Die Grundschule des Machbaren

Zur Kritik materialistischer Bildungstheorie und -praxis

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Roger Behrens

Die Debatten über Bildung und Erziehung sowie deren Sinn und Zweck haben Konjunktur. Obwohl unter einem allgemeinen Vorzeichen der Kritik stehend, spielt eine materialistische Bildungstheorie und -praxis in diesen Debatten keine Rolle mehr.
Noch in den 1970er Jahren gingen von der kritischen Theorie der Bildung, Erziehung und Pädagogik entscheidende Impulse aus; mit kritischen Konzepten wie »materialistische Bildungstheorie« oder »dialektische Pädagogik« konnte das humanistische Bildungsideal auch praktisch aktualisiert werden (antiautoritäre Erziehung, Kinderladenbewegung, freie Schulen etc.). Allerdings sind solche gesellschaftlichen Interventionen heute restlos integriert, die kritischen Motive weitgehend absorbiert, entschärft oder schlechterdings vergessen. Eingebettet in eine kritische Begriffs- und Gesellschaftsanalyse rekonstruiert die Studie historisch und systematisch dieses »Scheitern«, beleuchtet aber auch das »Machbare« einer materialistischen Bildungstheorie und -praxis.

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Ralf Koerrenz

Es gibt eine spezifisch hebräische Kultur der Bildung – das ist der Leitgedanke dieser Grundlegung. In dieser Kultur der Bildung spielt neben Aspekten wie Freiheit und Individualität ein bestimmtes Verständnis der Verantwortung des Menschen gegenüber sich selbst, der Mitwelt und der Umwelt eine entscheidende Rolle.
Dabei wird der Mensch als ein Wesen verstanden, das von der unaufhebbaren Gleichzeitigkeit von Entfremdung (Sünde) und Freiheit (als Befreiung) geprägt ist. Mit »hebräisch« wird dabei ein kultureller Überlieferungskontext bezeichnet, der sich in den Schriften der hebräischen Bibel gebündelt hat. Schöpfung und Sündenfall, Befreiung und prophetische Kulturkritik werden mit Blick auf das Bildungsmotiv anthropologisch ausgedeutet. Insgesamt entfaltet der Hebräische Humanismus nicht nur ein Verständnis von Kultur und Bildung, sondern kann insgesamt als eine bestimmte Ausprägung einer Kultur der Bildung verstanden werden. Der Hebräische Humanismus bildet die gemeinsame Grundlage für entsprechende Strömungen im Judentum, Christentum und Islam.

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Edited by Ralf Koerrenz, Friederike von Horn and Friederike von Horn

The Lost Mirror traces cultural patterns in which the interpretation of learning and education was developed against the backdrop of Hebrew thought.

The appreciation of learning is deeply rooted in the Hebrew way of thinking. Learning is understood as an open and history-conscious engagement of man with culture. The consciousness of history is shaped by the motif of the unavailability of the “other” and the difference to this “other”. This “other” is traditionally remembered as “God”, but may also be reflected in the motifs of the other person or the other society. The Lost Mirror reminds us
of a deficit, which is that in our everyday thinking and everyday action, we usually hide, forget and partly suppress the meaning and presence of the unavailable other. The book approaches this thinking through portraits of people such as Hannah Arendt, Leo Baeck, Walter Benjamin, Agnes Heller, Emanuel Levinas, and others.