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Harald Suermann and Harald Suermann

Ediert von Marco Moerschbacher

Kirche in Afrika auf einen Blick: Das Werk bietet einen fachkundigen Überblick über die jüngere Geschichte und die gegenwärtigen Herausforderungen der afrikanischen Ortskirchen.
Der Schwerpunkt der Christenheit hat sich in den Süden verlagert. Im 21. Jahrhundert werden die Kirchen Afrikas eine immer wichtigere Rolle sowohl für die weltweite Kirche als auch für die Gesellschaften des afrikanischen Kontinents spielen. Das Werk bietet, nach Ländern bzw. Regionen aufgeschlüsselt, einen kompakten und aktuellen Überblick über geschichtliche Herkunft, weitere Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen der afrikanischen Kirche aus katholischer Sicht. Dabei liegt ein Akzent auf den Beziehungen der Ortskirche zu anderen Konfessionen und Religionen. Experten aus den jeweiligen Ländern bzw. Kenner der jeweiligen Situation vor Ort ermöglichen einen raschen und gründlichen Zugang zu den Besonderheiten der Kirchen und ihrer jeweiligen Rolle in den afrikanischen Gesellschaften heute. Dabei werden die Komplexität und die Vielfalt der verschiedenen Situationen innerhalb Afrikas deutlich.

Die Grundschule des Machbaren

Zur Kritik materialistischer Bildungstheorie und -praxis

Roger Behrens

Die Debatten über Bildung und Erziehung sowie deren Sinn und Zweck haben Konjunktur. Obwohl unter einem allgemeinen Vorzeichen der Kritik stehend, spielt eine materialistische Bildungstheorie und -praxis in diesen Debatten keine Rolle mehr.
Noch in den 1970er Jahren gingen von der kritischen Theorie der Bildung, Erziehung und Pädagogik entscheidende Impulse aus; mit kritischen Konzepten wie »materialistische Bildungstheorie« oder »dialektische Pädagogik« konnte das humanistische Bildungsideal auch praktisch aktualisiert werden (antiautoritäre Erziehung, Kinderladenbewegung, freie Schulen etc.). Allerdings sind solche gesellschaftlichen Interventionen heute restlos integriert, die kritischen Motive weitgehend absorbiert, entschärft oder schlechterdings vergessen. Eingebettet in eine kritische Begriffs- und Gesellschaftsanalyse rekonstruiert die Studie historisch und systematisch dieses »Scheitern«, beleuchtet aber auch das »Machbare« einer materialistischen Bildungstheorie und -praxis.

Hefte zur Antiken Literatur

Fragmente zur Geschichte der griechischen Poesie. Studien des Alterthums

Ediert von Thomas Carl Schirren and Armin Erlinghagen

Mit diesem Band sind die Schriften aus dem Nachlass Friedrich Schlegels vollständig publiziert.

Hier wird eine dokumentarische Erstedition vorgelegt, die durch eine lückenlose Dokumentation der von Schlegel benutzten Quellen und Ausgaben die Forschung zu seinen frühen Studien der antiken Literatur auf eine ganz neue Grundlage stellt. Der Band bringt beide Hefte in der äußeren Form, wie sie der Autor angelegt hat, mit Haupttext und einer Marginalspalte. Im Kommentar werden neben Erklärungen zur Literaturtheorie Schlegels auch die Referenzen auf Quellen erschlossen. Umfangreiche Register ergänzen den Band. Erstmals wird es möglich, Gedankengang und Selbstkommentierungen in der Form ihrer Verschriftlichung zu dokumentieren und nachzuvollziehen.

