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  • Author or Editor: Florian Kappeler x
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Abstract

Der Begriff des Materiellen wird in der Literaturwissenschaft in doppeldeutigem Sinne verwendet: Einerseits zielt er auf Dinge in Texten und die Dinghaftigkeit von Texten, andererseits auf deren historische Bedingungen. Der Beitrag untersucht am Beispiel von Anna Seghers’ Novelle Die Hochzeit von Haiti (erschienen 1948, 1949 und 1962) die Relation zwischen beidem: Erstens anhand der Publikationskontexte des Textes und seiner jeweiligen materiellen Gestalt, zweitens anhand der im Text dargestellten Materialitäten – im Raum positionierter Körper und Dinge – und deren Dynamik. Auf dieser Basis wird drittens ein spezifischer materialistischer Ansatz der Novelle sichtbar, der sich in seinem Geschichtsverständnis vom eurozentrischen Historischen Materialismus signifikant unterscheidet.

In: Umstülpen

Abstract

The thesis of this chapter is that Robert Musil’s novel The Man without Qualities (1930/32) anticipates posthumanist thought and narration. First, the setting of the novel, the fictional country of Kakania (that resembles Austria-Hungary) is considered as a reflective space of modernity in which anthropocentrism becomes fragile because of the immense malleability of the human subject in the modern world. Second, it is outlined that this diagnosis also finds expression in Musil’s ‘Theorem der menschlichen Gestaltlosigkeit’ (‘theorem of human shapelessness’) and his notion of ‘Eigenschaftslosigkeit’ (‘without qualities’) which refer to contemporaneous zoology and ethnology and transcend the boundaries of the concept of mankind. Third, the focus is on the form of the novel that is grounded on these theoretical assumptions: Particularly the overlaps of characters of the novel and the dissolution of a linear narrative into recurrent reflective (and ironical) digressions enable to contextualize and transgress anthropocentrism and thereby pioneer posthumanism.

In: Modernism beyond the Human
Zur Praxis materialistischer Literaturinterpretation
Wie steht es um den Materialismus in den Literaturwissenschaften? Gibt es ‚den‘ Materialismus oder eine Pluralität von Materialismen? Wie bringen wir das Verhältnis der Dinge und Texte zu den Bedingungen ihres Erscheinens auf den Begriff? Und wie gestaltet sich dabei das Verhältnis der neuen zu den alten Materialismen? Man müsse, heißt es bei Marx, die Hegelsche Dialektik „umstülpen, um den rationellen Kern in der mystischen Hülle zu entdecken“. Im Anschluss an die vielschichtige Metapher des Umstülpens unternimmt das Buch eine Neuvermessung der Landkarte materialistischer Analyseformate in den Literaturwissenschaften. Auf der Grundlage einer kritischen Rekonstruktion marxistischer Traditionslinien werden gegenwärtige Einsätze vorgestellt und mittels theoretischer Situierung und exemplarischer Analysen auf ihre Potentiale hin befragt.