Kunst am Pranger

Die Moderne im Nationalsozialismus

Andreas Hüneke

Erstmals seit Jahrzehnten liegt mit diesem Buch wieder ein Überblick über die Verfolgung der künstlerischen Moderne durch die Nationalsozialisten vor.
Die Nationalsozialisten haben die »Argumente«, mit denen die künstlerische Moderne verspottet und beschimpft wurde, nicht erfunden, sondern die Äußerungen des Unverständnisses und der Ablehnung begleiteten den Aufstieg der modernen Kunst von Anfang an. Auch solche Anschauungen fallen – sofern sie nicht juristisch relevante Tatbestände erfüllen – unter das Recht auf freie Meinungsäußerung in einer Demokratie. Das Besondere nationalsozialistischer Kunstpolitik liegt in dem Umstand, dass diese privaten Meinungen staatlich sanktioniert und zum Leitfaden für das Handeln öffentlicher Einrichtungen und schließlich des Staates selbst umfunktioniert wurden. Die moderne Kunst wurde öffentlich an den Pranger gestellt.

Series:

Edited by Francine Giese, Mercedes Volait and Ariane Varela Braga

The present volume offers a collection of essays that examine the mechanisms and strategies of collecting, displaying and appropriating islamic art in the nineteenth and early twentieth centuries. Many studies in this book concentrate on lesser known collections of islamic art, situated in Central and Eastern Europe that until now have received little attention from scholars. A section of the volume focuses on the figure of the Swiss collector Henri Moser Charlottenfels, whose important, still largely unstudied collection of islamic art is now being preserved at the Bernisches Historisches Museum, Switzerland. Contributors to the volume include young researchers and established scholars from Western and Eastern Europe and beyond: Albert Lutz (foreword), Roger Nicholas Balsiger, Moya Carey, Valentina Colonna, Francine Giese, Hélène Guérin, Barbara Karl, Katrin Kaufmann, Sarah Keller, Agnieszka Kluczewska Wójcik, Inessa Kouteinikova, Axel Langer, Maria Medvedeva, Ágnes Sebestyén, Alban von Stockhausen, Ariane Varela Braga, Mercedes Volait. Les contributions de l’ouvrage examinent le mécanisme et les stratégies relatifs à la collection, la présentation et l’appropriation des arts de l’Islam au XIXe siècle et début du XXe siècle. Elles mettent l’accent sur des collections situées en Europe centrale et orientale, lesquelles ont été peu étudiées jusqu’à présent. Une partie de l’ouvrage est dédiée à la figure du collectionneur Suisse Henri Moser Charlottenfels, dont les objets se trouvent aujourd’hui au Bernisches Historisches Museum (Suisse) et qui ont été de même peu étudiés. Les textes émanent de jeunes chercheurs comme de chercheurs confirmés, basés en Europe occidentale et orientale, et au-delà.

Series:

Heather McAlpine

In this book, Heather McAlpine argues that emblematic strategies play a more central role in Pre-Raphaelite poetics than has been acknowledged, and that reading Pre-Raphaelite works with an awareness of these strategies permits a new understanding of the movement’s engagements with ontology, religion, representation, and politics. The emblem is a discursive practice that promises to stabilize language in the face of doubt, making it especially interesting as a site of conflicting responses to Victorian crises of representation. Through analyses of works by the Pre-Raphaelite Brotherhood, Christina Rossetti, Dante Gabriel Rossetti, Gerard Manley Hopkins, A.C. Swinburne, and William Morris, Emblematic Strategies examines the Pre-Raphaelite movement’s common goal of conveying “truth” while highlighting differences in its adherents’ approaches to that task.

Fragile Images

Jews and Art in Yugoslavia, 1918-1945

Series:

Mirjam Rajner

In Fragile Images: Jews and Art in Yugoslavia, 1918-1945, Mirjam Rajner traces the lives and creativity of seven artists of Jewish origin. The artists - Moša Pijade, Daniel Kabiljo, Adolf Weiller, Bora Baruh, Daniel Ozmo, Ivan Rein and Johanna Lutzer - were characterized by multiple and changeable identities: nationalist and universalist, Zionist and Sephardic, communist and cosmopolitan.

These fluctuating identities found expression in their art, as did their wartime fate as refugees, camp inmates, partisans and survivors. A wealth of newly-discovered images, diaries and letters highlight this little-known aspect of Jewish life and art in Yugoslavia, illuminating a turbulent era that included integration into a newly-founded country, the catastrophe of the Holocaust, and renewal in its aftermath.

Edited by Christoph Wagner

Ist die Moderne tatsächlich unsere Antike, wie man auf der documenta XII behauptete? Keine Epoche hat die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts so nachhaltig mit neuen Ideen, künstlerischen Konzepten, Programmschriften und geistesgeschichtlichen Denkfiguren versorgt wie die Moderne.
Auf diese Anerkennung folgte aber die Kritik: Die Konzepte und Forderungen der Moderne wurden in Frage gestellt, ihre künstlerischen Gestaltungslehren und Programme auf ihre Brauchbarkeit und ideologischen Gehalte hin überprüft.
Aus der Distanz des 21. Jahrhunderts eröffnen sich veränderte Perspektiven, aus denen die Dispositive der Moderne und ihre zahlreichen rezeptionsgeschichtlichen Brechungen neu befragt werden können: Ausgehend vom Stichjahr 1910 zeigen die Beiträge neue Aspekte der Moderne und ihrer Rezeption bis hinein in die Gegenwartskunst.

