Osteuropäische Rechtskultur

Studien zu Literatur und Recht in Russland und der Ukraine von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart

Alfred Sproede, Georg Schomacher and Oleksandr Zabirko

Edited by Alfred Sproede, Georg Schomacher and Oleksandr Zabirko

Weshalb haben sich die seit der Wende für Russland und die Ukraine gehegten Hoffnungen auf institutionellen Wandel und Rechtsstaatlichkeit nicht erfüllt? Der Band dokumentiert Ergebnisse der Forschungsprojekte »Erzählte Justiz in Russland: Narrative Übersetzungen einer Rechtsordnung, 1864–1917« und »Recht und Rhetorik im Postsozialismus«.
Der Band erforscht zwei Modernisierungsetappen der russischen und ukrainischen Justiz. In Konkurrenz zur Literatur illustrieren Anwälte seit der Justizreform (1864) mit Fallbeschreibungen als »narrativen Übersetzungen von Rechtsordnung« ihre Plädoyers. »Recht und Rhetorik« wiederum untersucht ›Paratexte‹ wie den Justizjournalismus, die die jüngeren Rechtsreformen begleiten.

Osteuropäische Rechtskultur

Studien zu Literatur und Recht in Russland und der Ukraine von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart

Alfred Sproede, Georg Schomacher and Oleksandr Zabirko

Weshalb haben sich die seit der Wende für Russland und die Ukraine gehegten Hoffnungen auf institutionellen Wandel und Rechtsstaatlichkeit nicht erfüllt? Der Band dokumentiert Ergebnisse der Forschungsprojekte »Erzählte Justiz in Russland: Narrative Übersetzungen einer Rechtsordnung, 1864-1917« und »Recht und Rhetorik im Postsozialismus«.
Die Autoren erforschen zwei Modernisierungsetappen der russischen und ukrainischen Justiz. In Konkurrenz zur Literatur illustrierten Anwälte seit der Justizreform 1864 mit Fallbeschreibungen als »erzählerischen« Übersetzungen der Rechtsordnung ihre Plädoyers. Darüber hinaus geht es um das Phänomen des Justizjournalismus, der die Rechtsreformen der jüngeren Zeit begleitete.

Edited by Georg Witte, Brigitte Obermayr, Aage Ansgar Hansen-Löve and Aage A. Hansen-Löve

Neben der gut erforschten Verfremdungsästhetik des russischen Formalismus entwickelt sich in den 1920er Jahren eine bislang wenig rezipierte phänomenologische Formphilosophie. Interdisziplinäre Forschungsgruppen in Moskau und Leningrad arbeiteten an einer synthetischen Kunstwissenschaft.
Die Anthologie präsentiert grundlegende, teilweise auch im Original unpublizierte Texte erstmals in deutscher Übersetzung. Schlüsselkonzepte und -begriffe der sowjetischen phänomenologischen Ästhetik werden ebenso zugänglich wie originelle Ansätze, die für die aktuelle Ästhetik und Kunstwissenschaft von großem Interesse sind. Dies trifft auf exemplarische Studien der empirisch-psychologischen Kunstforschung sowie auf ausgewählte Lemmata aus dem »Wörterbuch der Begriffe der Kunstwissenschaften« zu, welches erst 2005 auf Russisch erscheinen konnte.

Waiting for the End of the World

European Dimensions, 950–1200

Series:

Tsvetelin Stepanov

The French president Charles de Gaulle spoke of a Europe “from the Atlantic to the Urals”. Europe was spatially formed with these topographic parameters from the late 10th century onwards, with the massive Christianization of its inhabitants. At that time, however, all three monotheistic religions already had a steady presence there. Could such a macro-space be thought-and-narrated from a macro-perspective, in view of its medieval past? This has already been done through common ʻdenominatorsʻ such as the Migration Period, wars, trade, spread of Christianity. Could it also be seen through a common religious-philosophical and spiritual phenomenon – the Anticipation of the End of the world among Christians, Muslims, and Jews? This book gives a positive answer to the last question.

Edited by Nikolaj Plotnikov and Meike Siegfried

Edited by Dirk Kemper, Natalia Bakshi, Elisabeth Cheauré and Paweł Zajas

Seit 1919 befasst sich im Auswärtigen Amt eine eigene Abteilung mit auswärtiger Kulturpolitik: Mit deutscher Kultur sollte implizit eine Vorstellung von Identität und Gesellschaftsform vermittelt werden.
Heute geht es nicht mehr nur um Imagewerbung, sondern auch um die Herstellung von Dialogräumen, die ein internationales Miteinander ermöglichen. Denkmodelle, Diskursverhalten oder gesellschaftliche Selbstorganisationsformen sollen vermittelt werden, auf die sich die politische Selbstbegründung der Bundesrepublik stützt. Der vorliegende Band untersucht das Thema aus literaturwissenschaftlicher Perspektive.

Gerechtigkeit in Russland

Sprachen, Konzepte, Praktiken

Edited by Nikolaj Plotnikov

Die aktuellen Nachrichten in den Medien bringen fast täglich Meldungen aus Russland über staatliche Willkür und Unrecht, aber auch über die Proteste der Menschen gegen die herrschende Ungerechtigkeit. Wie denken jedoch die Menschen in Russland über die Gerechtigkeit nach? Und wie wurde in der Geschichte Russlands über die Idee der Gerechtigkeit nachgedacht?
In den Beiträgen des Bandes setzen sich ausgewiesene Russland-Spezialisten mit der Stellung von Gerechtigkeitsvorstellungen in der Geschichte und Gegenwart Russlands auseinander. Aus der Perspektive verschiedener Disziplinen wird das Zusammenspiel sprachlicher Artikulationen, literarischer Inszenierungen, philosophischer und religiöser Diskurse sowie politischer und gesellschaftlicher Praktiken untersucht. In diesem Kontext werden auch die gegenwärtigen Defizite an Rechtstaatlichkeit in Russland problematisiert.

Appendix

Translation of ‘Characterisation of Belinsky (Information and illumination)’ by M.P. Pogodin

David Foreman and Irene Zohrab

Irene Zohrab

M.P. Pogodin’s essay on ‘Characterisation of Belinsky’ was published in The Citizen (Grazhdanin) under F.M. Dostoevsky’s editorship in response to his first issue of A Writer’s Diary (Dnevnik pisatelia) launched on January 1, 1873. Dostoevsky represents Belinsky, his former mentor, as an impassioned atheist and socialist, who tried to convert him to his materialist belief. By implication Belinsky becomes the scapegoat for Dostoevsky’s earlier involvement with the socialist-orientated Petrashevsky Circle that resulted in his arrest and sentence for reading Belinsky’s banned letter to Gogol. Pogodin disputes Dostoevsky’s representation of Belinsky by demonstrating the critic’s commitment to Christian faith, whose ‘live’ voice affected his audience due to ‘particular circumstances’ (censorship) and whose changeability was natural. Dostoevsky’s partisan allusions to Belinsky (including verbal to Vs. Solov’ev), while not providing any context to Belinsky’s pronouncements, nor engagement with socio-philosophical ideas, such as individual anarchism (Max Stirner), undermine not only Belinsky, but subvert a wide range of Western philosophical humanist principles espoused at various times by him, from ‘love of humanity’ and ‘personal freedom’, to individualism.