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Epiphanien

Religiöse Erfahrungen in deutschsprachiger Prosa der ästhetischen Moderne

Serie:

Hendrick Heimböckel

Seit den frühen Schriftzeugnissen ist die religiöse Erfahrung ein wesentlicher Topos von Literatur: in kosmologischen und prophetischen Texten über philosophische Dialoge bis hin zu Epos, Drama und Lyrik.
In der deutschsprachigen Prosa der Romantik zeichnet sich ein Funktionswandel von religiösen Erfahrungen ab, der sich durch die ästhetische Moderne zieht. Diesen Auswirkungen widmet sich die hier vorliegende Studie anhand der systematischen Analyse von Epiphanien in deutschsprachiger Prosa der Romantik und der 1920er bis 1950er Jahre.

Poetik der Nation

Englishness in der englischen Romantik

Serie:

Ulrike Kristina Köhler

This comparative study focuses on the manifestations of Englishness in various literary genres of English Romanticism. Political essays, travelogues, the Gothic novel and balladry are scrutinized from a production-oriented and context-sensitive perspective and through an imagological lens. This book centres around the interplay between national stereotypes and genre-specific (and nationally unspecific) tropes and conventions. Attention is given to the implied reader, cultural knowledge, the narrative situation and to focalization, as well as lyric-specific elements. The book demonstrates how narratology, cultural memory studies, reception theory, rhetoric and text linguistics can be integrated more effectively into the toolkit of imagology. This will allow national images to be deconstructed in a more fine-grained manner.

Diese vergleichende Fallstudie richtet den Blick auf die Erscheinungsformen von Englishness in Gattungen der englischen Romantik. Aus einer produktionsästhetischen wie kontextbewussten Perspektive legt sie den politischen Essay, den Reisebericht, die Gothic novel und die Ballade unter das imagologische Mikroskop. Dabei gilt das Interesse dem Zusammenspiel von nationalen Stereotypen und Topoi mit Gattungselementen ohne nationale Konnotation. Der Adressat, kulturelles Wissen, Erzählsituation und Fokalisierung sowie lyrikspezifische Elemente stehen dabei im Fokus. In theoretischer Hinsicht zeigt dieses Buch, wie sich das Handwerkszeug der Narratologie, der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung, der Rezeptionsästhetik, der Rhetorik und der Textlinguistik weit stärker als bisher gewinnbringend in das Analyseinstrumentarium der Imagologie integrieren lässt. So lassen sich nationenbezogene Bilder zukünftig nuancierter nachzeichnen und im Zuge dessen besser dekonstruieren.

Gespielte Träume und Traumspiele

Traumdarstellungen in der Dramatik des 20. und 21. Jahrhunderts

Serie:

Kristina Höfer

Der Traum hält für das Drama seit jeher ein besonderes Potenzial bereit. In Theaterstücken kann ein Traum erzählt, szenisch präsentiert oder als übergreifender Darstellungsmodus eingesetzt werden. Er eignet sich zur Motivierung der Handlung genauso wie zur dramatischen Selbst-bespiegelung oder als Formprinzip.
Ausgehend von August Strindbergs Ett drömspel (1902) untersucht die literaturwissenschaftliche Studie auf der Basis eines breiten Textkorpus Traumdarstellungen in Theatertexten ab 1900. In detaillierten Einzel-analysen repräsentativer Traumspiele von Werner Fritsch, Emine Sevgi Özdamar und Peter Handke zeigt das Buch zudem die selbstreflexiven und intertextuellen Dimensionen von dramatischen Traumdarstellungen auf und spürt dem engen Zusammenhang von Traum und Memoria nach.

Shakespeare as German Author

Reception, Translation Theory, and Cultural Transfer

Serie:

Ediert von John A. McCarthy

Shakespeare as German Author, edited by John McCarthy, revisits in particular the formative phase of German Shakespeare reception 1760-1830. Following a detailed introduction to the historical and theoretical parameters of an era in search of its own literary voice, six case studies examine Shakespeare’s catalytic role in reshaping German aesthetics and stage production. They illuminate what German speakers found so appealing (or off-putting) about Shakespeare’s spirit, consider how translating it nurtured new linguistic and aesthetic sensibilities, and reflect on its relationship to German Geist through translation and cultural transfer theory. In the process, they shed new light, e.g., on the rise of Hamlet to canonical status, the role of women translators, and why Titus Andronicus proved so influential in twentieth-century theater performance.

