Edited by Peter Klimczak and Thomas Zoglauer

Zwar gibt es eine Vielzahl an Einführungen in die formale Logik und der Besuch entsprechender Grundkurse ist für die Studierenden unterschiedlichster Fächer nicht selten verpflichtend; wie man diese Logik allerdings jenseits der philosophischen Fächer anwenden kann, bleibt in der Regel unbeantwortet. Diese bislang zu kurz gekommene interdisziplinäre Brückenfunktion der formalen Logik erfüllt der vorliegende Band. Fachlich ausgewiesene Wissenschaftler der jeweiligen Disziplinen präsentieren und reflektieren an einem Beispiel Anwendungen der formalen Logik in ihrem Fachbereich. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen: Wie wird in der jeweiligen Einzelwissenschaft formale Logik zur Modell- und Theoriebildung, zur Problemlösung, zum deduktiven, induktiven oder abduktiven Schließen eingesetzt? Wie wird dabei methodisch vorgegangen? Welche Kalküle kommen dabei zum Einsatz? Entsprechend wendet sich das Buch nicht nur an den Logiker oder Wissenschaftstheoretiker, sondern auch an die Vertreter der jeweiligen Disziplinen: Es macht die Anwendungsbreite der Logik in den einzelnen Wissenschaften deutlich und leistet zugleich einen Beitrag zur Förderung eines interdisziplinären Dialogs.

Natur und Erfahrung

Bausteine zu einer praktischen Philosophie der Gegenwart

Edited by Sebastian Laukötter and Matthias Hoesch

Das Kernanliegen der philosophischen Arbeiten Ludwig Sieps ist die Formulierung einer praktischen Philosophie für die Gegenwart. In seinen jüngeren Arbeiten sind insbesondere der Begriff der Natur und der Begriff der Erfahrung in den Fokus gerückt. Eine plausible Ethik muss nach Siep einerseits eine evaluative Naturbetrachtung und insbesondere eine Reflexion der Natur des Menschen umfassen. Andererseits muss sie aber auch, weil sie sich nicht auf apriorische Prinzipien stützen kann, ein Konzept der historischen Erfahrung heranziehen, wenn sie Antworten auf die heute relevanten Fragen geben möchte. Der Band behandelt anlässlich des 75. Geburtstages Ludwig Sieps zentrale Aspekte seiner jüngeren Arbeiten, teils kritisch und teils mit Vorschlägen für mögliche Weiterentwicklungen. Ziel dieser Auseinandersetzung mit dem philosophischen Denken Ludwig Sieps ist es, entlang der systematischen Linien »Natur« und »Erfahrung« Bausteine zu einer praktischen Philosophie der Gegenwart zu diskutieren.

Karel Lambert, Edgar Morscher and Peter M. Simons

Free Logic is an important field of philosophical logic. It appeared first in the 1950s, and Karel Lambert was one of its founders and coined the term. The volume begins with three of Lambert’s most recent essays. These papers are followed by a dialogue between Karel Lambert and Edgar Morscher on free logic. The second part of the volume contains papers by Peter Simons and Edgar Morscher on free logic. A systematic and historical survey of free logic with an annotated bibliography of works on free logic completes the book.

Between Unknown Change and Familiar Retreat

Psychotherapy Technique for Our Most Challenging Patients

Series:

Robert Waska

The theme of Dr. Robert Waska’s new book involves how all patients, whether neurotic, borderline, or psychotic, want their problems to ease and their stress to stop but unconsciously they avoid any real psychological change. They strive to maintain their psychic equilibrium regardless of how destructive it may be, in an effort to avoid the loss of what is known and to avoid the unknown pain or punishment that change might bring.
Each chapter provides the reader with a contemporary Kleinian focus on central theoretical and clinical concepts such as projective identification, enactment, transference, pathological organizations, and depressive or paranoid acting out. The reader then is shown the careful and thoughtful interpretive work necessary in these complex clinical situations.

