Belting, Boehm, Bredekamp, Burda
Author: Daniel Hornuff
Editor: Daniel Hornuff
Manche bezeichnen die Bildwissenschaft als neue Superdisziplin. Andere als puren Überfluss. Aber niemand kann sagen, für was die eine Bildwissenschaft steht – aus einem simplen Grund: Es gibt sie nicht.
Das Etikett Bildwissenschaft birgt unterschiedlichste Ziele und Methoden. Wer sie vereinheitlicht, verkennt ihre Möglichkeiten. Erst die Arbeit an ihren Differenzen profiliert Stärken und markiert Schwächen. Daher setzt das Buch vier Protagonisten der Bildwissenschaft in einen Widerstreit: Hans Belting, Gottfried Boehm, Horst Bredekamp und Hubert Burda. Der Kontrast ihrer Ansätze zeigt, dass das Entscheidende der Bildwissenschaften in ihrem Unterscheiden liegt.

Cézanne und Helmholtz
In Angela Breidbachs Studie liest sich das Spätwerk des Künstlers wie ein malerisches Lehrbuch physiologischer Sehräume. Was Cézanne aus dem Theoriegefüge seiner Zeit bildnerisch erarbeitete war durchaus neu, ging jedoch kurze Zeit später wieder verloren. Erst der Kubismus und der Film entwickeln diese raumzeitlichen Dynamiken des Sehens weiter, arbeiten aber, wie gezeigt wird, mit anderen Parametern. Breidbach stellt Cézanne in den Zusammenhang der Sehtheorie des 19. Jahrhunderts, dazu gehören maßgeblich Hermann von Helmholtz´ Handbuch der Physiologischen Optik und Charles Wheatstones Erfindung des Spiegelstereoskopes. Sie beschreibt anhand einzelner Bildanalysen, wie Cézanne für die Sehformen malerisch visuelle Modelle baut und wie er sein Werk nach ihren Gesetzen vorantreibt. Wie ordnet der Künstler ein panoramatisches Sehen, dessen Peripherie sich um das Zentrum des Sehenden krümmt, in die Bildfläche? Wie gelingt es dieser Malerei, ein stereoskopisches Modell, dessen Zentrum der Gegenstand und dessen bewegliche Peripherie der Sehende ist, in seinem mehrfachen Anklang der Bilder umzusetzen? Die Modelle durchdringen einander und verbinden sich zu Architekturen hoher Komplexität. Dabei ergeben sich Regeln simultaner wie sukzessiver Mehrfachbilder, das stereoskopische Sehen erweist sich als kognitives Sehen, in dem sich ein erster Erinnerungsbegriff findet. Anschauung, schon von Helmholtz als Verbindung von Wahrnehmung und Vorstellung benannt, findet sich bei Cézanne in der Transparenz ineinandergesetzter Projektionen verschiedener Zeitstufen, die bildnerische Räume auffalten.
Die archäologischen Denkmäler unter Einbeziehung des numismatischen und epigraphischen Materials sowie der literarischen Nachrichten. Ein Beitrag zur Kunst- und Kulturgeschichte der hadrianisch-frühantoninischen Zeit
Author: Hugo Meyer
In Applied Emblems in the Cathedral of Lugo, Carme López Calderón deals with the emblematic programme found in the Chapel of Nuestra Señora de los Ojos Grandes (Galicia, Spain), consisting of 58 emblems painted c.1735.

