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Die vorliegende Edition erschließt zum ersten Mal Friedrich Schlegels Überlegungen zu den theoretischen Grundlagen der Philologie in ihrer Überlieferung als Textträger. Vollständig faksimiliert, wird der Textbestand der Manuskripte »Zur Philologie« über diplomatische Umschriften und ein umfangreiches Register erschlossen und in einem ausführlichen Nachwort erläutert.
In dieser Form nimmt die Edition auf die Bedingungen der Philologie Rücksicht und ermöglicht es damit, ein faszinierendes Ergebnis sichtbar werden zu lassen: Auch wenn Schlegels Hefte keinen Text beinhalten, sind die Materialien in einer Weise interpretierbar, die der Interpretation eines Textes entspricht. Es ist dieser Umstand, der dieses Dokument des Scheiterns eines textgenetischen Prozesses zum Nukleus aller weiteren theoretischen Überlegungen zur theoretischen Begründung der Philologie gemacht hat.
Der Briefband dokumentiert die Jenaer Frühromantik von Friedrich Schlegels Ankunft im September 1799 bis zu seiner Abreise nach Paris im Mai 1802. Er umfasst die höchst wichtige Zeit vom Abschluss des 'Athenäums' (1800) über die 'Charakteristiken und Kritiken' der Brüder Schlegel (1801) und den 'Musen-Almanach für das Jahr 1802' bis zu den Vor-arbeiten zu den 'Nachgelassenen Werken' des Novalis (1802). Besonderen Quellenwert erhält die Edition mit dem Abdruck der Universitäts-Akten zur Habilitation Schlegels im Frühjahr 1801.
Die bislang unveröffentlichte Kölner Vorlesung aus dem Jahre 1807 hat sich in einer Nachschrift seines Schülers Sulpiz Boisserée in dessen Nachlaß erhalten und bildet den Abschluß von Schlegels weitgespannter Kölner Vorlesungstätigkeit, die damit vollständig dokumentiert ist. Vollständig vor liegt damit jetzt auch die gesamte II. Abteilung der Kritischen Friedrich-Schlegel-Ausgabe. Die Vorlesung faßt am Leitfaden der deutschen Sprache Schlegels sprachgeschichtliches, rhetorisches, poetologisches, literaturgeschichtliches und ästhetisches Wissen zwischen Jena und Wien zusammen und gibt damit einen eindrucksvollen Einblick in die allmähliche Transformation der Frühromantik in eine spätromantische Denkform. Die Einleitung dokumentiert die wichtigsten Entwicklungslinien von Schlegels Kölner Jahren zwischen 1804 und 1807 und konzentriert sich dabei vor allem auf Schlegels (Kölner) Anstellungspläne, die mit zum Teil erstmals publizierten Dokumenten aus dem Kölner Stadtarchiv neu erhellt werden können. Als Beilagen werden Skizzenhefte zu Schlegels Pariser Vorlesungen sowie Vorarbeiten zur Wiener Geschichte der alten und neuen Literatur publiziert; ferner Fragmente aus wahrscheinlich nicht mehr erhaltenen Arbeitsheften Schlegels