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Psychologische Schriften, Band 1

Textkritische Ausgabe in 2 Bänden

Vittorio Benussi

Ediert von Mauro Antonelli

Psychologische Schriften, Band 2

Textkritische Ausgabe in 2 Bänden

Vittorio Benussi

Ediert von Mauro Antonelli

Das Heilige im Profanen

Eine qualitative Studie zu religiösen Orientierungen von Frauen aus der charismatisch-evangelikalen Bewegung

Ulrike Popp-Baier

In diesem Band wird die religiöse Kultur einer charismatischen Frauengruppe psychologisch analysiert. Partizipierende Beobachtungen, Dokumentenanalysen und narrative Interviews bilden den methodischen Zugang zu den religiösen Deutungen des Alltags und der eigenen Lebensgeschichte. Die Analysen zeigen, daß die Bekehrung zur charismatisch-evangelikalen Variante des christlichen Fundamentalismus die Konstruktion eines Erfahrungs- und Erwartungsraums erlaubt, welcher sich durch einen Zuwachs an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten auszeichnet. Alltagspraktisch bieten sich dadurch u.a. Möglichkeiten der Rationalisierung von Entscheidungen und der Bewältigung von Kontingenzen. Lebenspraktisch können durch die religiöse Strukturierung von Erfahrungen deren personale, soziale und leibliche Dimensionen wieder akzentuiert und zu einer stringenten Lebensform verbunden werden. Dazu gehören auch ritualisierte Formen narrativer Selbstthematisierung, welche die Konstruktion einer kohärenten Biographie erlauben. Eine feministisch-kritische Interpretation derartiger Lebensgeschichten zeigt, daß manche dieser Erzählungen auch als Emanzipationsgeschichten gelesen werden können.
Gegenstandstheoretische Überlegungen zum Religionsbegriff und der methodische Entwurf einer kulturpsychologischen Religionsforschung bilden den metatheoretischen Kontext dieser empirischen Studie. Dabei wird das Konzept einer Religionspsychologie als hermeneutischer Kulturanalyse theoretisch ausgearbeitet und zugleich empirisch erprobt.

Mauro Antonelli

Der Triestiner Vittorio Benussi (1878-1927), Mitglied der Grazer gegenstandstheoretischen und psychologischen Schule um Alexius Meinong, war einer der bedeutendsten Experimentalpsychologen seiner Zeit. Seine Pionierleistungen auf dem Gebiet der experimentellen Gestaltpsychologie gerieten jedoch bald durch die fortschreitende Durchsetzung der Berliner Schule der Gestalttheorie in Vergessenheit, so daß sein Werk bis heute weitgehend unbekannt geblieben ist.
Benussis wissenschaftliche Tätigkeit, die sich durch eine streng experimentelle Vorgangsweise auszeichnet, erweist sich rückblickend als fruchtbarer Anknüpfungspunkt für die zeitgenössische Kognitionswissenschaft. Dies ermöglicht eine Neubewertung seiner wissenschaftlichen Arbeit und jener aktpsychologischen Tradition, der er angehörte. Benussis Untersuchungen nehmen ihren Ausgangspunkt in der Voraussetzung der Intentionalität des Psychischen. Seine Arbeiten thematisieren das Problem des subjektiven Eingriffs in die Konstitution der Erfahrungsgegebenheiten, indem sie die Vorherrschaft des Subjektes über die elementaren Sinnesbedingungen betonen. In Benussis Gesamtwerk läßt sich ein einheitliches Programm erkennen: Ausgehend von der Gegenstands- und Produktionstheorie der Grazer Schule, entwickelt Benussi seinen eigenen theoretischen Standpunkt, der ihn - bewußt - der Phänomenologie Husserls nähebringt. Benussi verlagert schrittweise den Schwerpunkt seiner Forschungen von der gegenstandstheoretischen Perspektive zur Hervorhebung der latenten Subjektivität, die im Konstitutionsprozeß des Gegebenen wirksam ist.
Leben und Werk Vittorio Benussis rückblickend zu betrachten, heißt sich mit einem Klassiker der Psychologie zu beschäftigen, dessen Modernität erst in der heutigen Zeit erkannt werden kann.

Psychologie und Philosophie der Grazer Schule

Eine Dokumentation zu Werk und Wirkungsgeschichte von Alexius Meinong, Stephan Witasek, Rudolf Ameseder, Vittorio Benussi, Ernst Schwarz, Wilhelm M. Frankl und France Veber

Ediert von Mechtild Stock and Wolfgang G. Stock