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Aus der Welt gefallen

Die Geographie der Verschollenen

Kristina Kuhn and Wolfgang Struck

Ediert von Wolfgang Struck and Kristina Kuhn

Zwischen Philologie, Wissens- und Kulturgeschichte angesiedelt, rekonstruiert das Buch eine Kunst des Verschollengehens, die im 19. Jahrhundert Geographie, Kartographie und realistische Literatur gleichermaßen fasziniert.
Im Archiv des Gothaer Perthes Verlages lagern Materialien, in denen sich ein Wissen von der Welt konsolidiert, so wie es Petermanns Geographische Mitteilungen im 19. Jahrhundert ihrem europaweiten Publikum präsentierten. Das Archiv versammelt Korrespondenzen und Karten, wissensgeschichtlich spannungsvolles, multimedial angelegtes Material, und verwaltet Geschichten des Verschollengehens als gleichermaßen literarische wie nationenbildende Ereignisse.

Ediert von Michael Quante, Hiroshi Goto, Tim Rojek and Shingo Segawa

Der Band bringt deutsche wie japanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die sich dem Begriff der Person in seinen Dimensionen und vielfältigen Debattenkontexten sowie seinen historischen Prägungen widmen.
Die Beiträge des Bandes gehen den historischen Konturen sowie systematischen Potenzialen des Begriffs nach. So werden die zahlreichen Kontexte theoretischer wie praktischer, klassischer wie zeitgenössischer Philosophie explizit, für die der Begriff der Person eine zentrale Rolle spielt.

Die Begriffsanalyse im 21. Jahrhundert

Eine Verteidigung gegen zeitgenössische Einwände

Nicole Rathgeb

Die „Ordinary Language-Philosophie“, nach der die klassischen Probleme der theoretischen Philosophie nicht substanzieller, sondern begrifflicher Natur sind, gilt heute in weiten Teilen der analytischen Philosophie als überholt. Zu Unrecht, wie Nicole Rathgeb argumentiert. Sie verteidigt sie gegen Paul Grice, eine Reihe von zeitgenössischen Autoren und Experimentelle Philosophen. Dabei geht es insbesondere darum, Argumente gegen die Existenz begrifflicher Wahrheiten zu entkräften, zu zeigen, wie wir auf der Grundlage unserer Sprachkompetenz nicht-triviale Erkenntnisse gewinnen können, und dafür zu argumentieren, dass wir in der Philosophie nicht auf Umfragen oder andere empirische Studien zurückgreifen müssen.

Bernhard Wilhelm von Bülow (1885-1936)

Eine politische Biographie

Annette Schmidt-Klügmann

Diese erste umfassende Biographie Bernhard Wilhelm von Bülows, 1930–1936 Staatssekretär im Auswärtigen Amt, eröffnet einen neuen Blick auf die deutsche Haltung zum System internationaler Friedenssicherung vor dem Hintergrund der Bestrebungen, die Folgen des Versailler Vertrags zu revidieren.
Das bislang vorherrschende Bild von Bülows als Locarno- und Völkerbundgegner, der als Staatssekretär ab 1930 bewusst die Abkehr von der Verständigungspolitik Stresemanns einleitete, erfährt dabei eine Neubewertung. Weitere Schwerpunkte der Untersuchung bilden von Bülows Verhältnis zu den Systemwechseln von 1918/19 und 1933 und die Frage nach den Handlungsspielräumen des Auswärtigen Amtes unter dem NS-Regime.

Bewegungsfiguren

Über die Bewegung der Strichfigur in der Zeichnung und ihre Bedeutung für den Zeichentrickfilm

Pirkko Rathgeber

Wie kommt die Bewegung ins Bild? An Beispielen seit der Renaissance erkundet der Band eine der fundamentalen Fragen der Kunst und liefert damit zugleich einen Beitrag zu einem neuen Verständnis des Zeichentrickfilms.

Die Strichfigur ist seit der Höhlenmalerei eines der grundlegenden Bilder unserer Kulturgeschichte. Weniger bekannt ist, dass diese Figur seit der Proportions- und Bewegungslehre der Renaissance als zentrales handwerkliches und theoretisches Mittel zur Entwicklung der figürlichen Bewegung im Bild fungiert und bis heute in verschiedenen Disziplinen genutzt wird.
Der Band diskutiert theoretische Reflexionen zu Zeit und Bewegung im Bild, um die zeichnerische Konstruktion von Bewegung seit Leonardo und Dürer nachzuvollziehen. Die Beobachtung der gezeichneten Bewegung erlaubt eine neue Annäherung an die Bewegung im Zeichentrickfilm. Zahlreiche, teilweise erstmals publizierte Bildbeispiele zeigen die bewegte Strichfigur über die Jahrhunderte.

