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Ralf Koerrenz

Es gibt eine spezifisch hebräische Kultur der Bildung – das ist der Leitgedanke dieser Grundlegung. In dieser Kultur der Bildung spielt neben Aspekten wie Freiheit und Individualität ein bestimmtes Verständnis der Verantwortung des Menschen gegenüber sich selbst, der Mitwelt und der Umwelt eine entscheidende Rolle.
Dabei wird der Mensch als ein Wesen verstanden, das von der unaufhebbaren Gleichzeitigkeit von Entfremdung (Sünde) und Freiheit (als Befreiung) geprägt ist. Mit »hebräisch« wird dabei ein kultureller Überlieferungskontext bezeichnet, der sich in den Schriften der hebräischen Bibel gebündelt hat. Schöpfung und Sündenfall, Befreiung und prophetische Kulturkritik werden mit Blick auf das Bildungsmotiv anthropologisch ausgedeutet. Insgesamt entfaltet der Hebräische Humanismus nicht nur ein Verständnis von Kultur und Bildung, sondern kann insgesamt als eine bestimmte Ausprägung einer Kultur der Bildung verstanden werden. Der Hebräische Humanismus bildet die gemeinsame Grundlage für entsprechende Strömungen im Judentum, Christentum und Islam.

Geschichte der Erziehung und Bildung

Medienentwicklung und Medienwandel

Marcelo Caruso

Ediert von Sabine Seichter

Posthumanistische Pädagogik

Unterwegs zu einer poststrukturalistischen Erziehungswissenschaft

Michael Wimmer

Existenzphilosophie, Kritische Theorie und (Post-)Strukturalismus stimmen darin überein, dass die Rede von dem Menschen überholt ist. Zum einen hat der Humanismus seine praktische Geltungskraft und seine theoretischen Begründungsansprüche verloren, zum anderen hat sich die Sonderstellung des Menschen in Abgrenzung zum Tier wie zur Maschine durch die Erkenntnisse der empirischen Natur- und Humanwissenschaften als Illusion erwiesen. Das Ende des Menschen als Fundamentalkategorie bedeutet jedoch nicht, dass auch die Frage danach verschwunden wäre, wie die Menschen mit sich und Anderen/m umgehen. So beansprucht der Transhumanismus als Erbe des Humanismus dessen Vervollkommnungsideen technologisch realisieren und die Endlichkeit und Unvollkommenheit des Menschen in einer Symbiose mit der Maschine überwinden zu können. Statt um den Übermenschen, der als maschinentechnische Neugestaltung das Vacuum, das die These vom Ende des Menschen in der Anthropologie hinterlassen hat, theo-technologisch ausfüllt, geht es im Posthumanismus um ein anderes Verständnis des Menschen jenseits der Abgrenzungen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Wesen. Die hier versammelten Beiträge verstehen sich als Stationen auf dem Weg zu einem solchen posthumanistischen Verständnis des Menschen und erkunden das neue Problemfeld, das sich nach den »Enden des Menschen« aufgetan hat, mit dem Ziel einer Posthumanistischen Pädagogik, die für die Zukunftsprobleme offen ist.

De-Finition

Poststrukturalistische Einwände gegen die Limitierung des Anderen

Erik Ode

Abstract

De-Finition. Poststructuralist Objections to the Limitation of the Other

The metaphysic tradition always tried to structure the world by definitions and scientific terms. Since poststructuralist authors like Derrida, Foucault and Deleuze have claimed the ›death of the subject‹ educational research cannot ignore the critical objections to its own methods. Definitions and identifications may be a violation of the other’s right to stay different and undefined. This article tries to discuss the scientific limitations of the other in a pedagogical, ethical and political perspective.

Definitionen als pragmatische Erläuterungen

Eine analytische Perspektive

Christian Nerowski

Abstract

Definitions as Pragmatic Explanations. An Analytical Perspective

This article takes an analytical perspective on ›definitions‹ in educational science. After a delineation of the analytical perspective as a pragmatic practice of explanation, two common types of definition are described and illustrated using the concept ›instruction‹ [›Unterricht‹]: the concept analysis, which aims at naming the individually necessary and jointly sufficient properties of a concept; and the concept explication, which aims at the formulation of a precise term that is fruitful for further research but only similar to everyday language. Finally, it will be discussed in which respect explication and analysis can be considered a pragmatic explanation. For this purpose, explanation is understood as a social process: not definitions explain a term, but a person uses definitions in order to explain a term to a group of addressees for a specific purpose. For this aim, conceptual analysis and concept explication may serve as possible orientations.

Sabine Seichter