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  • Author or Editor: Petra Gehring x
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Was können wir nicht alles vermittels ihrer multiplen Einsatzformen tun: Wir »erfassen«, »berühren« und »begreifen« mit den Händen, wir »geben«, »reichen« und »halten« einander die Hände, wir arbeiten und schreiben mit der Hand – und Hände können ebenso »zupacken« wie etwas kneten, zurechtzupfen, glattstreichen oder aber sich zu Zeichen formen. Wir »winken« zum Beispiel »ab«. Von der Handreichung über den Handapparat bis zum Handzettel ist nicht zuletzt die Wissenschaft voller Verweise auf den »händischen« Charakter dessen, was denkende Textarbeit mindestens begleitet, ihr vielleicht aber auch notwendig zugrunde liegt. So notwendig wie das »Handeln« (vulgo: die Praxis) der Theorie entspricht oder entsprechen sollte.
Zur Geschichte des Sehens gehört die der Visualisierung von Unsichtbarem durch technische Hilfsmittel. Dem Unsichtbaren zugewandt sind aber auch Praktiken des Hellsehens und der Geisterseherei. Die Beiträge des Bandes loten darüber hinaus diverse weitere Konzeptualisierungen, Inszenierungen und Thematisierungen des Unsichtbaren aus, insbesondere mit Blick auf die philosophische Tradition sowie im Rekurs auf literarische Texte, auf künstlerische Arbeiten und Installationen. Wie unsichtbar sind Infrastrukturen? – Dichtung, Mythos und Unsichtbares, Tarnkappen, Unsichtbares Handeln – ein unsichtbares Denkmal – Kunst der Verhüllung, verhüllende Kunst.
Ketten – das sind zum einen räumlich-körperliche Objekte, die ein Ganzes bilden, zum anderen fungieren sie als Bilder für einen Modus: den des Verkettens. Zeitlich und womöglich kausal mit-einander Verknüpftes wird fest verbunden – zu einem Gebilde, das Anfang und Ende haben kann, sich flächig zum Gewebe formt oder auch sich kreisförmig schließt. Die Kette fasziniert als Sache an der Grenze der Mechanik: eine Gesamtheit perfekt gleicher, dabei je für sich starrer Teile vermag gleichwohl sensationell beweglich zu sein. Jederzeit bleibt die Kette zudem ein atomistisches Gefüge nur aus Gliedern. In ihren Einsatzmöglichkeiten gleicht sie dennoch dem Band oder dem Seil. Überdies appellieren Ketten an die fünf Sinne: Sie rasseln, knarzen oder klirren, sie blinken, leuchten rostrot oder verfügen über einen matten Glanz; ihr Metall ist sprichwörtlich kalt, aber auch leicht wärmbar oder glühend heiß – und sie sind nicht selten schwer. Das Bedeutungsspektrum des Sprachbildes »Kette« lässt sich gleichwohl kaum aus der Summe seiner Aspekte ableiten. Wir haben es mit einer wuchernden Begriffsgeschichte und mit überdeterminierten Kontexten zu tun. Eben auf diese Weise fängt die Kette komplexe Problemstellungen ein.
Ab-Gründe spielen in philosophischen Reflexionen und Diskursen wie auch in der literarischen Topographie eine wichtige Rolle. Vergleiche zwischen Formen und Konzepten des Abgründigen lassen Rückschlüsse auf jeweils zeit- und werkspezifische Vorstellungswelten zu und lenken den Blick auf dominante thematische Interessen. Mit der Benennung eines Ortes oder Raums als „Abgrund" verbunden ist zumindest implizit oft ein Moment der Privation oder doch des Nicht-so-Seins-wie-Anderes, des Sich-Absetzens-von-Anderem. Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich Abgründen verschiedener Art: realen, metaphorischen, diskursiven.
Festschrift für Bernhard Waldenfels
Akten des 1. Interdisziplinären Kolloquiums der Forschungsgruppe Philosophische Diagrammatik an der FernUniversität/Gesamthochschule Hagen 15.-16.12.1988
Philosophische Perspektiven
Was leisten raumtheoretische Argumente? Dient die Raumfolie als Begriffsspender oder als metaphorologische Matrix? Und ganz generell: Was macht den Raum für das kultur- und sozialwissenschaftliche Denken attraktiv? Der Band beleuchtet das Diskussionsfeld "Raum" und bringt philosophische Perspektiven ein. Seine Beiträge werfen einen kühlen Blick auf die Funktion des Raumthemas für die aktuelle Debatte.
Der französische Philosoph Michel Serres ist am 1. Juni 2019 verstorben. Er war Mitglied der Académie française und hat mehr als 50 Monographien zu unterschiedlichsten Themen veröffentlicht. Sein Denken ist durch eine große Vielfalt gekennzeichnet und die Vielfalt selbst ist immer wieder Thema seiner Texte. »Das vielfältige Denken. Oder: Das Vielfältige denken« versucht, die Ansätze des Denkens von Michel Serres in ihrem Facettenreichtum dem Leser nahe zu bringen.
Aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven wird die Vielfältigkeit beleuchtet. Thematische Akzente sind u.a.: Gemenge und Gemische, das Parasitäre, Engel und Boten, die Rolle der Musik und die der Kommunikation, der Mensch in den Netzen, in seiner Körperlichkeit und Leiblichkeit sowie sein Verhältnis zur Natur. Außerdem werden die Berührungen mit anderen Philosophen thematisiert, von Henri Bergson über die phänomenologische Tradition bis zu Michel Foucault. Zu den Autoren der einzelnen Beiträge gehören neben Philosophen auch Literaturwissenschaftler, Medienwissenschaftler, Sozialwissenschaftler und Juristen.