Browse results

You are looking at 1 - 10 of 89 items for :

  • Bibliotheca Wittockiana x
  • Social Sciences x
  • Primary Language: German x
Clear All

Soziale Theatralität

Die Inszenierung der Gesellschaft

Matthias Warstat

Leben wir noch in einer Gesellschaft? Handelt es sich bei der Gesellschaft nicht um jene trügerischen Fiktionen von Ganzheit, auf die wir angewiesen sind, um sich im Denken und Handeln zu orientieren? Und gehört Gesellschaft nicht zu den großen Erzählungen, die vom Poststrukturalismus erfolgreich verabschiedet wurden?
Matthias Warstat widerspricht all diesen Annahmen. Gesellschaft existiert, auch wenn der Begriff heute jede Selbstverständlichkeit verloren hat. Gesellschaft ist etwas, das sich zeigt. Zudem ist ihre sinnliche Erfahrung an Theatralität gebunden. Nicht abstraktes Wissen, sondern konkrete Bilder und Szenen vermitteln uns das Gefühl, in ihr zu leben: Was für eine Art von Theater wird im sozialen Leben gespielt? In welchen Szenen scheint Gesellschaft auf? Wie tragen die Einzelnen durch ihr theatrales Handeln zur Darstellung von Gesellschaft bei – und was für eine Gesellschaft entsteht auf diese Weise? In zentralen Positionen aus der Sozialtheorie der Moderne sind theatrale Denkfiguren überdeutlich präsent. Das Buch verfolgt diese Linie bis zu prägenden Positionen der letzten Jahrzehnte, um daraus ein eigenes Verständnis gesellschaftlicher Theatralität zu entwickeln.

Der Opportunist

Eine Genealogie

Jonas Helbig

Opportunisten lösen Empörung und Bewunderung zugleich aus. Sie gelten als prinzipienlose, den eigenen Vorteil suchende Anpasser genauso wie als Meister im Ergreifen der günstigen Gelegenheit, der opportunity.
Dieser Doppeldeutigkeit spürt Jonas Helbig nach. In den Blick gerät so eine Geschichte, die im 19. Jahrhundert beginnt, bis heute anhält und sich in den Bereichen Strafrecht, Ökonomie und Politik abspielt. Zum einen handelt sie von der Erschütterung der dominanten Verhaltenslogiken jener Bereiche durch die massenhaft betriebenen, innerhalb einer Grauzone zwischen Anpassung und Abweichung verorteten Opportunismen von Gelegenheitsverbrechern, listigen Wirtschaftsakteuren und kompromissfreudigen Politikern. Zum anderen erzählt die Geschichte von der Bekämpfung dieser opportunistischen Masse. Unter Überschriften wie etwa Bewährungsstrafe, Governance oder politische Klugheit interessieren hier Regierungstechniken, die selbst eine Semantik des Opportunismus durchzieht.

Ratten im Labyrinth

Niklas Luhmann und die Grenzen der Aufklärung

Norbert Bolz

Luhmann hat Konjunktur und das hat zwei Gründe: Erstens hat außer ihm niemand den Mut zur Gesellschaftstheorie. Zweitens hat Luhmann als Soziologe keine Angst vor der Philosophie. – Er nimmt es mit jedem auf.
Mit Luhmann kann es einem gehen wie bei der Lektüre von Hegels Phänomenologie des Geistes: Man bekommt als Leser rasch das Gefühl, jeder Gedanke, jede Theorie sei hier schon gedacht, genau platziert und »aufgehoben«. Am Ende der Phänomenologie des Geistes ist der blinde Fleck
»aufgehoben« – das aber gibt es bei Luhmann nicht. Luhmann will nicht fortsetzen, sondern radikal neu anfangen. Deshalb tritt bei ihm an die Stelle der Tradition der Kriti- schen Theorie die Theorie des blinden Flecks. Der blinde Fleck ist die Bedingung der Möglichkeit von Beobachtung. Und jede Erweiterung unseres Blickfeldes verdanken wir einem neuen blinden Fleck. Dass man nicht sieht, ist aber nicht das Problem, sondern vielmehr: Man sieht nicht, dass man nicht sieht; die Blindheit wird nicht wahrgenommen.
Durch ihre Selbstanwendung macht sich die Theorie des blinden Flecks immun gegen Kritik. Norbert Bolz benennt in Ratten im Labyrinth klar die notwendigen Sichtbeschränkungen einer großen Theorie und fragt, ob die Systemtheorie überhaupt in den Blick bekommen kann, was wirklich zählt.

