Search Results

You are looking at 1 - 7 of 7 items for :

  • Author or Editor: Jochen Hörisch x
  • Brill | Fink x
  • Search level: All x
Clear All
Das Wissen der Literatur II
Author:
Die Frage, ob schöne Literatur nicht nur unterhält und erfreut, sondern auch sachlich relevantes Wissen zur Diskussion stellt, beschäftigt die Philosophie und Wissenschaftstheorie seit ihren Anfängen.
Die Positionen, die in dieser Diskussion vertreten werden, haben einen hohen Wiedererkennungswert. Die deutlich stärkere Fraktion argumentiert seit Hesiod und Platon, dass fiktionale Literatur bestenfalls ein indifferentes Verhältnis zur Wahrheit hat, in schlechteren Fällen aber frivol mit den Kategorien Lüge und Wahrheit spiele. Die schwächere Fraktion vertraut mit Horaz u.a. darauf, dass schöne Literatur nicht nur erfreut, sondern auch unkonventionelle Wahrheiten liefert.
Die hier versammelten Studien kreisen um das Verhältnis von Wahrheit, Wissen und Erkenntnis in der Literatur. Ihnen geht es aber weniger um abstrakte Fragen nach der Wahrheit von Poesie, sondern vielmehr um konkrete Fallstudien, die eine belastbare Gemeinsamkeit haben. Sie fragen nämlich danach, welches argumentativ zu entfaltende Potenzial an Intuitionen, Thesen, Theoremen und Einsichten literarische Texte haben. Sie vertrauen darauf, dass die häufig belächelte Formel von »dichten und denken« ernst genommen zu werden verdient.

Aus dem Inhalt: Abhandlungen Christian Kohlroß: Schillers Räuber oder die Neuerfindung der Subjektivität Iring Fetcher: Fortschritt und Katastrophen von Goethe bis Walter Benjaming Reinhard Mehring: Überwindung des Ästhetizismus. Carl Schmitts Romantikkritik als Abschluss seiner Jugendjahre Michael C. Frank: Fotografische Fantastik: Der romantische Daguerreotypie-Diskurs in Nataniel Hawthornes The House of the Seven Gables Jan Assmann: Schiller, Mozart und die Suche nach neuen Mysterien Kurt Mueller-Vollmer/Jürgen Trabant: Humboldt-Edition Lehmann: Bettelweib Miszellen Guido Naschert: Dieter Henrichs 'Grundlegung aus dem Ich' Rehme-Iffert: Schleiermacher
Dieter Thomä: Totalität und Mitleid. Wagner, Eisenstein und die 'Walküre' Maximilian Bergengruen: Signatur, Hieroglyphe, Wechselpräsentation in Novalis Lehrlingen zu Sais Peter Garloff: Die Literaturwissenschaft muß romantisiert werden – law-and-literature und die Poesie im Recht Stephan Pabst: Ein 'märchenähnliches Kanguruh'. Physiognomik und Poetologie in E.T.A. Hoffmanns Des Vetters Eckfenster Wolf Gerhard Schmidt: Zwischen ‚alter’ und ‚neuer Mythologie’. Zur poetologischen Funktion Ossians bei Friedrich Schlegel Brian Tucker: 'Und wer bin ich denn?' Wordplay and Identity in Tieck’s William Lowell Ann-Katrin Zimmermann: Über den gemeinsamen Ursprung von Musik und Sprache bei Richard Wagner und Rousseau Catrin Misselhorn: Das Problem der Freiheit in Wagners Walküre mit einem Prolog zum Rheingold
Athenäum – das ist die berühmte Zeitschrift der Brüder Schlegel. Der Name war zugleich Titel für ein Forschung- und Bildungsprogramm mit höchsten Ansprüchen. Insbesondere mit den philologischen, kritischen und philosophischen Arbeiten Friedrich Schlegels hat das Athenäum die Romantik begründet.
Das neue Athenäum macht Schlegels bahnbrechende Neuerungen für die aktuelle Forschung in Philologie und Medienkulturwissenschaft produktiv. Zugleich rückt von Friedrich Schlegel aus die ganze Romantik in den Blick: Literatur, Sprache, Kunst, Musik, Recht und Staat, Philosophie, Religion und Natur. Das Jahrbuch ist also interdisziplinär und übernational, offen für Sachwissen, Selbstreflexion und Irritation. Es enthält neben dem Editorial, das sich aktuellen Themen widmet und sie auf Überlegungen Friedrich Schlegels bezieht, neue Beiträge zur Schlegel- und zur Romantikforschung, die zuvor ein Peer-Review-Verfahren passiert haben müssen. Zudem bietet es neue Funde, Diskussionen, Interviews, Features, Berichte und Experimente sowie einen Rezensionsteil.
Athenäum – das ist die berühmte Zeitschrift der Brüder Schlegel. Der Name war zugleich Titel für ein Forschung- und Bildungsprogramm mit höchsten Ansprüchen. Insbesondere mit den philologischen, kritischen und philosophischen Arbeiten Friedrich Schlegels hat das Athenäum die Romantik begründet.

