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Adolf Hölzel

Edited by Christoph Wagner and Oliver Jehle

Adolf Hölzel war nicht nur ein Kunstpädagoge von ungeheurer Bedeutung, sondern auch ein Pionier in der theoretischen Bestimmung der ungegenständlichen Kunst: »Absolute Malerei« ist der Begriff, den Adolf Hölzel prägte.
In zahlreichen Aufsätzen und auf 4000 überlieferten Schriftblättern aus dem sogenannten »kunsttheoretischen Nachlass« entwickelt Adolf Hölzel seine Theorie, die allein an den Mitteln orientiert ist, die ein Bild konstituieren – unabhängig davon, ob etwas Gegenständliches dargestellt wird oder nicht. Denn jedes Bild ist, so Adolf Hölzel, allein ein abstraktes Gebilde von Linien, Formen und Farben. Seine kunsttheoretischen Schriften sind nun kommentiert und in chronologischer Reihenfolge erstmals zugänglich, inklusive seiner zentralen Aufsätze und Schriften, bisher unpublizierter Manuskripte und ausgewählter Briefe des vielleicht wichtigsten Kunstpädagogen des 20. Jahrhunderts

Der politische Leib

Drei Essays

Felix Heidenreich

Die Frage nach der Identität und Souveränität politischer Gemeinwesen wird erneut auf drängende Weise gestellt – und oft mit populistischen oder identitären Vorstellungen beantwortet.
Aus dem, was »wir sind«, soll angeblich ableitbar sein, was zu tun sei. Die eigentlich politische Frage – wie wollen wir leben? – wird so systematisch verdeckt. Was aber, wenn man umgekehrt davon ausgeht, dass wir erst durch unsere Entscheidungen bestimmen, was wir sind? In diesem Sinne können auch Demokraten emphatisch »Wir« sagen, auch wenn die Grenzen dieses »Wir« immer verhandelbar bleiben. Das Subjekt der Politik ist dann aber nicht als ein souverän über sich gebietender politischer Körper, sondern eher als ein von Ambivalenzen und Widerständen durchzogener politischer Leib zu denken. Die Aufgabe einer »Xenopolitik« (Waldenfels), eines Umgangs mit dem Fremden und den Fremden, stellt sich dann unter anderen Vorzeichen, nicht als bloßer Umgang mit einem Außen, sondern mit einer Erfahrung, die uns immer schon begleitet. In drei Essays spürt der Autor den Denkbildern vom politischen Leib, der Frage nach der demokratischen Identität und dem Thema der Xenopolitik nach.

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Milan Jankovic

Edited by Irina Wutsdorff

Das Konzept vom Werk als Sinngeschehen repräsentiert mit seinem Fokus auf Dynamik und Prozessualität eine in den westlichen Theoriediskussionen immer noch wenig bekannte Variante des Strukturalismus. Der tschechische Literaturwissenschaftler Milan Jankovič entwickelte sein Modell vom Kunstwerk als Quelle eines offenen, dynamischen Sinnbildungsprozesses in Auseinandersetzung mit der Ästhetik vor allem des Prager Strukturalismus. Erstmals erscheinen hier seine Studien in einem größeren Zusammenhang auf Deutsch. Der Band enthält neben der grundlegenden Monographie zum Werk als Sinngeschehen, die nach der Niederschlagung des Prager Frühlings nicht mehr erscheinen konnte, Auszüge aus neueren Arbeiten, in denen Jankovič sein Konzept auch im Lichte neuerer Theorieanstöße weiter ausarbeitete.

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Edited by Reinhard Hoeps

Das Handbuch der Bildtheologie gibt eine gründliche Einführung in Phänomene, Begriffe und Geschichte des Bildes aus theologischer Perspektive. Der vierte Band widmet sich grundsätzlichen Fragen zwischen christlicher Religion und Kunst. Die Bildtheologie geht den Valenzen des Bildes im Christentum nach, entwickelt sie als theologische Perspektive und bringt sie in den Diskurs mit Kunst- und Kulturwissenschaften ein. Das Handbuch entwirft das Tableau der historischen und systematischen Fragen der Bildtheologie.In der Moderne ist das Verhältnis zwischen Christentum und autonomer Kunst problematisch geworden. Der vierte Band des Handbuchs der Bildtheologie beleuchtet die historischen wie systematischen Dimensionen dieses Spannungsverhältnisses. Band I: Bild-Konflikte Band II: Funktionen des Bildes im Christentum Band III: Zwischen Zeichen und Präsenz Band IV: Kunst und Religion

Edited by Tobias Lachmann

Es gilt die kulturkonstitutiven Potentiale der Zerstreuung zu erforschen, weil sie unser Orientierungswissen in Frage stellen und die ‚Ordnung des Diskurses‘ karnevalistisch subvertieren.

Ausgangspunkt des Bands Ästhetik und Politik der Zerstreuung ist die Annahme, dass die eigentlich produktive Instanz von Kultur ein anonymer Prozess diskursiver Zerstreuung und Zerstreutheit ist, dem als entgegengesetzte Operationen Formen von Sammlung und Konzentration entgegenwirken. Während letztere die Funktionen der Hierarchisierung, Totalisierung und Identifizierung übernehmen, also Ordnung stiften in Bereichen, die eigentlich vom Prinzip der Dispersion gekennzeichnet sind, interessieren sich die Beiträge des vorliegenden Bands für ebenjene Momente kultureller Produktion, in denen das Prinzip der Zerstreuung entfesselt wird, Schlupflöcher findet, Grenzen überwindet und Fluchtlinien eröffnet. Angeregt von Überlegungen der Dortmunder Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Ute Gerhard widmen sie sich in exemplarischen Studien den Praktiken, Räumen, Dingen, Diskursen, Subjekten und Subjektivitäten der Zerstreuung und tragen so dazu bei, deren spezifische Ästhetik und Politik genauer zu konturieren.