Europäischer Musiktransfer

Russland im späten 18. Jahrhundert

Serie:

Sonja Erhardt

Redaktion Geneviève Espagne, Birgit Menzel, Peter Thiergen and Karl Zieger

Die vorliegende Monografie widmet sich den musikkulturellen Transferprozessen zwischen dem westlichen Europa und Russland in den Jahren 1775 bis 1800.
Diese Zeit kann als Ausgangspunkt für die spätere nationale Entwicklung der Musik in Russland erachtet werden, die zwar im musikalischen Kontext in der Nationaloper Glinkas ihren historiografischen Beginn nahm, ihren Ursprung allerdings im Wechselspiel der europäischen Musikkulturen hatte. Im Fokus steht das enge Beziehungsgeflecht von Kulturvermittlern innerhalb der dynastischen Kontakte sowie innerhalb des europäischen Kommunikationssystems.

Tabea Rohr

Frege ist bekannt für seinen Versuch, die Arithmetik aus der Logik herzuleiten. Wenn Logik die Grundlage der Arithmetik ist, so muss die Logik selbst eine Wissenschaft mit eigenen Inhalten sein.
Die Autorin zeigt, wie es Frege gelingt, logische Zeichen zu eigenständigen Begriffen aufzuwerten, der Logik dadurch einen eigenen Inhalt zuzusprechen und diesen von den Inhalten anderer Wissenschaften abzugrenzen. Dabei wird deutlich, dass Frege sich schwer damit getan hat, vom Kantischen Diktum abzuweichen, dass Logik nur ein negativer Probierstein der Wahrheit sei. Die Suche nach dem Grund dafür, dass Frege sich zu einer inhaltlichen Konzeption gezwungen fühlt, führt in die Geometriegeschichte des 19. Jahrhunderts, vor deren Hintergrund die Anfangsparagraphen der Grundlagen der Arithmetik neu interpretiert werden.

Gottlob Freges „Grundgesetze der Arithmetik“

Ein Kommentar des Vorworts, des Nachworts und der einleitenden Paragrafen

Rainer Stuhlmann-Laeisz

In seinem Hauptwerk Grundgesetze der Arithmetik stellt Gottlob Frege sein Logizistisches Programm – ausgearbeitet in der Philosophie der Mathematik – dar. Er leitet die Axiome der Arithmetik allein mit Beweismitteln der Logik aus logischen Wahrheiten, den Grundgesetzen der Arithmetik, ab.
Rainer Stuhlmann-Laeisz leitet ein in Gottlob Freges Philosophie der Logik und der Mathematik und kommentiert das Vorwort, das Nachwort sowie die einleitenden Paragrafen der „Grundgesetze“. Ebenfalls aufgenommen in den Band sind in leicht überschaubarer Zuordnung die kommentierten Fregeschen Texte. Das Buch ist auch für die akademische Lehre in den Anfangssemestern geeignet.

Heimattage

Methoden der Beheimatung in Hessen, Baden-Württemberg und Westfalen (1945-1985)

Serie:

Sebastian Hösch

„Heimat“ ist in aller Munde. Was aber konkret damit gemeint ist, wenn von Heimat die Rede ist, wird in der Regel nicht gesagt. Die Erarbeitung einer Definition ist aber unabdingbar, wenn es um mehr gehen soll als um einen Bezug zu einem Ort oder zu einem geografischen Raum.
Dieser Band vergleicht anhand von fünf heimatorientierten Festen die unterschiedlichen Visionen von Heimat und behandelt die vielfältigen Versuche, diese Visionen umzusetzen. Analog zu den Konjunkturen des Heimatbegriffs setzt die Untersuchung in den Anfangsjahren der Bundesrepublik an und führt bis in die 1980er Jahre.
Im Mittelpunkt stehen neben den Fragen nach Form und Wirkung auch die nach dem gesellschaftlichen Umfeld und den Motiven der Organisatoren.

Herrliche Schwere

Bildkonzepte der Herrlichkeit Gottes nach Kunstwerken von Richard Serra

Serie:

Kristin Riepenhoff

Für das Erscheinen der Herrlichkeit Gottes hat die jüdisch-christliche Geschichte verschiedene Bildkonzepte entfaltet. Ihre gemeinsame Basis ist der alttestamentliche Herrlichkeitsbegriff, der ursprünglich auch die Grundbedeutung der physischen Schwere beinhaltet.
Durch Orientierung an den Arbeiten des Bildhauers Richard Serra, dem bildhaftes Experimentieren mit Gewicht und Schwere ein zentrales Anliegen ist, erschließt Riepenhoff neue Ansätze für das theologische Nachdenken über die Herrlichkeit Gottes als Schwere. Dabei geht es auch um die Frage nach der Entwicklung angemessener Interpretationsverfahren bildlich strukturierter Bedeutungen in theologischen Diskursen.