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As witnessed by a tremendous upsurge in medieval research, academic meetings, innovative interpretive approaches, enrolment numbers, and public interest, Medieval Studies are proving once again to be a vibrant field of investigations both inside and outside of academia. Nevertheless, there is a tendency among colleagues and administrators in the field of Germanistik/German Studies to exclude the earlier period as an exotic and irrelevant subject matter. The contributors to this volume, all of whom teach at North American universities, make a strong case for the paradigmatic function of medieval German literature for the general field of Germanistik, and argue that many of the most recent changes in our discipline related to the German Studies paradigm have been foreshadowed by Medieval Studies where interdisciplinarity, comparative approaches, the consideration of Mentalitätsgeschichte, theology, history, art history, even gender studies, and the history of everyday life have often constituted the conditio sine qua non. Some of the authors in this volume argue for the relevance of medieval German literature by investigating concrete cases taken from the Middle Ages, others show how modern German literature has been deeply influenced by medieval texts. The purpose of this volume is not to privilege medieval literature over modern literature, but instead to reclaim the premodern period as an important and relevant field of investigation within contemporary German Studies.
Studien zu Hugo von Montfort, Oswald von Wolkenstein, Antonio Pucci, Charles d’Orléans, Thomas Hoccleve, Michel Beheim, Hans Rosenplüt und Alfonso Alvarez de Villasandino
Authentische Stimmen in der deutschen Frauenliteratur der Frühneuzeit oder Vertreter einer poetischen Gattung (das Frauenlied)?
Diese Edition präsentiert zum ersten Mal sogenannte Frauenlieder des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts, die, soweit es sich heute noch sagen läßt, wahrscheinlich in der Tat von Frauen verfaßt wurden. Diese Frauenlieder, weitgehend in Liederbüchern enthalten, haben bis heute praktisch noch nicht die Aufmerksamkeit der Forschung auf sich gelenkt, was ihrer Entdeckung ein besonderes Gewicht verleiht. Obwohl uns bisher noch der letzte Beweis für die Behauptung fehlt, daß Frauen als die Verfasserinnen bezeichnet werden können, weil die Lieder alle anonym aufgezeichnet wurden, weisen doch sowohl die Liedinhalte als auch die Selbstbezeichnungen der Sängerinnen darauf hin, daß dies der Fall gewesen sein wird. Die Edition beruht auf umfangreichen Archivforschungen und bietet Frauenlieder, die uns entschieden dazu drängen, die Rolle von Frauen im frühneuzeitlichen literarischen Diskurs über Liebe neu zu interpretieren. Wie immer man die Gattung beurteilen wird, so liegt doch fest, daß diese Frauenlieder an erster Stelle für ein weibliches Publikum gedacht waren, das mit diesen Texten seine individuelle Anliegen, Sorgen, Erfahrungen und Hoffnungen auszudrücken vermochte. Diese Anthologie demonstriert zudem, daß die mittelhochdeutsche Liedgattung Frauenlied eine erstaunlich lange Tradition bis weit in die Frühneuzeit erlebte, obwohl die hier vorgestellten Liedtexte einen entschiedenen, vielleicht als typisch weiblich zu bezeichnenden Tonfall und ein neuartiges Selbstbewußtsein reflektieren.