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Edited by Nikolaj Plotnikov and Meike Siegfried

Die Frage nach der Gerechtigkeit beschäftigt die Philosophie seit der Antike. Doch stellt sich mit Blick auf die Vielfalt der Gerechtigkeitsvorstellungen in historischer wie interkultureller Perspektive die Frage, ob die Suche nach einem universellen Prinzip des Gerechten angesichts der Vielschichtigkeit des Phänomens überhaupt erfolgreich sein kann. Inwiefern es daher sinnvoller erscheint, von einer irreduziblen Pluralität der Gerechtigkeit auszugehen, wird in den Beiträgen dieses Sammelbandes aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus diskutiert. Im Fokus stehen die Suche nach einer interkulturellen Perspektive auf drängende Gerechtigkeitsprobleme unserer Zeit sowie die Frage nach dem Verhältnis der Gerechtigkeit zu anderen normativen Ansprüchen und deren Quellen wie Liebe oder Humanität.

Kunst der Dantezeit

Diskurse und Figurationen

Edited by Friederike Wille and Klaus Krüger

Der Band versammelt Fallstudien renommierter Autoren aus Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft zu den komplexen Bezügen von Bild und Text und zu deren medialer Differenz im 14. Jahrhundert in Italien. Im Fokus steht die Malerei des Trecento mit ihrer neuen Visualisierungskraft, die sich als kommunikatives Potenzial in der Praxis öffentlicher Bildpolitik entfaltet und an eine hohe Komplexität von bildlichen 'Sprachformen' geknüpft ist. Die Bilder erweisen sich als Medien, die an der Schnittstelle zu gesellschaftlichen und politischen Kontexten, aber auch zu visuellen und textuellen Diskursen stehen. Eine wiederkehrende Referenz ist Dantes Divina Commedia mit ihrer enzyklopädisch und zugleich eschatologisch konzipierten Fundierungsprogrammatik. Mit Beiträgen von Hans Belting, Dieter Blume, Michael Cuntz, Andreas Kablitz, Klaus Krüger, Wolf Löhr, Tanja Michalsky, Caroline Smout, Imke Wartenberg und Friederike Wille.

Aurelius Victor

Historiae Abbreviatae

Series:

Edited by PD Dr. Carlo Scardino and Mehran A. Nickbakht

Editor-in-Chief Bruno Bleckmann

Das um 360/61 n. Chr. verfasste Geschichtswerk des Aurelius Victor behandelt die römische Kaisergeschichte von ihren Anfängen unter Augustus bis in die eigene Gegenwart des Verfassers. Die vorliegende Ausgabe bietet einen revidierten lateinischen Text und eine neue Übersetzung.Im Unterschied zu anderen Breviarien des 4. Jahrhunderts zeichnet sich das Werk durch seine moralischen Bewertungen sowie seinen anspruchsvollen Schreibstil aus. Seinen besonderen Quellenwert verdankt es den oft wichtigen und einzigartigen Nachrichten für die Geschichte des 3. und 4. Jahrhunderts, die im historischen Kommentarteil erörtert werden. Der philologische Kommentar erläutert Textgestaltung, Übersetzung und die eine oder andere sprachliche Besonderheit des Autors.

"Alles ist eins"

Romantische Metaphorologie des Mediums

Stefan Börnchen

Das „Medium“, so Novalis, ist die „Vereinigung“ von „Körper“ und „Seele“ – also eine Metapher. Mit dieser Metapher verlagert sich das Körper-Geist-Problem, das die Anthropologie der 1770er Jahre immer noch nicht gelöst hat, von der Philosophie in die Literatur. So zeigt es sich bei Schiller, der seine zwei medizinischen Dissertationen über das commercium mentis et corporis für den Schauerroman Der Geisterseher wiederverwendet. Topologisch geht das Problem auf die antike Dichotomie von hýle¯ und eîdos, Stoff und Form, zurück. Schon Aristoteles hat über ihre Aufhebung im periéchon als dem „Allumfassenden“ spekuliert. In der Romantik tritt es als „Weltseele“ und „Medium“ auf. Medien-Szenen bietet die Romantik in vielen Spielarten: E.T.A. Hoffmann klettert im schlesischen Riesengebirge über eine Himmelsleiter halsbrecherisch in die funkelnde Gischt des Zackenfalls hinab. Schiller lässt aquarellierend seinen Freund Körner buchstäblich aus dem eigenen Körper herauslaufen. Heute sind die Romantiker auf Baumwipfelpfaden über allen Wipfeln und Gipfeln unterwegs.

Series:

Eugenia Bogdanova-Kummer

The Bokujinkai—or ‘People of the Ink’—was a group formed in Kyoto in 1952 by five calligraphers, Morita Shiryū, Inoue Yūichi, Eguchi Sōgen, Nakamura Bokushi, and Sekiya Yoshimichi. The avant-garde calligraphy movement they launched aspired to raise calligraphy to the same level of international prominence as abstract painting. To realize this vision, the Bokujinkai established creative collaborations with artists from European Art Informel and American Abstract Expressionism, and soon began sharing exhibition spaces with them in New York, Paris, Tokyo, and beyond. By focusing on this exceptional moment in the history of Japanese calligraphy, I show how the Bokujinkai rerouted the trajectory of global abstract art and attuned foreign audiences to calligraphic visualities and narratives.