Indra Spiecker gen. Döhmann

Der Umgang des Staates mit Information ist von vielschichtigen Konzepten durchdrungen.
Behebung von Marktversagen zur Herstellung einer Marktgängigkeit von (privaten) Informationen ist nur eines der Konzepte. Gewährleistung von Transparenz zur Demokratiesicherung, Information als Entscheidungsgrundlage staatlichen und privaten Handelns, als Instrument der Steuerung oder auch die Herausbildung einer Infrastrukturordnung sind andere Funktionen und Ziele, die staatliche Vorgaben bedienen. Der Staat tritt dabei in verschiedensten Rollen auf und agiert auf der Basis unterschiedlicher Informationskonzepte. Diese Vielfalt offenzulegen und zu systematisieren, kann dazu beitragen, scheinbare Widersprüche aufzudecken und den Umgang mit privaten, öffentlichen, personenbezogenen und sachlichen Informationen besser auszugestalten: z.B. die brennenden Konflikte im Zeitalter von Digitalisierung und Internet zwischen wirtschaftlicher Nutzung von Daten einerseits und den Schutzrechten Privater andererseits.

Matthias Cornils

Ediert von Matthias Cornils

Die digitale Revolution wirft fundamentale Fragen auf, die die kommunikativen Grundfähigkeiten in der Gesellschaft betreffen: Soziale Vernetzung, hochfrequente, schrankenüberwindende, wissensaggregierende Information und Diskursteilnahme auf der Habenseite, desintegrierende Fragmentierung, ja Kokonisierung des Einzelnen und rapide um sich greifender Verlust an Konzentrationsfähigkeit als vielbeschworene Risiken der Digitalisierung.
Ergeben sich daraus für den Verfassungsstaat und die Europäische Union Legitimation und Mandat zur Steuerung gesellschaftlicher Kommunikationsprozesse? Einiges spricht für eine zurückhaltend-skeptische Sicht auf ein derart anspruchsvolles Gewährleistungskonzept der Aufmerksamkeitsregulierung zur Erhaltung und Sicherung kommunikativer Verfassungsvoraussetzungen: Integrierende Demokratiepflege mit kommunikationsrechtlichen Mitteln läuft Gefahr, mit dem doch gerade zu schützenden Fundamentalwert individueller Autonomie in kaum auflösbare Spannung zu geraten.

Ediert von Raban von Haehling, Meinolf Vielberg, Matthias Steinhart and Raban von Haehling

Es liegt seit je in der Natur des Menschen, mittels von Orakelsprüchen sowie mantischer Praktiken die Zukunft für das eigene Handeln zu erkunden. Auf einer anderen Stufe tritt der Prophet als Träger des Wortes Gottes auf, er verkündet den Willen der Gottheit, um so dessen Gegenwart den Menschen erfahrbar zu machen.
Parusie bedeutet also die Anwesenheit einer Gottheit, wie sie sich im Hellenismus vor allem an dem Phänomen der Epiphanie dokumentieren lässt. Im Neuen Testament meint Parusie dagegen die machtvolle Wiederkunft des Menschensohnes am Himmel zum Weltgericht.
Der Sammelband vereinigt 25 Beiträge von Altphilologen, Althistorikern, Archäologen, Religionswissenschaftlern und Theologen, um von Homer im 8. vorchristlichen Jahrhundert bis zu Augustin in der Spätantike eine Entwicklungslinie unter Beachtung der spezifischen Schlüsselbegriffe aufzuzeigen.
Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Genese der Begriffe im frühen Christentum, wobei es auf den Nachweis ankommt, dass das Christentum auch ein Teil der griechisch-römischen Antike ist.

Schuld und Sünde

Eine notwendige Klärung mit C.S. Lewis und Josef Pieper

Ediert von Berthold Wald and Thomas Möllenbeck

Ein Schuldiger wird immer gesucht, wenn etwas geschehen ist, was nicht sein sollte. Warum ist von Sünde und vom Sünder hingegen kaum die Rede? Hier besteht Klärungsbedarf.
In allen Kulturen waren die Menschen mit dem Faktum eigener und fremder Schuld konfrontiert. Das Wissen darum wird greifbar in der Praxis der Strafe. Bestrafung setzt Schuld voraus, und Schuld die Freiheit des Handelns. Sünde scheint dagegen kein Phänomen der inneren Erfahrung zu sein. Und doch wäre das eigentlich Schlimme der Schuld erst mit dem Ausdruck »Sünde« benannt. Schuld gegen Menschen wäre dann zugleich Verfehlung gegen Gott. Ist das so, ist alle Schuld auch Sünde, weil uns die Erfahrung von Schuld nötigt, von Gott zu sprechen? Diese und weitere Fragen im Umkreis von Schuld und Sünde werden heute kaum gestellt – Anlass genug, eine notwendige Klärung mit C. S. Lewis und Josef Pieper zu versuchen.

