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Eine Kulturgeschichte
Von den Wissenschaften weitgehend vergessen, doch allgegenwärtig in der heutigen Kultur: Die Seele. Wie ist dieser „Seelenverlust“ zu erklären, und wie kommt es, dass die Seele heute wieder so populär ist? Das Buch erzählt die faszinierende Geschichte der Seele im 20. Jahrhundert aus kulturwissenschaftlicher Sicht. Zu Beginn des Jahrhunderts fester Bestandteil kultureller Debatten zwischen Psychologie, Philosophie, Religionswissenschaft, Literatur und Politik, erfuhr die Seele nach 1950 einen großen Aufschwung außerhalb der Universitäten und wurde zum zentralen Bezugspunkt populärer Kultur – von alternativen Therapieformen bis hin zu Literatur, Film, neuen spirituellen Bewegungen sowie ökologischen und politischen Programmen. Die Analyse zeigt, dass Seelenkonzepte wichtige Träger von Religion in einer nur scheinbar säkularisierten Moderne sind.
Geschichte der Imkerei in Deutschland
„Volksbienenzucht“ und Kampf ums Einheitshonigglas, Kunsthonig, und „Biene Maja“, „völkische“ Ideologie, und Wanderimker in der DDR, aber auch der Boom der Stadt-Imkerei in den letzten Jahren: Rainer Stripf erzählt mit Liebe zum Detail und sachkundigem Blick für die historischen Zusammenhänge die Geschichte der Bienenzucht in Deutschland seit dem Kaiserreich. Der Leser lernt die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Einflüsse auf die Bienenzucht kennen. Es geht um die Einigungsbestrebungen der Imker, ihre methodischen Auseinandersetzungen und die Fortschritte in der Bienenforschung. Aber auch die Ideologisierung durch den Nationalsozialismus und die kriegwirtschaftliche Indienstnahme der Imkerei kommen zur Sprache. Der Ausblick bis heute schließt aktuelle Themen von der Varroamilbe bis hin zum Einsatz von Gentechnik und den aktuell umstrittenen Pflanzenschutzmitteln ein. Ein einzigartiges Buch zum Trend-Thema Imkerei!
Immenses Vermögen, transnationale Mobilität, ein globales Familiennetzwerk und erbitterte Konflikte sind die Kennzeichen der Familie Thyssen im 20. Jahrhundert. Ihr Vermögen bietet den zentralen Schlüssel für das Leben der Thyssens seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Es ermöglichte extravagante Lebensweisen in Europa, den USA und Südamerika. Es stand im Zentrum heftiger Konflikte innerhalb der Familie; ihm galt in Kriegs- und Krisenzeiten aber auch die gemeinsame Sorge. Um es zu erhalten und zu mehren, entwickelten die Thyssens Strategien, ihr Vermögen international möglichst unsichtbar zu streuen. Sie nahmen dabei Praktiken vorweg, die in manchem dem globalen Finanzkapitalismus der Gegenwart nahe kamen. Erstmals nimmt die Studie das ganze Spektrum der Beteiligten im Zusammenspiel von Familie und Vermögen in den Blick – von den männlichen und weiblichen Thyssens über ihre Hausangestellten bis hin zu ihren zahlreichen Rechts- und Finanzberatern.
Welche Rolle spielen Affekte für das Fällen von ästhetischen und juridischen Urteilen? Gibt es eine besondere Ähnlichkeit zwischen diesen Urteilen, insofern sich beide durch eine affektive Grundierung auszeichnen?
Fällen wir ein ästhetisches Urteil, sind unsere Vermögen bzw. Kräfte auf besondere Weise involviert. Welche Bedeutung haben in diesem Zusammenhang Affekte? Bilden sie den Bestimmungsgrund eines ästhetischen Urteils? Und wenn ja, wie lässt sich eine normative Dimension des ästhetischen Urteils mit solch einer affektiven Bestimmung vereinbaren? Diese Fragen stellen sich auf ganz ähnliche Weise auch im Hinblick auf Rechtsurteile. Wie verhalten sich das subjektive Rechtsgefühl und der Anspruch auf Objektivität im Rechtsurteil zueinander? Wie beeinflussen Affekte die normative Wahrnehmung von Fall und Recht? Welche Rolle spielt hierbei ein Affekt wie das Rachegelüst?
