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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnt Deutschland, seinen ‘Platz an der Sonne’ zu erobern. Während die deutsche Kolonialgeschichte in Afrika jedoch ein vergleichsweise kurzes Intermezzo bleibt, das nach dem Ersten Weltkrieg mit den Versailler Verträgen seinen unrühmlichen politischen Abschluss findet, floriert der Afrika-Diskurs auf literarischer und kultureller Ebene bis in die Gegenwart hinein und läuft anderen Projektionsräumen des Fremden/Exotischen – gerade in der jüngsten Vergangenheit – den Rang ab. Wie haben sich deutsche Diskurse über Afrika und Afrikaner vom späten 19. bis in das 21. Jahrhundert entwickelt? Und was wird aus den tradierten Projektionen und negativen wie positiven Stereotypisierungen im Zeitalter der Globalisierung, des Multikulturalismus und weltweiter Migrationsbewegungen?
Die vorliegende Aufsatzsammlung liefert ein in diesem Facettenreichtum bisher nicht gegebenes Spektrum: Afrikanische und deutsche Wissenschaftler befragen nicht nur Literatur (darunter auch afrikanische und afrodeutsche Texte) im engeren Sinne, sondern werten auch historische Bild- und Textdokumente zur Situation von schwarzen Kriegsgefangenen während des Ersten Weltkrieges aus, beschäftigen sich mit der Darstellung des ‘Katastrophenkontinents’ in der Gegenwartskunst und in den populären Medien (journalistische Berichterstattung, Dokumentarisches, Spielfilm) und rekonstruieren die Geschichte afrikanischer Germanisten in Deutschland.
Kultur- und geistesgeschichtliche Studien zu Austauschprozessen in Mitteleuropa
Es ist üblich geworden, die Jahrhunderte von etwa 1300 bis 1800 als Beginn der Moderne zu preisen - als Beginn, der durch Begriffe wie 'Innovation' und 'Fortschritt' gekennzeichnet wird. Dieses Buch prüft diese Einschätzung, indem es einen doppelten Zugang vorschlägt: Es verbindet historiographische Fallstudien mit systematischen Debatten über die Frühe Neuzeit. Im Blick auf die Frage der Innovation präsentiert es einige der konfliktreichsten Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen des Wissenstransfers: Theologie (Martin Luther), Astronomie (Die Rezeption des Aristoteles, Tycho Brahe), Buchhandel (Griechenland und Europa) und Literatur (Christian Weise). Im Ergebnis plädiert das Buch für einen vorsichtigen Gebrauch des Begriffs der Innovation - bis in das späte 18. Jahrhundert meinte Erneuerung häufig in erster Linie 'Renovatio'. Um ein Wort Hans Blumenbergs aufzugreifen: Die Legimität der Frühen Neuzeit findet sich weder in ihrer mittelalterlichen Vorgeschichte noch in der Moderne, sondern nur in der Epoche selbst.
Verrechtlichungsprozesse von Literatur und Film in der Moderne
Das Recht ist eine wesentliche Entstehungsbedingung moderner Literatur. Unter diesem Gesichtspunkt ist Literatur als justitiabel, als Gegenstand der Gerichte und des Rechts zu begreifen. Die Literaturgeschichte ist demnach auch entlang von Verrechtlichungsprozessen zu beschreiben: Die Zensur, das Urheberrecht und das Persönlichkeitsrecht sind dabei nur drei Beispiele aus einer Vielzahl rechtlicher Bestimmungen, die prägenden und nachhaltigen Einfluss auf die Entstehung und Wirkung von Literatur haben.
Im vorliegenden Sammelband gehen Literatur- und Filmwissenschaftler ebenso wie Juristen diesem komplexen Verhältnis nach: In 15 Fallanalysen zur deutschsprachigen Literatur von der Aufklärung bis zur Gegenwart sowie zum Film und zum Comic stellen sie besonders markante und aufschlussreiche Beispiele für das wechselseitige Bedingungsverhältnis von Literatur und Recht dar. Dabei wird vielfältig erkennbar, dass und wie Literatur in das juristische Gebiet hineinwirkt und dass der juristische Rahmen unabdingbar zum Verständnis literarischer Texte und literatursoziologischer Prozesse ist.
