Series:

Jean-Jacques Rousseau

Edited by Ludwig Schmidts

Erziehung als Handwerk

Studien zur Zeigestruktur der Erziehung

Klaus Prange

Die Operative Pädagogik will nicht nur begründet sein, sie muss auch selber in ihrer Tragweite und in ihren Konsequenzen demonstriert werden. Das ist das verbindende Motiv in den hier vorgelegten Analysen und Perspektiven zur Operativen Pädagogik. Der leitende Gedanke ist: Pädagogik ist als Praxis und als Reflexion auf diese Praxis von der Eigenart des erzieherischen Handelns her zu verstehen. Sie besteht in der Operation des Zeigens in Hinsicht auf Lernen.
Das Erziehen ist ein Handwerk im wörtlichen Verstande und in dem erweiterten Sinne eines beredten Handwerks. Ohne die Hand kein Zeigen. Ob es um die Artikulation von Unterricht oder die Machtverhältnisse in pädagogischen Inszenierungen geht oder um das Ballspiel und didaktische Verstehensprozesse, um das Verhältnis von Antwort und Frage in der Pädagogik oder das Problem nachhaltigen Lernens: immer ist das Handwerk des Zeigens der zentrale Fokus für das pädagogische Handeln und für die Reflexion auf dieses Handeln.

Kindheit bei Maria Montessori und Ellen Key

Disziplinierung und Normalisierung

Marcus Reiß

Reformpädagogik gilt bis heute als »magische Größe«. Ihre Anhänger verzaubert sie mit der eingängigen Formel: Nicht nur »naturgemäß« soll Erziehung sein, sondern auch wertschätzend, praxisnah und individuell. So verspricht sie Heilung (von falscher Pädagogik) und argumentiert scheinheilig: Sowohl »begradigen« als auch »überwinden« sind unverzichtbare Bestandteile ihres Kanons pädagogischer Leitbegriffe.
Die Kindheitskonzepte von Maria Montessori und Ellen Key werden besonders dafür geschätzt, dass sie das »Leben« feiern. Dabei argumentieren sie mitunter allerdings wenig lebensbejahend. Besonders augenfällig ist, dass sie vor allem gesunde, normale und folgsame Kinder besonders wertschätzen. Der ideale Nachwuchs soll sowohl folgsam als auch unauffällig sein: Nicht jedes Kind ist aus sich heraus wertvoll. Daher appellieren sie an künftige Eltern, möglichst nur den richtigen Erbanlagen ins Leben zu verhelfen (was nicht zwangsläufig die eigenen sind). Überhaupt haben beide sehr konkrete Vorstellungen davon, wie Kinder sein müssen... und was passieren könnte, wenn sie nicht sind, wie sie sein sollen.

Negative Pädagogik

Sokrates und die Geschichte des Lernens

Patrick Bühler

In Philosophie und Theologie und in jüngeren, pädagogischen Nachbardisziplinen seit mindestens hundert Jahren auf vielfältige Weise erforscht, hat Negativität in der Pädagogik selbst bislang kaum Beachtung gefunden. Die Geschichte der pädagogischen SokratesRezeption bietet eine der seltenen Gelegenheiten, den Umgang der Pädagogik mit Negativität zu studieren.
Die späte und bescheidene Karriere der Negativität in der Pädagogik wirkt um so erstaunlicher, als ihr Werdegang nicht nur in Nachbardisziplinen anders verlaufen ist, sondern als Kommunikation selbst - und damit natürlich auch Lehren und Lernen - immer Negationen einschließt. Für eine Analyse des ,negativen‘ Apriori der Pädagogik eignet sich Sokrates ganz besonders. Zum einen wird dem Philosophen seit rund 150 Jahren von Pädagogen einhellig und in Übereinstimmung mit Philologen und Philosophen attestiert, neben einer positiven auch eine negative Didaktik anzuwenden. Zum anderen ist die Geschichte der ,sokratischen Methode‘ ein äußerst aussagekräftiger ,Gradmesser‘, dient Sokrates doch der Pädagogik seit drei Jahrhunderten als Referenzgröße.

Schulmodell: Jena-Plan

Grundlagen eines reformpädagogischen Programms

Ralf Koerrenz

»Schule als Gegenöffentlichkeit« ist der hermeneutische Schlüssel, mit dem Ralf Koerrenz das schulpädagogische Reformmodell des Jena-Plans interpretiert. Die Chancen und Ambivalenzen des Modells werden dadurch gleichermaßen sichtbar.
Die reformpädagogische Konzeption »Jena-Plan« von Peter Petersen muss von seinen erziehungsphilosophischen Grundlagen aus verstanden werden. Von »Schule als Gegenöffentlichkeit« werden die didaktischen Handlungsebenen in der Schule (Lehren, Lernen) ebenso verständlich wie die Spiegelung der Theorie in der pädagogischen Praxis. Die Bestimmung der Konturen dieses Modells geschieht hier jenseits der historischen Debatten um die Verstrickung Petersens in den Nationalsozialismus. Gefragt wird nicht zuletzt mit Blick auf Leitbild und Praxis heutiger Jena-Plan-Schulen nach einem kontextunabhängigen Kern dessen, was eine Schule zur Jena-Plan-Schule macht. Die Chancen und Ambivalenzen des Modells werden so gleichermaßen sichtbar.

Hermann Lietz

Einführung mit zentralen Texten

Ralf Koerrenz

Grundlagen des Kunstunterrichts

Eine Einführung in die kunstdidaktische Theorie und Praxis

Series:

Klaus Eid, Michael Langer and Hakon Ruprecht

Edited by Winfried Böhm, Ursula Frost, Volker Ladenthin and Gerhard Mertens

Erfahrung - Medium - Mysterium

Studien zur medialen Technik in bildungstheoretischer Absicht

Series:

Ralf Mayer

Edited by Alfred Schäfer

Der Autor untersucht die Relevanz von Formen technischer Medialität gerade für solche Subjektivierungsprozesse, die mit dem Bildungsbegriff in Beziehung gebracht wurden. Dabei wird der These eines immanenten Verhältnisses zwischen dem Medien-, Erfahrungs- und Bildungsbegriff in Form elementarer Suchbewegungen nachgegangen.
Die Spurensuche entfaltet in systematischer Weise ausgewählte Konzepte von Selbst-, Fremd- und Weltexplikationen, reflektiert auf die Konsequenzen der Unverfügbarkeit der Identifikation von Selbst und Anderem und mündet in die Frage nach dem Verhältnis von Subjekt bzw. Subjektivierung und medialer Technik. Die bildungstheoretische Absicht der Arbeit verweist diesbezüglich nicht allein auf eine reflexive Bewegung, die der medialen Formierung des Subjekts nachgeht. Sie fragt zudem nach den Schnittstellen, an denen der Mensch die verordnete Selbstformierung riskiert.