Dialogische Verantwortung

Konzepte der Vermittlung und des Fremdverstehens im jüdisch-deutschen Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts

Sabine Sander

In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Welches Menschen- und Weltbild teilen wir?
Die Arbeit untersucht Sprach-, Kultur- und Sozialtheorien von jüdisch-deutschen Gelehrten über einen Zeitraum von rund 100 Jahren – vom wilhelminischen Kaiserreich über die Weimarer Republik bis zum Zweiten Weltkrieg und im Exil. Erkundet wird, wie sich diese Gelehrten – die selbst zwischen Inklusion und Exklusion lebten – das Miteinander verschiedener Nationen, Konfessionen und sozialer Kreise vorstellten. Ihr Vertrauen setzten sie nicht in rechtsförmige Lösungen; vielmehr bezeugen ihre Theorien einen Dialogoptimismus, der die Begegnung zwischen Menschen in Miniaturen über Gleichheit, Anerkennung, Fremdverstehen, Geselligkeit, Takt, Humor, Liebe und Mitmenschlichkeit würdigte und das verantwortungsvolle Miteinander den handelnden und sprechenden Akteuren anvertraute.

Tod ohne Leitbild?

Philosophische Untersuchungen zu einem integrativen Todeskonzept

Daniel Kersting

Tod und Sterben waren schon immer von leitenden Vorstellungen geprägt: Die Topoi des sanften Todes, des bewussten Abschieds, des friedlichen Einschlafens haben eine lange Tradition. Auch unsere gegenwärtige Gesellschaft entwirft solche Leitbilder und propagiert etwa den Heldentod als Organspenderin, verspricht das ruhige und friedliche Sterben im Hospiz oder bestimmt den »Hirntod« zum Tod des Menschen. In der konkreten Umsetzung führen diese Vorstellungen allerdings oft zu Konflikten, die von den Beteiligten selbst nicht mehr gelöst werden können. Die Studie verfolgt die Hypothese, dass diese Konflikte in einem vereinseitigten Verständnis des Todes gründen, das insbesondere die personale Bedeutung des Todes nicht angemessen berücksichtigt. In einer kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen philosophischen Theorien es Todes wird das Problem zunächst begrifflich präzisiert, um es dann mit den Mitteln der philosophischen Anthropologie Helmuth Plessners zu lösen. Dabei wird ein Konzept des menschlichen Todes entwickelt, das die personale Bedeutung ebenso wie andere zentrale Dimensionen des Todes integriert. Dieser integrative Ansatz ermöglicht, Todesvorstellungen kritisch auf ihre Legitimität zu prüfen.

Julia Kockel and Oliver Hahn

Unser Verhältnis zu Tieren ist vor allem eins – ambivalent. Wir betrauern das Schicksal rumänischer Straßenhunde und spenden für das Überleben der letzten Tiger. Wir bringen unseren Kindern bei, keine Tiere zu quälen – nicht einmal Insekten. Gleichzeitig entsorgen wir in Deutschland im Jahr rund 50 Millionen männliche »Abfallküken« und schlachten in etwa genauso viele Schweine. Wie können wir ethisch rechtfertigen, dass wir unseren Lebensstandard auf dem Leben und Sterben diverser Tierarten aufbauen? Welche Eigenschaft spricht einem Lebewesen einen moralischen Wert zu? Hat ein Menschenaffe ein Recht auf Leben, ein Säugling aber nicht? Wo ziehen wir die Grenze?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Tierethik. Der Comic zeichnet die daraus entstandene und von der Antike bis heute andauernde Debatte um das Tier nach, stellt die prominenten tierethischen Positionen vor und geht der Frage nach den soziologischen und politischen Bedingungen für eine angewandte Ethik zwischen Mensch und Tier nach. Die Geschichte der Tierethik ist zugleich ein philosophischer Streifzug durch die unterschiedlichen ethischen Theorien (vom Utilitarismus, über die Theorie der Rechte bis zur feministischen Fürsorge-Ethik), die hier durch ein lebendiges Zusammenspiel von Zeichnung und Text trotz ihrer Komplexität leicht verständlich und vor allem unterhaltsam veranschaulicht werden.