Series:

Burkhart Lauterbach, Dietmar Süß, Robert Troschitz, Harpreet Cholia, Sebastian Berg, Ina Jeske, Margaretha Schweiger-Wilhelm, Anna Magdalena Ruile, Annika Forkert, Ben Tendler and Kalle Schönfeld

Edited by Heidrun Alzheimer, Sabine Doering-Manteuffel, Daniel Drascek and Angela Treiber

Grund- und Methodenfragen in Fichtes Spätwerk

Beiträge zum Fünften Internationalen Fichte-Kongreß »Johann Gottlieb Fichte. Das Spätwerk (1810-1814) und das Lebenswerk« in München vom 14. bis 21. Oktober 2003. Teil IV

Series:

Edited by Günter Zöller and Hans Georg von Manz

Salus publica - suprema lex?

Das Problem des Gemeinwohls in der freiheitlichen Demokratie

Series:

Josef Isensee

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.

Series:

Abdelhak Zoubir

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.

Mit Publikationen zu den wissenschaftlichen Vorträgen in den Klassensitzungen, zu öffentlichen Veranstaltungen und Symposien will die Akademie die Fach- und allgemeine Öffentlichkeit über die Arbeiten der Akademie und ihrer Forschungsstellen informieren.

Series:

Katja Vera Taver

Dieses Werk stellt das Denken zweier Geistesgrößen, Leibnizens und Fichtes sich gegenüber und vergleicht es. Fichte sieht in Leibniz einen Vorläufer und erwähnt ihn mit liebevoller Bewunderung. Fichtes Wissenschaftslehre von 1801/02 wird Leibnizens „Monadologie“ aufgreifen und Leibnizens Gedanken einer prästabilierten Harmonie. Beide Philosophen verstehen sich als Freiheitsapostel, wobei bei Leibniz Gott eine genaue Notion jedes Individuums hat, die Freiheit ein mentaler Akt ist, bei Fichte jedes Individuum ein je bestimmtes Soll hat, das es, Freiheit verwirklichend, im Leben zu erfüllen gilt. Fichte erkennt in Leibniz einen Vorläufer der eigenen Transzendentalphilosophie. Ein Unterschied zwischen den beiden Denkern besteht darin, dass Leibniz stets die Individualität im Auge hat, wo Fichte vom reinen Vernunftwesen ausgeht, dessen individuelle Pathologien ihn nicht interessieren. Beide Philosophen supponieren, dass die Welt ein Ende habe, Leibniz, auf dass das Weltgericht stattfinden könne, Fichte, auf dass in einer neuen Welt nur noch die sittlichen Individuen wiedergeboren werden. Der vorliegende Text versucht auch, den Bogen zu schlagen von der philosophischen Tradition des Abendlandes, und insbesondere von Leibniz, Kant und Fichte zu einer Gotteslehre auf Grund der modernen Physik. Die hochenergetische Urmaße wird gefasst als psychophysische Energeia, die sich – im Leibnizschen Sinne Wissen, Macht und Wollen – aus dem Nichts kontrahiert hat und nun ins All explodiert. In der Kontraktion aus dem ursprünglich Verwobenen hat das Absolute sich vom Nichts, das Gute sich vom Bösen geschieden, entsteht das Übel als privatio boni.

Series:

Edited by Alfred Denker and Holger Zaborowski

Martin Heidegger hat sich in seinem Denken immer wieder mit Fragen der Logik auseinandergesetzt. Die Beiträge dieses Bandes gehen dem Verhältnis Heideggers zur Logik nach und zeigen, inwiefern es möglich ist, Heideggers gesamten Denkweg als den Denkweg eines Logikers zu bezeichnen.

Kritische Rationalität und Verstehen

Beiträge zu einer naturalistischen Hermeneutik

Series:

Jan M. Böhm

Die hier vorgelegte Arbeit enthält drei inhaltlich zusammenhängende erkenntnistheoretische Untersuchungen über Probleme des Verstehens und Interpretierens von Rede und Text. Das Ziel der Untersuchungen besteht jeweils darin, die von unterschiedlichen Autoren vorgebrachten Behauptungen einer erfahrungsunabhängigen Geltung der Prinzipien des Verstehens und Interpretierens einer eingehenden Prüfung zu unterziehen – sei es im Zusammenhang mit der im Rahmen der Sozialen Erkenntnistheorie geführten Diskussion über den Status von menschlichen Zeugnissen, sei es in Form einer Kritik des von Karl Popper im Kontext seiner Situationslogik vertretenen Rationalitätsprinzips oder auch in der eingehenden Analyse der Argumente, die von analytischen Philosophen zugunsten einer erfahrungsunabhängigen Geltung des principle of charity vorgebracht wurden. Diese kritische Ausrichtung der Arbeit im Sinne der Zurückweisung der genannten Behauptungen hat jedoch auch eine konstruktive Dimension: Sie zeigt die Möglichkeit einer naturalistischen Hermeneutik, d.h. einer Verstehenslehre, die konsequent auf die Beanspruchung apriorischen Wissens verzichtet.