialogues on very different subjects (religion, jurisprudence, alchemy, history, etc.) from the 8th to the mid-11th centuries.
She shows that Arabic dialogues are by no means dialogised treatises. Rather, they create a literary universe of their own. In this universe, figures are shown to be acting and speaking in time and space. Therefore, the dialogues use specific forms of argumentation and structuring. Through the use of the literary form of dialogue the content of these texts is shaped and the knowledge presented channelled.

Serie:

Jacob Langeloh

In Erzählte Argumente. Exempla und historische Argumentation in politischen Traktaten c. 1265–1325, Jacob Langeloh describes how medieval political writers around the year 1300 employed historical arguments.
Scholastic authors are commonly thought to be oblivious to history. This study shows that they not only showed great respect for historical arguments, but that they also displayed a refined technique in using them. In addition to case studies ranging from Thomas Aquinas to Dante Alighieri and up to Marsilius of Padua, Jacob Langeloh also offers a functional description of both Exempla and narrated historical argument.

Der Essay als Universalgattung des Zeitalters

Diskurse, Themen und Positionen zwischen Jahrhundertwende und Nachkriegszeit

Serie:

Ediert von Michael Ansel, Jürgen Egyptien and Hans-Edwin Friedrich

Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Essay-Forschung wieder in Bewegung geraten. Während ältere Untersuchungen auf einen Überblick der Gattungsgeschichte fixiert waren, hat sich nunmehr das Postulat einer notwendigen Historisierung der Essayproduktion durchgesetzt. Zugleich ist die Einsicht in die besondere Bedeutung des Reflexionsmediums Essay für die gattungsauflösende literarische Moderne und die durch vielfältige Medieninnovationen geprägte Postmoderne gewachsen. Daher begreift der Sammelband, der sich bewusst von gängigen literaturgeschichtlichen Epochengliederungen abgrenzt, den bis heute in fast unüberschaubarer Vielfältigkeit auftretenden Essay als Universalgattung des Zeitalters. Präsentiert werden neben bereits bekannte(re)n Autoren auch solche, deren einschlägiges Werk bislang kaum Aufmerksamkeit erregt hat. Die behandelten Essays werden unter vier systematischen Fragestellungen diskutiert: Gattung und Form, kognitive Aspekte, Themenspektrum und institutionelle Verortung sowie Medialität.

"Nach der Mauer der Abgrund"?

(Wieder-)Annäherungen an die DDR-Literatur

Serie:

Ediert von Norbert Otto Eke

Die Beiträge des vorliegenden Bandes unterziehen eingeführte Diskurs- und Argumentationslinien der Forschung zur DDR-Literatur einer kritischen Relektüre. Im zeitlichen Anstand von nun bald einem Vierteljahrhundert zum Fall der Mauer richten sie noch einmal den Blick auf Formierungen normativen Handelns im Umgang mit Literatur und damit den Voraussetzungen von Wertungen innerhalb der Literaturgeschichtsschreibung, ihren Bedingungen, Ausprägungen, Konzepten und ihrem Wandel. Zugleich damit stellen sie Fragen der Gattungsentwicklung und Beobachtungen zu diskursiven Leitvorstellungen, ästhetischen und politischen Kontexten der frühen SBZ/DDR-Zeit zur Diskussion. Einen dritten Schwerpunkt der Auseinandersetzung bilden darüber hinaus die späte DDR-Literatur und die Literatur um die Wende herum mit ihren literarischen Inszenierungen von Traumata, (Ab-)Brüchen und Neuanfängen. Den Abschluss bilden drei Fallstudien zu Franz Fühmanns fragmentarischem Prosatext Im Berg und Uwe Tellkamps Roman Der Turm.

Serie:

Ediert von Stefanie Arend, Thomas Borgstedt, Nicola Kaminski and Dirk Niefanger

Der Band basiert auf einer Tagung, die die Internationale Andreas Gryphius-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Department Germanistik und Komparatistik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vom 20. bis 23. September 2005 in Erlangen durchgeführt hat. Angeregt durch neue kulturwissenschaftliche Fragestellungen, nehmen die Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen die Ästhetik komisierender Verfahren in Literatur und Bild des 17. Jahrhunderts in den Blick. Sie beschäftigen sich mit semiotischen und materialen Erscheinungsformen des Komischen in unterschiedlichen Textsorten, mit poetischen und poetologischen Fragestellungen und diskutieren Probleme der Inszenierung des Komischen sowie Möglichkeiten seiner Grenzbestimmung. Immer wieder gerät dabei die virulente Frage nach der Rezeption des Komischen ins Zentrum des Interesses.

Serie:

Ediert von Marianne Henn and Holger A. Pausch

In opposition to an essentialist conceptualization, the social construct of the human body in literature can be analyzed and described by means of effective methodologies that are based on Discourse Theory, Theory of Cultural Transmission and Ecology, System Theory, and Media Theory. In this perspective, the body is perceived as a complex arrangement of substantiation, substitution, and omission depending on demands, expectations, and prohibitions of the dominant discourse network. The term Body-Dialectics stands for the attempt to decipher – and for a moment freeze – the web of such discursive arrangements that constitute the fictitious notion of the body in the framework of a specific historic environment, here in the Age of Goethe.