Georg Lienbacher

Die Beziehungen des Staates zu seinen politischen Parteien sind komplex und ambivalent.
Staat und politische Parteien bedingen einander. Sie sind einerseits Voraussetzung für die Existenz und die Funktion des jeweils anderen. Andererseits haben sie auch das Potential, die Funktionstüchtigkeit des Staates gemessen an den verfassungsrechtlich vorgesehenen Einrichtungen und Verfahren zu gefährden. Vielfach überlagern sie diese und degradieren verfassungsrechtlich vorgesehene Organe zu Vollstreckern von Entscheidungen, die inhaltlich auf parteipolitischer Ebene getroffen wurden. Am Beispiel Österreichs werden sowohl die gegenseitige Bedingtheit als auch die Spannungsverhältnisse zwischen verfassungsrechtlichen Einrichtungen und deren parteipolitischen Überlagerungen aufgezeigt. Von den unterschiedlichen wissenschaftlichen Betrachtungsweisen wird der juristischen der Vorzug gegeben, wenngleich andere nicht zur Gänze ausgeblendet bleiben. Darüber hinaus werden Überlegungen zur Beseitigung bzw. Begrenzung der aufgezeigten Disfunktionalitäten angestellt.

Unmarkierte Sichtbarkeit?

Weiße Identitäten in der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie

Leena Crasemann

In kolonialen Projekten produzierte man unzählige Aufnahmen von Menschen anderer Kulturen. Wie befassen sich heutige KünstlerInnen mit diesem Bildererbe und welche Rolle spielt dabei weiße Identität?
Im Zuge des postcolonial turn sind künstlerische Fotoarbeiten entstanden, die sich mit der Repräsentation weißer Identität befassen. Die historischen Bedingungen, wie die kolonialen Dienstbarmachungen des Mediums, sind der Bezugsrahmen. Nur heute geht es weniger um die nicht-weißen Anderen als um die Repräsentation des weißen Subjekts. Es wird untersucht, wie sich weiße Identität im Bild dar- und herstellt und wie deren machtvolle Aufladung jenseits des fotografischen Rahmens funktioniert. Inwiefern wird das Unmarkierte sichtbar gemacht? Und welche Rolle kommt dem bildgebenden Verfahren der Fotografie zu?

Zwischen Schein und Sein

Die Magieproblematik aus der Perspektive früher Hochkulturen

Hubert Roeder and Frank Roegke

Ediert von Hubert Roeder and Frank Röpke

Inwieweit ist »Magie« eine tragfähige Kategorie für Altertumswissenschaften? Kann die Ägyptologie ohne einen solchen Begriff auskommen? Was vermag eine solche Kategorie für die Erforschung neuzeitlich-moderner Texte zu leisten?
Vorbelastet durch die ethisch-religiösen Ideale der antiken Traditionen ist »Magie« eine ebenso populäre wie diffuse Kategorie. Obwohl die jüngere Forschung betont, dass es sich bei »Magie« nur bedingt um eine eigenständige operative Kategorie handelt und die Rede davon oftmals nur ein Zugeständnis an den konventionellen Sprachgebrauch ist, wird »Magie« in der Ägyptologie und anderen Altertumswissenschaften weiterhin inflationär und undifferenziert bemüht. Ziel des vorliegenden Tagungsbandes ist eine kritische interdisziplinäre Diskussion insbesondere des traditionellen ägyptologischen Magiebegriffes.