»Stahlverein« und »Baron-Konzern« im Zweiten Weltkrieg
Thomas Urban untersucht den Zwangsarbeitereinsatz bei Thyssen erstmals in großer Breite - von den Hüttenwerken und einer Zeche im rheinischen Ruhrgebiet bis zu zwei Werften in Norddeutschland. Der Name Thyssen steht für eine der bekanntesten deutschen Unternehmerfamilien. Doch welche Rolle spielten die Unternehmen beim „Arbeitseinsatz“ im Zweiten Weltkrieg? Neben dem Ausmaß und der Eingliederung von Zwangsarbeit in die Kriegsproduktion widmet sich der Autor vor allem dem Handeln der Akteure – vom Eigentümer Baron Thyssen-Bornemisza über Vorstände und Meister bis hin zum Lagerpersonal. Dabei wird deutlich, dass die Verantwortlichkeiten im „Stahlverein“ und „Baron-Konzern“ höchst individuell waren und dass Täter durch die Entnazifizierung nach 1945 zu bloßen „Mitläufern“ wurden.
Theorie und Praxis der Auftragstaktik im deutschen Heer 1869 bis 1945
Die Auftragstaktik wird in der Literatur als wesentlicher Grund für die deutschen taktisch-operativen Erfolge in den Kriegen von 1866 bis 1945 bezeichnet. Die vorliegende Studie untersucht dieses Führungsprinzip für das deutsche Heer von 1935 bis 1945 erstmals aus ganzheitlicher Sicht, indem sie Theorie und Praxis, d.h. normative Handlungsvorgaben und die konkrete Umsetzung im Feld vergleicht. Im ersten Kapitel wird anhand von Dienstvorschriften und Ausbildungsunterlagen Auftragstaktik als normative Größe analysiert und idealtypisch dargestellt. Im zweiten Kapitel wird an ausgewählten Beispielen der preußisch-deutschen Operationsgeschichte aufgezeigt, wie sehr die praktische Umsetzung der Auftragstaktik auf taktisch-operativer Führungsebene häufig Probleme verursachte. Das letzte Kapitel rekonstruiert die Angriffs- und Verteidigungsoperationen dreier Divisionen des Jahres 1942 und verdeutlicht, wie Auftragstaktik auf taktischer Stufe angewendet wurde. Insgesamt relativieren die Ergebnisse das bisher gezeichnete Bild der Auftragstaktik. Nicht nur kommt der straffen Führung eine weit wichtigere Rolle als bisher angenommen zu, auch hing der Grad der Selbstständigkeit und Initiative unterer Führer stark vom Führungsverständnis des vorgesetzten Truppenführers ab. Letztlich war die Auffassung darüber, was mit Auftragstaktik gemeint war und wie sie praktiziert werden sollte, in der preußisch-deutschen militärischen Denkschule bei Weitem nicht so monolithisch, wie die Forschung bis heute gerne suggeriert.
Editor: Bernhard Chiari
Im Frühjahr 2006, als die Erstauflage dieses Bandes erschien, standen in Afghanistan bereits seit längerem US-geführte Kräfte im Rahmen der Operation »Enduring Freedom« im Kampfeinsatz gegen den internationalen Terrorismus. Dieser Auftrag war deutlich von der Mission der internationalen Schutztruppe ISAF abgegrenzt, nämlich günstige Rahmenbedingungen für den Wiederaufbau im Land zu schaffen. In den afghanischen Südprovinzen eskalierten seither die Auseinandersetzungen mit den wiedererstarkten Taliban. Mittlerweile muss dort neben den Kräften der Antiterror-Koalition auch ISAF einen Krieg gegen deren Verbände führen. Das internationale Engagement im Land wird noch viele Jahre andauern, ohne dass derzeit erkennbar wäre, wann sich der nach westlichen Vorstellungen konzipierte afghanische Staat zu einem allein lebensfähigen und von allen Afghanen akzeptierten, friedlichen Gemeinwesen entwickelt haben wird.
Der »Wegweiser zur Geschichte: Afghanistan« liegt nun in einer dritten, erweiterten und aktualisierten Fassung vor. Er soll es interessierten Lesrinnen und Lesern ermöglichen, sich rasch über Geschichte und Kultur des Landes, aber auch über aktuelle Konfliktstrukturen zu informieren. Die dritte Auflage bildet nicht nur die Entwicklung bis Ende 2008 ab, sondern berücksichtigt gleichzeitig das lebhafte Feedback, welches das Militärgeschichtliche Forschungsamt (MGFA) aus den Reihen von mittlerweile mehr als 90.000 Lesern erreicht hat.