Series:

Ansgar Lorenz and Antonio Roselli

»Sein Gesicht war eigentlich sehr ebenmäßig geschnitten. Er hatte aber zugleich etwas (…) von einem Tier, das in seinen Backen Vorräte sammelt.« (Adorno über Benjamin)
In seinen Schriften unternimmt Walter Benjamin (1892–1940) eine Standortbestimmung innerhalb einer als Kräftefeld verstandenen Gegenwart. Philosophie, so könnte man mit Benjamin sagen, ist ihre Zeit in »Denkbildern« gefasst. Sein Werk lässt den Leser nicht nur durch die »Eiswüste der Abstraktion« wandern, sondern auch durch Städte, Kaufhäuser oder Passagen, neben eigenartigen Figuren wie dem Flaneur, dem Lumpensammler, dem Wartenden. Durch seine Texte richten wir den Blick gleichzeitig auf die vermeintlich hochwertigen Bildungsgüter und auf die flüchtigsten Kulturphänomene, um die implizite Gewalt, aber auch die unausgesprochenen Hoffnungen der Moderne in den Fokus zu rücken. Die vorliegende Einführung nähert sich durch eine Betrachtung dieser Orte, Bilder und Figuren dem Leben und Denken Benjamins – und dies für jedermann verständlich. Eine leichte Sprache, sowie die Kombination von Zeichnung und Text sorgen für hohe Anschaulichkeit, sodass sich auch Leser ohne akademische Vorkenntnisse an eine der wichtigsten Philosophien des 20. Jahrhunderts herantrauen dürfen.

Series:

Ansgar Lorenz, Nils Baratella, Juliane Eva Reichert and Stefania Maffeis

»Totalitäre Herrschaft gleich der Tyrannis trägt den Keim ihres Verderbens in sich. So wie Furcht und die Ohnmacht, aus der sie entspringt, ein antipolitisches Prinzip und eine dem politischen Handeln konträre Situation darstellen, so sind Verlassenheit und das ihr logisch-ideologische Deduzieren zum Ärgsten hin eine antisoziale Situation und ein alles menschliche Zusammensein ruinierendes Prinzip. Dennoch ist organisierte Verlassenheit erheblich bedrohlicher als die unorganisierte Ohnmacht aller, über die der tyrannisch-willkürliche Wille eines einzelnen herrscht. Ihre Gefahr ist, daß sie die uns bekannte Welt, die überall an ein Ende geraten scheint, zu verwüsten droht, bevor wir die Zeit gehabt haben, aus diesem Ende einen neuen Anfang erstehen zu sehen, der an sich in jedem Ende liegt, ja, der das eigentliche Versprechen des Endes an uns ist.«
Am Grunde des Denkens von Hannah Arendt liegen die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts. Zwei Weltkriege und die Shoah haben Verwüstung hinterlassen, wo vorher die alten Welten der abendländischen Kultur bestanden hatten. Damit ist auch der Glauben an humanistische Werte, der Glaube daran, dass der Mensch dem Menschen kein Wolf sein muss, in seinen Grundfesten erschüttert. Die Welt liegt in Trümmern und mit ihr die Menschen. Wie also weiter leben?

Verlegene Vernunft

Eine Philosophie der sozialen Welt

Gerhard Gamm

Dieses Buch beschreibt vertraute Praktiken wie Verantworten, Vertrauen, Anfänge machen, Ignorieren, Grenzen überschreiten. In solchen Auszügen aus dem Geschäftsleben der sozialen Welt zeichnet Gamm ein realistisches Bild der zeitgenössischen Gesellschaft.
Der Leitfaden dieser Philosophie der sozialen Welt ist ein erstaunter wie verstörter Realismus. Er befördert einerseits die soziale Welt auf den Prüfstand philosophischen Denkens, er konfrontiert andererseits die Philosophie mit dem ihr eigenen gesellschaftlich Unbewussten: Die herrschenden Ideen werden mit den Ideen der Herrschenden in Beziehung gesetzt.