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Studien zu Literatur und Recht in Russland und der Ukraine von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart
Weshalb haben sich die seit der Wende für Russland und die Ukraine gehegten Hoffnungen auf institutionellen Wandel und Rechtsstaatlichkeit nicht erfüllt? Der Band dokumentiert Ergebnisse der Forschungsprojekte »Erzählte Justiz in Russland: Narrative Übersetzungen einer Rechtsordnung, 1864–1917« und »Recht und Rhetorik im Postsozialismus«.
Der Band erforscht zwei Modernisierungsetappen der russischen und ukrainischen Justiz. In Konkurrenz zur Literatur illustrieren Anwälte seit der Justizreform (1864) mit Fallbeschreibungen als »narrativen Übersetzungen von Rechtsordnung« ihre Plädoyers. »Recht und Rhetorik« wiederum untersucht ›Paratexte‹ wie den Justizjournalismus, die die jüngeren Rechtsreformen begleiten.
Die Frage nach der Gerechtigkeit beschäftigt die Philosophie seit der Antike. Doch stellt sich mit Blick auf die Vielfalt der Gerechtigkeitsvorstellungen in historischer wie interkultureller Perspektive die Frage, ob die Suche nach einem universellen Prinzip des Gerechten angesichts der Vielschichtigkeit des Phänomens überhaupt erfolgreich sein kann. Inwiefern es daher sinnvoller erscheint, von einer irreduziblen Pluralität der Gerechtigkeit auszugehen, wird in den Beiträgen dieses Sammelbandes aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus diskutiert. Im Fokus stehen die Suche nach einer interkulturellen Perspektive auf drängende Gerechtigkeitsprobleme unserer Zeit sowie die Frage nach dem Verhältnis der Gerechtigkeit zu anderen normativen Ansprüchen und deren Quellen wie Liebe oder Humanität.
Eine narratologische Reflexion polnischer Reisetexte des 19. Jahrhunderts
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Wie lässt sich das Fremde vermitteln? Die vorliegende Monographie geht dieser Grundfrage anhand von Reisetexten aus der polnischen Literatur des 19. Jahrhunderts nach. Besonderes Augenmerk gilt dem Erzählen von Begegnungen mit dem Fremden und dessen unterschiedlicher Gestaltung in den Epochen der Romantik und des Positivismus/Realismus mit einem Ausblick auf das ,Junge Polen'. Daher steht im Mittelpunkt die Stimme, die – verstanden als Darstellungskonventionen für das Erzählen – den Kommunikationsakt insgesamt berücksichtigt. Entwickelt wird eine mediale Stimmkonzeption, auf deren Grundlage (großteils kanonische) Reisetexte der polnischen Literatur des 19. Jahrhunderts analysiert werden. Kontrastiert wird dabei das Schreiben derselben Autorinnen und Autoren in verschiedenen Gattungen. Dokumentarische Reisetexte, Reise-Lyrik und fiktionales Erzählen vom Reisen geben so ein facettenreiches Bild von Darstellungen der Begegnung mit dem Fremden.
This volume is a major contribution to the study of the life, work and standing of Joseph Brodsky, 1987 Nobel Prize Laureate and the best-known Russian poet of the second half of the twentieth century. This is the most significant book devoted to him in the last 25 years, and features work by many of the leading experts on him, both in Russia and the West. Every one of the chapters makes a real contribution to different aspects of Brodsky – the growth of interest in his work, his world view and political position, and the unique aspects of his poetics. Taken together, the sixteen chapters offer a rounded interpretation of his significance for Russian culture today.
In the history of the twentieth century, Futurism marked the birth of the avant-garde and major artistic and literary changes. Although it first appeared in Italy and Russia, it developed in Poland between 1918 and 1924. The vast documentation and texts, most of them previously unpublished, that we have brought together in this volume constitute the most complete collection ever published on Polish Futurism. A rich critical apparatus and iconography from the 1920s complete the work.

Dans l'histoire du XXe siècle, le futurisme marque la naissance des avant-gardes et des grandes mutations artistiques et littéraires. S'il apparaît d'abord en Italie et en Russie, il se développe en Pologne entre 1918 et 1924. La vaste documentation et les textes, pour la plupart inédits que nous avons réunis dans ce volume constituent l'ensemble le plus complet jamais édité sur le futurisme polonais. Un riche appareil critique et une iconographie des années 1920 complètent l'ouvrage.
Zur Verbindung von Tod, Weiblichkeit und (Heiligen-)Bild bei Fedor Dostoevskij, Vasilij Perov, Ivan Turgenev und Evgenij Bauėr
Die zum Reflexionsbild erstarrte Frauenleiche ist ein zentrales Motiv der europäischen Kunst, das sein russisches Kulturspezifikum durch die Verbindung mit der orthodoxen Ikone erhält. Die Studie untersucht die Transformationen lebendiger Frauenfiguren zu toten Bildkörpern und geht deren Funktions- und Bedeutungsvielfalt nach. Die hier betrachteten (Bewegt-)Bilder und Texte stellen den weiblichen Leichnam als (Heiligen-)Bild in vielschichtige ästhetisch produktive Spannungsfelder: zwischen Kult und Kunst, Dies- und Jenseits, Form und Zerfall, Ethik und Ästhetik. Insofern sie dabei auch das Verhältnis von Russland und (West-)Europa sowie zwischen Tradition und sich anbahnender Moderne verhandeln, problematisieren die Werke virulente Fragen der Zeit, Umbrüche und Krisen sowohl ästhetisch-poetologischer als auch religiöser, philosophischer, medialer, ethischer und sozialer Natur.
Die Reihe ist abgeschlossen.
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Exploring the metamorphoses of the body in the eighteenth-century Robinsonade as a crucial aspect of the genre’s ideologies, Castaway Bodies offers focused readings of intriguing, yet often forgotten, novels: Peter Longueville’s The English Hermit (1727), Robert Paltock’s Peter Wilkins (1751) and The Female American (1767) by an anonymous author. The book shows that by rewriting the myths of the New Adam, the Androgyne and the Amazon, respectively, these novels went beyond, though not completely counter to, the politics of conquest and mastery that are typically associated with the Robinsonade. It argues that even if these narratives could still be read as colonial fantasies, they opened a space for more consistent rejections of the imperial agenda in contemporary castaway fiction.
This rich, in-depth exploration of Dada’s roots in East-Central Europe is a vital addition to existing research on Dada and the avant-garde. Through deeply researched case studies and employing novel theoretical approaches, the volume rewrites the history of Dada as a story of cultural and political hybridity, border-crossings, transitions, and transgressions, across political, class and gender lines. Dismantling prevailing notions of Dada as a “Western” movement, the contributors to this volume present East-Central Europe as the locus of Dada activity and techniques. The articles explore how artists from the region pre-figured Dada as well as actively “cannibalized”, that is, reabsorbed and further hybridized, a range of avant-garde techniques, thus challenging “Western” cultural hegemony.