Browse results

Lateinisch-deutsche Ausgabe
Series:  Phantasos
Die zweisprachige Ausgabe legt rund zweihundertfünfzig Jahre nach ihrer Entstehung eine vollständige Übersetzung der ersten philosophischen Ästhetik vor. Einführende Essays und ausführliche Anmerkungen stellen das Werk in seinen philosophischen Kontext und erläutern Aufbau und Terminologie. Die für Baumgartens Ästhetik relevanten Stellen aus seiner Metaphysik, Ethik, Logik, Philosophia generalis und anderen Schriften sind im Anhang übersetzt. Ein kommentierter Sach- und Personenindex erschließt den Text lexikalisch und verweist auf Vergleichsstellen und deutsche Originalbegriffe in den Schriften Baumgartens und seines philosophischen Umfelds. Die ‚Morgenröte der Erkenntnis’ ist für Alexander Gottlieb Baumgarten das Sinnbild einer Dimension menschlichen Wissens, die er als erster Philosoph der Geschichte in das Zentrum theoretischer Überlegungen rückt: die sinnliche Erkenntnis. 1750/ 58 erscheint mit seiner berühmten ‚Aesthetica’ die Initialschrift der philosophischen Ästhetik. Sie entfaltet, vermittelt durch die deutschen Schriften seines Schülers Georg Friedrich Meier, eine epochale Wirkung in der Geschichte der Philosophie, aber auch der Künste, der Poetik, Rhetorik und der Kunsttheorien. Baumgarten definiert die neue philosophische Disziplin als „Wissenschaft der sinnlichen Erkenntnis“ und verortet sie systematisch neben der Logik als der Wissenschaft der „oberen Erkenntnisvermögen“. Die sinnliche Erkenntnis ist aber nicht nur ‚Morgendämmerung’ auf dem Erkenntnisweg zum ‚hellen Mittagslicht’ der Vernunft. Vielmehr hat sie als ‚Morgenröte’ eine eigene, spezifisch ästhetische, Dimension: die Schönheit. Die Schönheit der Phänomene gründet in der Fülle des Seins, die sich in voller Konsequenz in individuellen Seienden verwirklicht. In dieser Hinsicht ist die Ästhetik eine ‚Metaphysik des Schönen’. Die unübersehbare Merkmalfülle des Individuellen bleibt der rationalen Analyse verwehrt, erschließt sich aber in ganzheitlicher Weise der sinnlichen Erkenntnis. Der ästhetische Zugang komplementiert somit die theoretische Erkenntnis der Wirklichkeit auf unhintergehbare Weise und macht deshalb die Ästhetik als ‚Logik des Individuellen’ notwendig. Sinnliche Erkenntnis zielt auf eine eigene „ästhetische Wahrheit“, die sich in ganzheitlichen Gestalten wie z. B. Kunstwerken artikuliert. Insofern ist die Ästhetik auch eine, an der antiken Poetik und Rhetorik orientierte, philosophische ‚Theorie der Kunst’. Die von einer Philosophin und einem Latinisten interdisziplinär erarbeitete Übersetzung der Aesthetica und der sie ergänzenden philosophischen Texte strebt gute Lesbarkeit bei größtmöglicher Textnähe an. Damit soll dem lateinkundigen Leser auch das Verständnis der Originalschrift erleichtert werden. Das Aesthetica-Lexikon erläutert einerseits die Namen, die relevanten Begriffe und ihre Übersetzungen und ermöglicht andererseits deren Auffinden in dem umfangreichen Textkörper. Eine Bibliographie der wichtigsten Primär- und Sekundärliteratur faßt den derzeitigen Forschungsstand zusammen Die lateinisch-deutsche Ausgabe von Alexander Gottlieb Baumgartens „Aesthetica“ (1750/58) gehört neben Giovanni Battista Casanovas „Theorie der Malerei“ (1765-84) und der von Roland Kanz über Casanova verfaßten Biographie zum Themenschwerpunkt ‚18. Jahrhundert’ der Reihe PHANTASOS. Übersetzt, mit Anmerkungen, einführenden Essays, erläuternden Baumgarten-Texten, einer Bibliographie und einem Aesthetica-Lexikon versehen von Constanze Peters und Peter Witzmann