Making use of a wide range of printed sources, Carme López Calderón delves into the meaning of each emblem and provides a convincing and compelling all-encompassing interpretation of this cycle, which can rightly be described as the richest and most complete programme of Marian applied emblematics in the Iberian Peninsula.
Archäologische Objekte und Verfahren in der bildenden Kunst des 18. Jahrhunderts und der Gegenwart
Der Band behandelt die Wiedergabe archäologischer Objekte und Verfahrensweisen in der bildenden Kunst des 18. Jahrhunderts und der Gegenwart.
Die Beiträge des ersten Teils zeigen, wie sich die Vorstellungen des G.B. Piranesi von der Größe Roms in seinen hybriden Antikenrekonstruktionen und in seinen antikisierenden Reliefs niederschlugen. Auch die gleichzeitig entstandenen Korkmodelle sowie Daktyliotheken, Wandgemälde, Figuren und Porzellangefäße visualisierten Wissen von der römischen Antike, hielten es in der aktuellen Lebenswelt der Zeitgenossen präsent, regten zum Gespräch darüber an und formatierten so den historischen Diskurs. Die Beiträge des zweiten Teils gehen von der Frage aus, was es für die Archäologie als Wissenschaft bedeutet, wenn zeitgenössische Künstler ihre Gegenstände, Methoden und Ordnungssysteme aufnehmen und weiterentwickeln.
Case Studies from Classical Archaeology
Ancient artifacts such as statues, reliefs, and paintings gave tangible form to knowledge and abstract ideas, making them vivid, convincing, and lasting. At the same time, they emphasized, concretized, and combined only certain aspects of the ideas in question, while reducing or omitting others.
The book examines the emergence of artifacts as material manifestations of epistemic elements and the medial conditions of these shaping processes, as well as the effects of the resulting form. It combines case studies from Classical Archaeology with reflections on central aspects of material culture. With this approach, the book offers new perspectives on famous Greek and Roman works of art.
Alltagsobjekt und Wortspiel in den Pariser Bildkünsten des 19. Jahrhunderts
Marcel Duchamps Ready-mades sowie Pablo Picassos Collagen stehen paradigmatisch für den Bruch der Avantgarde mit der traditionellen Kunst. Inwiefern dies eine Konstruktion der Kunstgeschichtsschreibung ist, bringt die Untersuchung von Tobias Vogt zur Sprache wie zur Anschauung.

Das Buch behandelt das Verhältnis von künstlerischer Produktion zu handwerklichen und industriellen Herstellungsverfahren im französischen 19. Jahrhundert. Im Zentrum stehen dabei Industrieprodukte als plastisches Material, gemalte Zeitungslettern und die Arbeitsteilung vor allem in druckgrafischen Prozessen. Fallbeispiele zeigen, dass bereits die Salon-Kunst, die Pressegrafik, ein Gemälde von Claude Monet sowie das Bild-Text-Spiel des Rebus den vermeintlichen Innovationen des 20. Jahrhunderts – Collage und Ready-made – den Weg ebneten.
Shanghai Cartoon Artists, Shao Xunmei’s Circle and the Travels of Jack Chen, 1926-1938
Author: Paul Bevan
In A Modern Miscellany: Shanghai Cartoon Artists, Shao Xunmei’s Circle and the Travels of Jack Chen, 1926-1938 Paul Bevan explores how the cartoon (manhua) emerged from its place in the Chinese modern art world to become a propaganda tool in the hands of left-wing artists. The artists involved in what was largely a transcultural phenomenon were an eclectic group working in the areas of fashion and commercial art and design. The book demonstrates that during the build up to all-out war the cartoon was not only important in the sphere of Shanghai popular culture in the eyes of the publishers and readers of pictorial magazines but that it occupied a central place in the primary discourse of Chinese modern art history.
The Visual Culture of Esoteric Buddhism at Dunhuang
The first scholarly monograph on Buddhist maṇḍalas in China, this book examines the Maṇḍala of Eight Great Bodhisattvas. This iconographic template, in which a central Buddha is flanked by eight attendants, flourished during the Tibetan (786–848) and post-Tibetan Guiyijun (848–1036) periods at Dunhuang. A rare motif that appears in only four cave shrines at the Mogao and Yulin sites, the maṇḍala bore associations with political authority and received patronage from local rulers. Attending to the historical and cultural contexts surrounding this iconography, this book demonstrates that transcultural communication over the Silk Routes during this period, and the religious dialogue between the Chinese and Tibetan communities, were defining characteristics of the visual language of Buddhist maṇḍalas at Dunhuang.