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Zusammenfassung

Im Dialog Timaios beschreibt Platon die Zeit als „bewegliches Abbild der Ewigkeit“ (37d6–7). Um Licht auf den unerschöpflichen theoretischen Reichtum dieser Definition zu werfen, fokussiere ich diese Untersuchung nicht nur auf die platonische Kosmologie, sondern folge einem längeren Weg, der einige Grundlagen der dialektischen Ontologie Platons durchdringt. Anhand zahlreicher Passagen des platonischen Parmenides wird die Notwendigkeit aufgezeigt, an die Ewigkeit als an einen in sich dialektisch artikulierten Begriff zu denken, sowohl in Bezug auf sich selbst als auch in Zusammenhang mit ihrer inneren Fähigkeit, das Wesen der Zeit einzuschließen.

In: Perspektiven der Philosophie
Author: Georges Goedert

Zusammenfassung

Soziologisch und historisch gilt es, den Platz von Alexis de Tocqueville zu situieren. Tocqueville ist ein Initiator demokratischer Politik. Wir werden versuchen eine Darstellung seiner demokratischen Ideen zu skizzieren. Das Typische in seinem Denken soll herausgestellt werden. Als politischer Schriftsteller zieht er nicht nur aus seiner Karriere als Jurist Gewinn, sondern vor allem aus den damit verbundenen Reisen. Ausgesandt nach den Vereinigten Staaten von Amerika, um dort die Lage des Strafvollzugs in den Gefängnissen zu studieren, profitierte er von der Gelegenheit, Einsicht in die dortigen Institutionen, Gesetze und Gewohnheiten zu bekommen. Die dort gewonnenen Einsichten beabsichtigte er in Frankreich fruchtbar zu machen, wo sich demokratische Ideen gegenüber aristokratischen durchzusetzen versuchten. Wir wollen hervorheben, dass manche seiner Einschätzungen von damals auch heute noch in der sogenannten modernen westlichen Welt Geltung besitzen.

In: Perspektiven der Philosophie
Author: Dagmar Fenner

Zusammenfassung

Der Beitrag widmet sich dem Thema Hochsensibilität, das erst allmählich in den empirischen Wissenschaften der Psychologie, Medizin und Neurowissenschaft erforscht wird, aber bislang in der Philosophie und den Geisteswissenschaften generell kaum Beachtung fand. Gesellschaftlich gesehen lässt sich jedoch von einem „Modetrend“ sprechen, auf den immer mehr ausgebrannte Menschen aufspringen, weil diese Etikette nobler klingt als „Burnout“ oder „Depression“. Im Artikel wird die in der Sachbuch- und Lebenshilfeliteratur oft postulierte These kritisch erörtert, derzufolge die Gesellschaft Hochsensible brauche. Analysiert werden im Hauptteil die wichtigsten zur Stützung dieser These angeführten Argumente: das Argument der Einzigartigkeit jedes Menschen (1), der Funktion als Seismographen (2), der besonderen ethischen Qualifikationen (3), der Natürlichkeit (4) und der besonderen Fähigkeiten im Kunstbereich (5). Am Ende wird ein Fazit gezogen und skizziert, in welche Richtung die öffentliche Diskussion aus sozialethischer Sicht gehen sollte, um die Verengung auf liberale individualethische Appelle zur Selbstoptimierung zu überwinden.

In: Perspektiven der Philosophie
In: Perspektiven der Philosophie
Author: Robert Theis

Zusammenfassung

Wolff definiert die Philosophie als Wissenschaft der möglichen Dinge. Der Beitrag geht, im Ausgang von vier verschiedenen Formulierungen dieser Grunddefinition (Punkt 1), dem in ihr enthaltenen semantischen und systematischen Potenzial nach. In einem ersten Schritt (Punkt 2) wird das wolffsche Verständnis von ‚Wissenschaft‘ und damit zusammenhängend das von ‚Methode‘ untersucht; in einem zweiten Schritt (Punkt 3) werden die logischen, ontologischen und metaphysischen Aspekte des ‚Möglichen‘ untersucht. Die Untersuchung gelangt zu dem Ergebnis, dass letzten Endes nur Gott über die Wissenschaft der möglichen Dinge verfügt und dementsprechend „philosophus absolute summus“ ist, der menschliche Intellekt hingegen bezüglich dieses Wissens an Grenzen stößt.

