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Alexander Schwarz

Gedruckte Bücher um 1500 sind in Deutschland im Normalfall lateinisch, religiös und belehrend. Der Eulenspiegel ist in jeder Beziehung eine Ausnahme, was seinen sofortigen, internationalen und vielerorts bis heute ungebrochenen Erfolg ebenso erstaunlich macht wie es ihn erklären dürfte. Die Vorrede macht keinen Hehl daraus: Der Autor sei des Lateins unkundig und bittet die Leser, das Buch nicht zu Zeiten des Gottesdienstes aufzuschlagen, das er „Nur allein” zusammengestellt habe, „umb ein frölich Gemüt zu machen in schweren Zeiten”. Die Traditionalität der Vorrede ist bekannt, doch sie betrifft diesen letzten Punkt nicht, sodass wir durchaus danach fragen können, wie der Text mit seinem Verzicht auf Lehre und Wissenstransfer umgeht und ob sich dieser Umgang im Laufe der 500jährigen Rezeptionsgeschichte ändert.

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Alexander Schwarz

Zusammenfassung: Der Eulenspiegel der Erwachsenen ist heute ein Mythos. Der stlitzt sich allerdings nicht auf jene Text-Versionen, die ihn explizieren, sondern auf die Kinderbuchfassungen, die das mit ihrem harmlos-fröhlichen Till nicht tun. Der Unterschied zwischen Kinder- und Erwachsenen-Eulenspiegel ist folglich einer der Leseweise. Sie betrifft vor allem den männlichen, einsamen und vagabundierenden melancholischen Narren der mythischen Lesart. Gegenüber diesen Merkmalen Eulenspiegels haben sich seit dem 16. lahrhundert die Einstellungen erwachsener Leser so stark verschoben, dass der Mythos Eulenspiegel nicht weniger als Missverständnis gegenliber dem Eulenspiegel der impliziten Leser des 16. lahrhunderts erscheint als der lustige Till. Allerdings ist zu fragen, ob nicht jede Zeit den ihr gemäßen Eulenspiegel haben dart und soll.

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Sabine Seelbach and Alexander Schwarz