Sexuelle Zwangsarbeit in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. 2. Auflage
Dies ist die erste Gesamtdarstellung eines Themas, das bislang weitgehend im Verborgenen geblieben ist: die Zwangsprostitution im Lagersystem der SS. Die Forschung hat das wie mit einem Tabu belegte Thema der sexuellen Gewalt im KZ bis heute meist ausgeklammert. Robert Sommer hat für seine Arbeit in allen relevanten Archiven recherchiert, er hat sogar Interviews mit Überlebenden führen können. Sein grundlegendes Buch zeichnet das Bild einer bisher unbekannten Realität des Schreckens. Auf Befehl Himmlers wurden ab 1942 in den größten Konzentrationslagern, u. a. in Dachau und Auschwitz, in Mauthausen und Buchenwald, in Mittelbau- Dora und Sachsenhausen, Bordelle für Häftlinge eingerichtet. Der Bordellbesuch war als Anreiz zur Steigerung der Arbeitsleistung der in das System der Kriegswirtschaft eingebetteten Arbeitssklaven in den Lagern gedacht. Die 'Prämie' blieb allerdings ausschließlich 'arischen' Häftlingen vorbehalten. Für die Bordelle rekrutierte die SS weibliche Häftlinge aus Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau, meist mit falschen Versprechungen oder unter Zwang. Die umfassende Darstellung beschreibt detailliert die Gründe für die Einrichtung der Lagerbordelle, ihre Funktion im System der Konzentrationslager, die Organisation des Bordellbetriebs, die Reaktionen der Häftlingsgesellschaft auf die 'Sonderbauten' – so die offizielle Bezeichnung der Bordelle -, die Lebensbedingungen und die Überlebensstrategien der Frauen, die Motive der Bordellbesucher sowie den Ablauf ihrer Besuche. Darüber hinaus stellt der Autor die Lagerbordelle in den Kontext der Erscheinungsformen und der Bedeutung von Sexualität im KZ.
Sprache und Gehirn
Die Sprache ist der Schlüssel zum Menschen als Kulturwesen. Wie funktionieren Sprachproduktion und Sprachverstehen? Was geschieht im Gehirn, wenn der Mensch spricht? Welche neuronalen Korrelate kennzeichnen spezifische Sprachleistungen? Dieser Band gibt aktuelle Einblicke in die linguistische Forschung und zeigt die fruchtbare Verschränkung von Psycholinguistik und Neurolinguistik. Thematisch spannt sich der Bogen von universellen Strukturen in den symbolischen Zeichensystemen der Sprache und in den Prozessen des Sprachverstehens über Gemeinsamkeiten von Sprache und Musik bis zu den Besonderheiten der Gebärdensprache. Doch wie kommen wir zur Sprache? Diese Frage kann sowohl auf die Evolution des Lebens als auch auf die kognitive Entwicklung des Einzelnen bezogen werden. Vorformen der Sprache im Tierreich und Erlernen der Sprache in der Kindheit runden daher den Themenkreis ab. Wer den Menschen verstehen will, muss seine Sprache verstehen. Wer nicht nur die Sprache, sondern auch die Sprachfähigkeit verstehen will, kann heute auf den Blick ins Gehirn nicht mehr verzichten. Mit Beiträgen von Manfred Bierwisch, Werner Deutsch & Michael Kaßecker, Julia Fischer, Angela Friederici, Stefanie Höhl & Tricia Striano, Stefan Kölsch & Tom Fritz, Matthias Schlesewsky & Ina Bornkessel-SchlesewskyMarkus Steinbach.
Verweigerungsstrategien in der Literatur seit 1800
Die Poetik des Nicht(s)tuns ist weder eine Ethik noch eine Kritik. Sie traut den vermeintlichen Segnungen der Arbeitsideologien ebenso wenig wie den Lobreden auf Müßiggang und Faulheit. Ihre begründete Indolenz verdankt sich der Semantik radikaler Verweigerungsstrategien, wie sie ein-zig der Literatur vorbehalten sind. Somit konstituiert sich diese Poetik zunächst in Lektüren müßiger, fauler und nichtsnutziger Texte. Was sie, trotz aller Skepsis gegenüber jeder Begriffsarbeit, leistet, ist zweierlei: Zum einen erzählt sie eine Geschichte, die sich von der Romantik mit ihren immer schon ironisch gebrochenen Nobilitie-rungsversuchen des Müßiggangs bis in das ausgehende 20. Jahrhundert mit seinen melancholischen Szenarien des Nichtstuns erstreckt. Und zum anderen wird in systematischer Hinsicht laboriert an Begriffen wie „Müßiggang“, „Faulheit“ und „Nichtstun“. Ein gutes Ende ist freilich nicht zu haben – zuletzt mutieren die Müßiggänger zu Wiedergängern.