In: Perspektiven der Philosophie
Author: Damir Barbarić

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Die vorliegende Interpretation des großen Mythos vom jenseitigen Seelenschicksal im Phaidros geht von der Annahme aus, dass dessen Verständnis von der zureichenden Klärung des im Dialog zentralen Bewegungsbegriffs abhängt. Zunächst wird gefragt, was es heißt, dass das Eigentümliche der Schönheit darin bestehe, zum Unterschied von anderen Ideen nicht nur am überhimmlischen Ort, sondern auch im sinnlichen Bereich ebenso zu glänzen und das heftige erotische Verlangen nach sich hervorzurufen. Als das Wesentliche dieses Verlangens wird die Bewegung des aufsteigenden Leicht-Machens, das heißt der befreienden Ablösung von der erdgebundenen Schwere nachgewiesen. Im Gleichnis der Seele als eines Gespanns mit einem Lenker und zwei Pferden scheint das Geheimnis der Seelenfreiheit angedeutet zu sein, die darin bestehe, dass das schlechte, durch selbstische Begierde getriebene Pferd danach trachten kann, das Schöne überheblich zu überfallen und es zum Gegenstand seiner Habgier zu machen, womit es seiner nicht zu betastenden Reinheit und Würde beraubt bliebe. Geschieht dies, bricht das lebendige Band, durch welches der ganze Kosmos einheitlich gehalten wird, und das im jenseitigen Gefilde der Unverborgenheit waltende wahre Seiende verfällt dem Vergessen und der Verborgenheit.

In: Perspektiven der Philosophie
Author: Werner Schmitt

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Nach B. Liebrucks lässt sich der zweite Teil der hegelschen Wissenschaft der Logik als Entfaltung der Logik interpretieren, die den wissenschaftlichen Weltumgang regiert. Sie wird als formale in unterschiedlichen Formen der Reflexion unter selbst gesetzten Regeln betrachtet. Es erweist sich, dass die formale Logik eine Denktechnik etabliert. Die vorliegende Aufklärung des Denkens über seinen formellen Weltumgang bestimmt mit der logischen Betrachtung zugleich deren ontologische Relevanz und übersteigt damit die eindimensionale Sicht, welche Denken als entweder auf sich selbst oder auf Sachen bezügliches Tun auseinanderhält, um dem Widerspruch zu entgehen, der nicht zu umgehen ist, wenn sein sprachlich-logischer Grund, nur bei der Sache bei sich zu sein, ins Bewusstsein gehoben wird. Das Denken als Reflexion stellt sich als Aufrichtung einer positivierten Welt dar, in der Wirklichkeit zu einem Realitätsschema erstarrt ist. Dieser Konstruktion entspricht im Geldwesen die Reduktion der Dinge und Leistungen zu Waren, deren Wert nur spiegelt, was nützlich ist. Mit der Erkenntnis der in Wissenschaft, Technik und Geldwesen herrschenden Reflexionsstufe kann formale Logik sich nicht mehr hinter ihren praktischen Hervorbringungen verbergen.

In: Perspektiven der Philosophie
Author: Jutta Georg

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In dem Porträt Friedrich Nietzsches von 1906 will Edvard Munch den „Zarathustra-Dichter“ versinnbildlichen, und so stellt sich die Frage, wie Munch sich Nietzsche als diesen Dichter vorstellt. Über Bezüge zu den tragenden Topoi und Lehren aus dem Zarathustra: Der Wille zur Macht, der Übermensch, die ewige Wiederkehr des Gleichen, der Tod Gottes wird das Porträt befragt, und es zeigt sich, dass Munchs symbolistischer Nietzsche eine eher kontemplative, gleichsam statuarische Figur ist, die zum spärlich ausgeleuchteten Bildhintergrund kaum Kontakt hat und insgesamt weltabgewandt erscheint. Die sinnfällige Differenz zwischen dem Philosophen mit den grundstürzenden, radikal kritischen Thesen und dem skeptisch-zerbrechlichen Nietzsche des Porträts, werden entsprechend nachgezeichnet.

In: Perspektiven der Philosophie
Author: Rolf Kühn

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Immanenz und Differenz sind die beiden zentralen Begriffe, die Lebensphänomenologie und Postmoderne charakterisieren, so dass ein kritisches wie würdigendes Gespräch zwischen Dekonstruktion und radikaler Phänomenologie in diesem Beitrag stattfindet. Dabei werden postmoderne Autoren wie zum Beispiel Deleuze, Lacan, Lyotard, Baudrillard, Foucault sowie Derrida zum Beispiel berücksichtigt. Ihre entsprechenden Affinitäten zur Lebensphänomenologie als einer Dekonstruktion der „Metaphysik der Vorstellung“ bei Michel Henry treffen sich besonders im Bereich von Leiblichkeit, Intensität, Begehren und jouissance. Dabei wird ebenfalls die postmoderne Wissenskritik im Zusammenhang mit Bild und Sprache behandelt, um eine ethisch-ästhetische Zukunft in Kultur und Gesellschaft in den Blick zu bekommen, welche immer stärker der Gefahr reiner Simulakren unterliegt.

In: Perspektiven der Philosophie