Adolf Hölzel

Edited by Christoph Wagner and Oliver Jehle

Adolf Hölzel war nicht nur ein Kunstpädagoge von ungeheurer Bedeutung, sondern auch ein Pionier in der theoretischen Bestimmung der ungegenständlichen Kunst: »Absolute Malerei« ist der Begriff, den Adolf Hölzel prägte.
In zahlreichen Aufsätzen und auf 4000 überlieferten Schriftblättern aus dem sogenannten »kunsttheoretischen Nachlass« entwickelt Adolf Hölzel seine Theorie, die allein an den Mitteln orientiert ist, die ein Bild konstituieren – unabhängig davon, ob etwas Gegenständliches dargestellt wird oder nicht. Denn jedes Bild ist, so Adolf Hölzel, allein ein abstraktes Gebilde von Linien, Formen und Farben. Seine kunsttheoretischen Schriften sind nun kommentiert und in chronologischer Reihenfolge erstmals zugänglich, inklusive seiner zentralen Aufsätze und Schriften, bisher unpublizierter Manuskripte und ausgewählter Briefe des vielleicht wichtigsten Kunstpädagogen des 20. Jahrhunderts

Bewegungsfiguren

Über die Bewegung der Strichfigur in der Zeichnung und ihre Bedeutung für den Zeichentrickfilm

Pirkko Rathgeber

Wie kommt die Bewegung ins Bild? An Beispielen seit der Renaissance erkundet der Band eine der fundamentalen Fragen der Kunst und liefert damit zugleich einen Beitrag zu einem neuen Verständnis des Zeichentrickfilms.

Die Strichfigur ist seit der Höhlenmalerei eines der grundlegenden Bilder unserer Kulturgeschichte. Weniger bekannt ist, dass diese Figur seit der Proportions- und Bewegungslehre der Renaissance als zentrales handwerkliches und theoretisches Mittel zur Entwicklung der figürlichen Bewegung im Bild fungiert und bis heute in verschiedenen Disziplinen genutzt wird.
Der Band diskutiert theoretische Reflexionen zu Zeit und Bewegung im Bild, um die zeichnerische Konstruktion von Bewegung seit Leonardo und Dürer nachzuvollziehen. Die Beobachtung der gezeichneten Bewegung erlaubt eine neue Annäherung an die Bewegung im Zeichentrickfilm. Zahlreiche, teilweise erstmals publizierte Bildbeispiele zeigen die bewegte Strichfigur über die Jahrhunderte.

Bild-Beispiele

Zu einer pikturalen Logik des Exemplarischen

Edited by Andreas Cremonini and Markus Klammer

Die Untersuchung von Strukturen des Exemplarischen ist in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus geisteswissenschaftlicher Forschung gerückt. Der Band beleuchtet in systematischer und historischer Perspektive Funktionen der Verwendung von Bildern als Beispielen, Illustrationen und Exempla.
Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage, wie Bilder in epistemologische, kunsttheoretische und philosophische Diskurse eingebunden sind. Die grundlegende Annahme lautet: Der theoretische Umgang mit Bildern gehorcht einer Logik des Exemplarischen, welche die Allgemeinheit der Argumente an die konkrete Gegebenheit eines Anschaulichen bindet. »Logik« wird dabei in einem weiten, inklusiven Sinn verstanden, der die lange Tradition der Rhetorik, aber auch Kants Überlegungen zum reflexiven ästhetischen Urteil und die psychoanalytische Analyse des singulären Falls umfasst.

Edited by Henriette Hofmann, Gerald Wildgruber, Barbara Schellewald and Sophie Schweinfurth

Die Dynamik von Enthüllen/Verbergen charakterisiert sowohl vormoderne Bildpraktiken wie eine Eigentümlichkeit vormoderner Bildbegriffe, die sich aus dem Spannungsfeld von Präsenz und Entzug herleiten.
Der Band perspektiviert erstmals interdisziplinäre Beiträge aus dem Feld der Vormoderne im Hinblick auf die für unterschiedliche Bildphänomene entscheidende Dynamik von Enthüllen/Verbergen und präsentiert so unterschiedliche Zugänge, die das Thema für die Vormoderne als ein zentrales Moment fruchtbar machen: für Bildpraktiken in ihren unmittelbaren sozialen, religiösen und historischen Zusammenhängen ebenso wie für die begriffsgeschichtliche Relevanz von Enthüllen/Verbergen, die letztlich darüber entscheidet, was im jeweiligen, kulturellen Kontext Bild ist oder sein kann.

Quid est sacramentum?

Visual Representation of Sacred Mysteries in Early Modern Europe, 1400-1700’

Series:

Edited by Walter Melion, Elizabeth Carson Pastan and Lee Palmer Wandel

‘Quid est sacramentum?’ Visual Representation of Sacred Mysteries in Early Modern Europe, 1400-1700 investigates how sacred mysteries (in Latin, sacramenta or mysteria) were visualized in a wide range of media, including illustrated religious literature such as catechisms, prayerbooks, meditative treatises, and emblem books, produced in Italy, France, and the Low Countries between ca. 1500 and 1700. The contributors ask why the mysteries of faith and, in particular, sacramental mysteries were construed as amenable to processes of representation and figuration, and why the resultant images were thought capable of engaging mortal eyes, minds, and hearts. Mysteries by their very nature appeal to the spirit, rather than to sense or reason, since they operate beyond the limitations of the human faculties; and yet, the visual and literary arts served as vehicles for the dissemination of these mysteries and for prompting reflection upon them.

Contributors include: David Areford, AnnMarie Micikas Bridges, Mette Birkedal Bruun, James Clifton, Anna Dlabačková, Wim François, Robert Kendrick, Aiden Kumler, Noria Litaker, Walter S. Melion, Lars Cyril Nørgaard, Elizabeth Pastan, Donna Sadler, Alexa Sand, Tanya Tiffany, Lee Palmer Wandel, Geert Warner, Bronwen Wilson, and Elliott Wise.