Zum ersten Mal erörtert ein Buch das enigmatische Motiv des Doppelgängers, welches hier nicht nur in der deutschen Literatur untersucht wird, getrennt in Drama, Dichtung und Epik und unternimmt in einem breit angelegten Versuch den Brückenschlag zum (Stumm)film. Was in der bisher vorliegenden Sekundärliteratur nur angedeutet wurde, thematisiert dieses interdisziplinäre Werk, das auch auf Spaltungsphantasien in Malerei und Fotografie eingeht. Im Mittelpunkt stehen Facettenreichtum, Vieldeutigkeit und Langlebigkeit des fantastischen Doppelgänger-Motivs, welches sogar im literarischen Realismus oder durch die Erkenntnisse der Psychoanalyse kaum an Attraktivität verliert und sich im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit psychischer Phänomene auf der Leinwand eindrucksvoll zurückmeldet. Für Literatur- und Filmwissenschaftler ist diese Thematik genauso interessant, wie für philosophisch und psychoanalytisch geschulte Leser.
Zur kulturhistorischen Diagnose eines vieldeutigen Symptoms
Kaum eine Erfahrung dürfte ein bündigeres Resümee der Befindlichkeiten der Gegenwartskultur, ihrer Verunsicherungen und Verlockungen, ihrer Erwartungen und Zweifel geben als jene des Schwindels, in der Angst und Lust nah beieinander liegen und Taumel und Täuschung zweideutig ineinander spielen.
Folgt man dem Schwindel als einem Leitsymptom der kulturhistorischen Diagnose, so stößt man in den ästhetischen und wissenschaftlichen Diskursen, in denen Schwindelerfahrungen zumal in den letzten zwei Jahrhunderten thematisiert und inszeniert wurden, auf jene irritierenden Herausforderungen an den Gleichgewichtssinn moderner Subjekte, die den Weg der Modernisierung von ihren emphatischen Anfängen bis zur Enttäuschung in der Posthistoire begleitet haben.
Dieser Band versammelt Annäherungen an vielfältigen Schwindelphänomene aus der Sicht der Medizin, der Kulturgeschichte, der Literatur- und Filmwissenschaft.
Mallorca läßt zunächst einmal nicht an deutschsprachige Schriftsteller als Exilanten des Dritten Reiches denken. Doch verschlug es einige von ihnen auch dorthin, so Albert Vigoleis Thelen, Harry Graf Kessler, Franz Blei, Karl Otten, Marte Brill, Erich Arendt, Klaus Mann und Herbert Schlüter. Einmal auf der Insel angelangt, verbrachten sie ihre Exilzeit dort unter unterschiedlichen Umständen und verließen Mallorca spätestens 1936, als der Spanische Bürgerkrieg anfing und sie sich gewissermaßen wieder auf der falschen Seite befanden. Ihre Inselerlebnisse haben sie z.T. auch literarisch verarbeitet: Otten und Thelen in den Romanen Torquemadas Schatten und Die Insel des zweiten Gesichts, Blei in einem Romanfragment mit dem Titel Lydwina und Arendt in Gedichten. In den Emigrantenromanen Der Vulkan und Der Schmelztiegel von Mann und Brill hat sich die Insel ebenfalls niedergeschlagen. Die vorliegende Studie setzt sich das Ziel, dieses unbekannte Kapitel in der deutschen Exilforschung aufzuarbeiten. Dabei werden die näheren Umstände der Exilzeit auf Mallorca beleuchtet und die erwähnten Werke analysiert. Zu einem großen Teil stützt sich diese Studie auf unveröffentlichte Quellen
Ansichten vom Rhein
Wie das Meer haben auch Flüsse schon immer eine starke Anziehungskraft auf die Menschen ausgeübt - nicht nur wegen der Wasserversorgung. Flüsse garantieren einen besseren und leichteren Kontakt mit anderen Regionen und Ländern, indem man sie als Verkehrswege benützen kann.
Diesem verbindenden Element steht aber eine trennende Komponente gegenüber. Ein extremes Beispiel dafür ist die Spree, die im geteilten Berlin viele Jahre auf einen gefürchteten Todesstreifen reduziert wurde. Im Folgenden steht ein Fluss im Mittelpunkt, dessen Lage zwischen Deutschland und Frankreich den Geschichtsverlauf in Europa in hohem Maße geprägt hat und der in den Niederlanden immer noch als Mentalitätsgrenze zwischen dem mehrheitlich protestantischen Norden und dem als katholisch geltenden Süden gesehen wird: der Rhein. So wie die meisten großen Flüsse ist auch der Rhein geheimnisvoll und sagenumwoben. Bis heute regt die Loreley die Phantasie vieler Menschen an. Im Laufe der Zeit haben sich viele Schriftsteller, Maler und Musiker immer wieder von der Schönheit des Rheins und der Rheinlandschaft inspirieren lassen. Dass sich die Künstler dabei nicht immer von rein ästhetischen Motiven leiten ließen, zeigt sich in der Tatsache, dass der Rhein sowohl in Deutschland als auch in Frankreich in manchen Schriften, Gemälden und Musikstücken zum nationalen Fluss hochstilisiert wurde, dessen Größe und Stärke auf eine ganze Nation projiziert wurde.