Contributors are: Lisa Beesley, Astrid Dröse, Johanna Hörnig, Till Kinzel, John A. McCarthy, Curtis L. Maughan, Monika Nenon, Christine Nilsson.

Boccaccio deutsch

Die Dekameron-Rezeption in der deutschen Literatur (15. – 17. Jahrhundert)

Serie:

Luisa Rubini Messerli

Auf der Basis einer neuen Sichtung der italienischen, lateinischen und deutschsprachigen Überlieferung in Handschrift und Druck hat diese Studie zum Ziel, die Frühphase der Boccaccio-Rezeption im deutschsprachigen Raum neu zu schreiben. Zwei Phasen zeichnen sich ab: Einer ersten, humanistischen, die in den 1460er Jahren einsetzt und über lateinische Zwischenstufen verläuft, folgt eine zweite, populäre, in der die Novellen in der Mehrheit aus Kompilationen gezogen sind. Die Publikation des um 1476/77 ins Deutsche übertragenen Dekameron situiert sich dazwischen. Ältere und neuere Fragestellungen um die Diffusion der Novellen und den Kulturtransfer zwischen Italien und Deutschland, um Figuren wie Niklas von Wyle, Arigo, Albrecht von Eyb und seine Paveser Universitätskommilitonen sowie Georg Wickram werden hier aufgegriffen und neu beantwortet. Die Analyse der Novellen, die vereinzelt gedruckt wurden, dabei bleibt die in der Forschung am meisten untersuchte “Griseldis” im Hintergrund, während sich “Guiscard und Sigismunde” als der rote Faden durch mehrere Kapitel zieht – schließt mit der anonymen Übersetzung der “Francisca”-Novelle ( Dekameron IX,1), einem Neufund, ab. Band zwei bietet, neben einem umfassenden Katalog der handschriftlichen und gedruckten Novellen, ihre philologisch-kritische Textedition neben einer Neuausgabe von Wyles Übertragung von Dekameron IV,1 sowie der “Cymon”-Novelle von Johann Haselberg (1516).

Reinhard Jirgl

Perspektiven, Lesarten, Kontexte

Serie:

Ediert von David Clarke and Arne De Winde

Diese Aufsatzsammlung mit Originalbeiträgen deutscher, britischer, belgischer und amerikanischer Germanistinnen und Germanisten ist das erste Buch zum literarischen Werk von Reinhard Jirgl, einem der eigensinnigsten deutschen Autoren der Gegenwart. Seine Romane setzen sich mit den Schrecken der deutschen Geschichte im zwanzigsten Jahrhundert auseinander und malen ein ähnlich düsteres Bild der Bundesrepublik nach der Jahrtausendwende. Diese kritische Spurensuche schlägt sich auch in einer intensiven Arbeit an der Sprache nieder, die das Schriftbild zum zentralen Element des Leseerlebnisses macht. Die Beiträge in diesem Band behandeln wichtige Themen in Jirgls literarischen und essayistischen Texten und besprechen alle veröffentlichten Romane des Autors bis einschließlich ABTRÜNNIG (2005). Der Band enthält auch ein Gespräch mit Reinhard Jirgl und eine ausführliche Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur. Diese Veröffentlichung in der Reihe German Monitor soll den Grundstein für die weitere Forschung zum Werk dieses Autors legen und auch für Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler sowie Studierende von Interesse sein, die sich mit der deutschen Gegenwartsliteratur beschäftigen.

Textmaschinenkörper

Genderorientierte Lektüren des Androiden

Serie:

Ediert von Eva Kormann, Anke Gilleir and Angelika Schlimmer

Textmaschinenkörper ist ein Neologismus, aufgebaut aus drei Lexemen, die, auf unterschiedliche Weise zu Neukombinationen verbunden – Textmaschine, Maschinenkörper, Textkörper –, jeweils das Sprachliche, Mechanische oder Leibliche betonen. Das Hyperonym der einzelnen Wörter ist indes Konstruktion: Texte, Maschinen und Körper sind Artefakte, deren Herstellungsgeschichte und Wirkung zwar sehr unterschiedlich sein kann, aber deren Signum der menschlichen Konstruktion sie jeweils zu Elementen der Kulturpraxis im weitesten Sinn macht und deren Bedeutung immer wieder neu erfasst werden muss. Die unter dem Titel “Textmaschinenkörper” gesammelten Aufsätze befassen sich mit der Darstellung des Maschinenkörpers in literarischen, filmischen und digitalen Texten. Sie analysieren Körper-, Geschlechter- und Menschenkonstruktionen, die auf einer Skala von Medien, vom schriftlich fixierten literarischen Text bis zur digitalen Vorstellung im Computerspiel, repräsentiert und thematisiert werden. Der Band präsentiert erstmals dezidiert genderorientierte Analysen zum Motiv des künstlichen Menschen vor allem zur deutschsprachigen Literatur – von Automaten in der Dichtung des Mittelalters über Marionetten, Puppen und Automaten in der Romantik und in der Literatur des fin de siècle bis hin zu aktuellen Reflexionen über Körper, Technik und Reproduktion – und zur Variation des Motivs im Film des 20. Jahrhunderts – von Metropolis bis Matrix.