Das neue Athenäum macht Schlegels bahnbrechende Neuerungen für die aktuelle Forschung in Philologie und Medienkulturwissenschaft produktiv. Zugleich rückt von Friedrich Schlegel aus die ganze Romantik in den Blick: Literatur, Sprache, Kunst, Musik, Recht und Staat, Philosophie, Religion und Natur. Das Jahrbuch ist also interdisziplinär und übernational, offen für Sachwissen, Selbstreflexion und Irritation. Es enthält neben dem Editorial, das sich aktuellen Themen widmet und sie auf Überlegungen Friedrich Schlegels bezieht, neue Beiträge zur Schlegel- und zur Romantikforschung, die zuvor ein Peer-Review-Verfahren passiert haben müssen. Zudem bietet es neue Funde, Diskussionen, Interviews, Features, Berichte und Experimente sowie einen Rezensionsteil.
Inhalt: Abhandlungen Manfred Franz: 'Der schwere Schritt in die Wirklichkeit'. Über das Werden eines frühromantischen Realismus Michael Lommel: Peter Schlemihl und die Medien des Schattens Hans Feger: Das Groteske in Bonaventuras Nachtwachen Hermann Patsch: Zwischen den 'Fakzionen'. Friedrich Schlegels Brief an Gottfried Körner vom 2. August 1976 Robert S. Leventhal: Transcendental or Material Oscillation: An Alternative Reading of Friedrich Schlegel’s Alternating Principle (Wechselerweis) 1796–1797 Günter Oesterle: Dialog und versteckte Kritik oder 'Ideen-tausch' und 'Palinodie': Wilhelm von Humboldt und Friedrich Schiller Uwe Steiner: Kreuz-Zeichen. Warum Stifters Bergkristall Kleists Das Erdbeben in Chili in eine Ökonomie des Narrativen umschreibt Steffen Dietzsch: Klingemanns Faust (1811) Jochen Hörisch: Der Rest ist beredtes Schweigen. Goethes Gedicht Im ernsten Beinhaus Geistergespräch Friedrich Kittler: Ein Gespräch unter Freunden, Freundinnen und Erbfeinden
Schuld, Schulden und andere Verbindlichkeiten
Die seit fünf Jahren aktuelle Finanz- und Schuldenkrise wird häufig moralisch kommentiert. Diese verbreitete Praxis bezieht sich auf die Gewissheit, dass manche Straftaten durch Geldzahlungen gesühnt werden können, also durch Verwandlung einer rechtlich-moralischen in eine finanzielle Schuld, und umgekehrt versäumte Geldzahlungen – zum Beispiel Steuerhinterziehungen – durch Haftstrafen geahndet werden können. Ökonomische sind häufig moralische Entscheidungen. Und diese moralischen Entscheidungen werden häufig auf Pflichten bezogen, die den Eltern, Göttern oder Nationen geschuldet werden, den Regeln einer Verwandtschaftsordnung, den Geboten einer Religion und den staatlichen Gesetzen.
Geleitet von der Vermutung, dass die aktuellen Schulden und die um sie kreisenden Debatten und Proteste eng mit anderen Schulderfahrungen zusammenhängen – mit Evidenzen existentieller, mora-lischer oder rechtlicher Schuld –, vereint dieser Band verschiedene Positionen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft zu einem transdisziplinären Dialog. Vertreter/innen der Anthropologie, Soziologie, Kulturgeschichte, Psychologie, Ökonomie und den Künsten formulieren ihre besonderen thematischen Zugänge, um das Verständnis der politischen, ökonomischen, moralischen und kulturellen Aspekte der Fragen nach Schuld und Schulden zu vertiefen und zu erweitern.