Author: Joseph Görres
Mit dem auf vier Bände angelegten Werk wird erstmalig eine Ikonologie der christlichen Kunst im historischen Ablauf geschildert. Die komplexe Geschichte des Bildes in der Kirche wird ausgehend von der Intention der Darstellungen auf den verschiedenen Bildträgern aufgezeigt und die Weise der damit verbundenen Argumentation fundiert dargelegt. Eingebettet in allgemeine historische Entwicklungen wird der Wandel der Themenkreise beschrieben. In der Einleitung werden die Prinzipien der Arbeit erläutert. Teil 1 (Alte Kirche) behandelt die Entstehung einer christlichen Bildkunst am Grabe (auf Sarkophagen und in Katakomben) und den späteren Übergang in die Kirchdekoration. Nach gleichen Prinzipien werden in Teil 2 die Bildkunst des Mittelalters, in Teil 3 die der Neuzeit und in Teil 4 die andersartige Entwicklung in der Ostkirche geschildert.
Author: Dirk Hartmann
Das Werk behandelt in sieben Bänden die philosophischen Probleme in ihrem Zusammenhang. Das heißt, die klassischen philosophischen Problemstellungen wie etwa „Was können wir wissen?“, „Was ist Wissenschaft und wie lässt sie sich methodisch beginnen?“, „Wie verhalten sich Körper und Geist?“, „Ist der Wille frei?“ „Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?“, „Lassen sich moralische Normen objektiv begründen?“, „Gibt es universelle Menschenrechte?“, „Hat das Dasein der Welt einen Sinn und ein Ziel?“, „Gibt es einen Gott?“ usw. werden nicht einfach katalogisch nacheinander und voneinander unabhängig abgehandelt, sondern vielmehr konsequent auseinander entwickelt und entsprechend beantwortet.
Daher handelt es sich hier um ein philosophisches System und seine Absicht und Anspruch ist die philosophische Behandlung des Ganzen. Hiermit befindet sich der Autor im Gegensatz zu der sich seit dem Zusammenbruch des Hegelschen Systems auch in der Philosophie immer stärker durchsetzenden Tendenz der Spezialisierung und Fokussierung auf Einzelfragen.
Das Werk steht insgesamt in der Tradition der Transzendentalphilosophie Kants und des Deutschen Idealismus von Fichte, Schelling und Hegel, der Phänomenologie Husserls, der sprachkritischen Philosophie Freges und Wittgensteins und der konstruktiven und methodisch-kulturalistischen Wissenschaftstheorie.


Über Poetiken kreditökonomischen Wissens in der Prosa von Freytag und Keller
Author: Sven Fabré
Dichten mit der Feder des Bankiers. Sven Fabré dokumentiert ungeahnte Verstrickungen zwischen Literatur und Kreditökonomie.
Nach Jahren finanzieller Kalamitäten könnte man leicht vergessen, dass
die Kreditökonomie um die Mitte des 19. Jahrhunderts in hohem Ansehen stand. Denn wer in jener rapide aufbrechenden Welt die Chancen sehen wollte, brauchte keinen betrübten, sondern einen zuversichtlichen Blick, der die Keime einer schöneren gemeinsamen Zukunft erkennt – und die der Mitmenschen gewährt.
Gerade dieses geschäftlich geschulte Hinschauen, hat in der Literatur des deutschsprachigen Realismus Karriere gemacht. Auch dieser beabsichtigte eine Wirklichkeitserfassung, die nicht im Zeichen der Skepsis stand, sondern in der undurchschaubaren und bedrohlichen Realität den noch kommenden Ertrag vorauszuahnen vermochte.