Boccaccio und die deutsche Novellistik

Formen der Transposition italienischer ,novelle’ im 15. und 16. Jahrhundert

Serie:

Ursula Kocher

Im allgemeinen gilt Goethe für den deutschen Sprachraum nach wie vor als der Begründer einer deutschen Novellistik, obwohl vermehrt darauf hingewiesen wird, daß es bereits vor ihm Erzähltexte gab, die als Novellen eingestuft werden können. Was theoretisch nicht reflektiert oder zumindest nicht als Phänomen erkannt wurde, wird suggeriert, gab es im deutschsprachigen Raum nicht. Diese Arbeit zeigt, daß in der großen Lücke zwischen 1353, dem Jahr, in dem Boccaccio sein Decameron und damit die erste große nachantike europäische Novellensammlung vollendete, und 1795, dem Erscheinungsjahr von Goethes Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten, in der Tat produktive Auseinandersetzungen mit der novellistischen Art des Erzählens nach dem italienischen Muster entstanden. Untersucht und analysiert werden deutschsprachige Transpositionsformen italienischer Novellistik. Die narratologischen Analysen von Texten des 15. und 16. Jahrhunderts machen deutlich, daß die Gattung Novelle nicht über genaue Textmerkmale bestimmbar, sondern mit einer bestimmten Erzählweise verknüpft ist. Damit wird in dieser Abhandlung der Versuch unternommen, eine Textsorte als spezifische, in Diskurse eingebundene Kommunikationsform wahrzunehmen.

Serie:

Ediert von Marianne Henn and Holger A. Pausch

In opposition to an essentialist conceptualization, the social construct of the human body in literature can be analyzed and described by means of effective methodologies that are based on Discourse Theory, Theory of Cultural Transmission and Ecology, System Theory, and Media Theory. In this perspective, the body is perceived as a complex arrangement of substantiation, substitution, and omission depending on demands, expectations, and prohibitions of the dominant discourse network. The term Body-Dialectics stands for the attempt to decipher – and for a moment freeze – the web of such discursive arrangements that constitute the fictitious notion of the body in the framework of a specific historic environment, here in the Age of Goethe.

Künstler-Bilder

Zur produktiven Auseinandersetzung mit der schöpferischen Persönlichkeit

Serie:

Ediert von Hans Ester, Guillaume van Gemert and Christiaan Janssen

Bereits in der Antike entwickelte sich eine Metakunst, die die Kunst und das Künstlertum selber zum Objekt von Kunstäusserungen machte. In der Zeit der Postmoderne ist die Thematisierung realer Kunst und realer Künstlergestalten in der Kunst nicht mehr wegzudenken. Künstler-Bilder vereint zehn Aufsätze, die sich mit literarischen Werken befassen, in denen der Autor sich historischen Künstlergestalten zuwendet, um sich so in ihnen zu spiegeln. Objekt der Darstellung sind Musiker, bildende Künstler und, vor allem, Dichter. Zeitlich reicht das Spektrum von Jakob Michael Reinhold Lenz’ Umgang mit Goethe als verehrtem Vorbild im 18. bis zu Hanns-Josef Ortheils eigenwilliger Sicht aus dem späten 20. Jahrhunderts auf die römischen Abenteuer Goethes. Ihm treten Mörike und Mozart, Stefan Zweig und Balzac, Hodler und Pedretti, Bernhard und Freumbichler, Härtling und Hölderlin, Kühn und Schumann sowie Grass und Fontane, um nur einige zu nennen, an die Seite.
Nur selten ist die historische Künstlergestalt Gegenstand der Verehrung oder der Idealisierung. Vereinnahmung, Vergegenwärtigung, Problematisierung oder gar Ironisierung waren und sind in der Auseinandersetzung mit ihr nicht weniger ergiebig. Die Vielfalt der Möglichkeiten im produktiven Umgang mit historischem Schöpfertum will der vorliegende Band aufscheinen lassen.