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Eine Kritik der kommunitaristischen Moralphilosophie

Offene Gesellschaft – geschlossene Gemeinschaft

Series:

Harald Stelzer

"Gegenstand dieses Buches ist die Analyse und Kritik der Moralphilosophie des Kommunitarismus, deren grundlegende Fragestellungen nach wie vor von hoher Aktualität sind. Führt das liberalistische Verständnis von Mensch und Gesellschaft zur Auflösung sozialer Bindungen? Benötigen wir eine Revitalisierung der Gemeinschaften mit ihren jeweiligen Werten? Muss das Ideal der Neutralität des Staates aufgegeben werden? Der Autor zeigt in umfassender Weise, dass einige Annahmen des Kommunitarismus durchaus plausibel sind, dass sich seine zentralen Thesen aber nicht aufrechterhalten lassen. Der Kommunitarismus unterschätzt die potentiellen Gefahren zu enger Gemeinschaftsbindungen. Die ihm zugrunde liegende Philosophie erweist sich als relativistisch und darüber hinaus als widersprüchlich. In der Auseinandersetzung mit dem Kommunitarismus entwickelt der Autor eine Theorie der Normbegründung, die auf dem Verfahren des Überlegungsgleichgewichts sowie dem Fallibilismus beruht. Damit leistet er nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Liberalismus-Kommunitarismus-Debatte, sondern darüber hinaus zur Weiterentwicklung einer problemlösungsorientieren Ethik, die in ihren Grundlagen auf die Politische Philosophie, Wissenschaftstheorie und evolutionäre Erkenntnistheorie Karl Poppers verweist."
Volker Gadenne, University of Linz


In Eine Kritik der kommunitaristischen Moralphilosophie. Offene Gesellschaft – Geschlossene Gemeinschaft analysiert Harald Stelzer die grundlegenden Aspekte der normativen Theorien von kommunitaristischen Autoren wie MacIntryre, Sandel, Taylor und Walzer. Basierend auf einer Rekonstruktion ihrer Kritik am Liberalismus und ihrer Sehnsucht nach der Gemeinschaft geht Stelzer auf die staatliche Neutralität ebenso ein wie auf die Reichweite der gemeinschaftlichen Einbettung des Individuums. Weiter diskutiert der Autor den Nah- und Fernhorizont der Ethik wie auch die relativistischen Konsequenzen eines auf der Annahme der Inkommensurabilität von Moralsystemen beruhenden kommunitaristischen Partikularismus. Das Buch endet mit einem Aufriss von Stelzers eigener Position, die beruhend auf dem Fallibilismus von Karl Popper und dem weiten Überlegungsgleichgewicht von John Rawls Moral als Problemlösungsprozess auffasst.

In A Critique of the Moral Philosophy of Communitarianism. Open Society – Closed Community Harald Stelzer challenges communitarian authors like MacIntryre, Sandel, Taylor, and Walzer by analysing main aspects of their moral theories. Based on the reconstruction of their critique of liberalism and alternative communitarian accounts, Stelzer looks on state neutrality as well as on the scope of the social embeddedness of the individual. He then proceeds to discuss the far and near horizon of ethics as well as the relativistic consequences of a communitarian particularism based on the underlying assumption of incommensurability. In the last chapter, Stelzer provides his own account of a problem solving ethics by combining Karl Popper’s fallibilism with the wide reflective equilibrium of John Rawls.