Der Gebrauch und Missbrauch der schönen Künste zur Bestimmung der nationalen Identität und bei der Sicherstellung der nationalen Einheit stehen im vorliegenden Band genauso im Mittelpunkt wie ästhetische Analysen künstlerischer Darstellungen.
Mensch und Mythos
Editor: Peter Monteath
Diese Sammlung bietet eine breit angelegte Neubewertung des Lebens und der historischen Rolle von Ernst Thälmann, dem Vorsitzenden der Deutschen Kommunistischen Partei in der Zeit 1925 bis zu seiner Verhaftung von den Nazis 1933. Eine bedeutende Figur zu Lebzeiten - Thälmann war KPD-Führer während einer schicksalsschweren Zeit in der deutschen Geschichte - Thälmanns politische Rolle war keinesfalls auf die Zeit vor seinem Mord im Jahr 1944 begrenzt. In der DDR wurde er zum unangreifbaren Märtyrer im antifaschistischen Kampf erhoben.
Die Beiträge in der ersten Hälfte des Bandes unternehmen anhand erst neulich zugänglicher Materialien aus den Archiven eine kritische Auseinandersetzung mit der historischen Figur Thälmann, von seiner Jugend bis hin zu seiner Haftzeit. In der zweiten Hälfte richtet sich das Augenmerk auf die politisch motivierte Bildung und Instrumentalisierung des Thälmann-Mythos in der offiziellen Geschichtsschreibung, im Film, in Denkmälern und in der Kunst der DDR.
Der Band wird allen Wissenschaftlern, die auf den Gebieten moderne deutsche Geschichte und Geschichte der DDR arbeiten, von Interesse sein.
This collection offers a wide-ranging re-evaluation of the life and the influence of Ernst Thälmann, the leader of the German Communist Party from 1925 through to his arrest and imprisonment by the Nazis in 1933. Significant in the context of his own life-time - Thälmann was KPD leader through a fateful period of German history - Thälmann’s political influence was by no means confined to the period before his murder in 1944. In the GDR he was promoted to the status of unassailable martyr to the antifascist cause.
The contributions in the first half of the volume re-examine critically and on the basis of newly accessible archival material the historical figure of Thälmann, from his early years through to the period of his incarceration. The second half of the collection then turns to the GDR's politically motivated creation and manipulation of the Thälmann myth, as it found representation in official history, in film and in art.
The volume will be of interest to scholars working in the area of modern German or East German history.
Deutsche Klassik und Romantik aus gegenwärtiger Sicht. Deutsch-Polnische Tagung der Universität Warschau und des Collegium Europaeum Jenense (Jena) (Oktober 1995) in Warschau unter Mitwirkung der Friedrich-Schiller-Universität (Jena), und d
Editor: Marek J. Siemek
Die Beiträge dieses Bandes aus verschiedenen Disziplinen, Philosophie, Literaturgeschichte und Kunstgeschichte schließen sich zum Bild einer Epoche zusammen, die einen Höhepunkt des deutschen Geisteslebens darstellt. Dabei treten bestimmte Züge heraus, welche die Genese dieser Kultur in relativ eng umgrenzten Kommunikationszentren zeigen: Königsberg - Düsseldorf - Jena - Weimar - freilich mit Ausstrahlung auf das übrige Deutschland. So etwa: die Stilisierung der Geselligkeit über den literarischen Dialog bis zur philosophischen Interpersonalitätslehre Fichtes und einer dem entsprechenden Dialektik des Dialogs; einer Staats- und Gesellschaftsauffassung, die zwar noch in der klassischen Naturrechtslehre der Aufklärung gründete, aber den Rechtsbegriff so in sich zu gliedern wußte, daß er Implikationen verbindlich auch für das politische Handeln hergeben konnte und so aus dem Rechtsbegriff erstmals die Umsetzung des Völkerfriedens politisch fordern konnte. Es zeigt sich hier ein Grundmodell, das aller pragmatisch ausmachbaren Verallgemeinerungsfähigkeit überlegen ist, da die sittliche Person auch schon im Recht eine individuelle Aufforderung erhält, soll politisches Handeln von der öffentlichen Meinung anerkannt werden. Schließlich tritt eine neue Religiosität auf, die ein Naturverständnis einbezog, das ästhetischer Herkunft war, und die vielleicht deswegen ihren überzeugendsten Ausdruck in der Malerei fand. In allen diesen Bereichen aber werden Natur und Kunst im Lichte der neuentdeckten Freiheit des autonomen Individuums wiederbelebt.