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In: Literarische Denkformen
"Athenäum" - einst die berühmte Zeitschrift der beiden Schlegels: Dieser Name ist selber Programm, setzt inhaltlich wie stilistisch höchste Ansprüche. Hier entsteht kein wissenschaftliches Jahrbuch, das Forschungsergebnisse resümiert, das unter Diskurszwang exklusive Expertengespräche vorführt. Athenäum übt in fröhliche Symphilosophie ein - und wird sie auch selbst praktizieren.

"Romantik" benennt als Epoche den Zeitraum von Friedrich Schlegel bis Richard Wagner. Sie benennt die Länder: Deutschland, Frankreich und England (ohne Leopardi und Tschaikowskij, ohne Mickiewicz und Kierkegaard zu übersehen). Und sie nennt die Diskurse: Literatur, Sprache, Kunst, Musik, Recht und Staat, Philosophie und Natur. Die Struktur des Jahrbuchs ist also interdisziplinär und übernational, sein Stil liberal und agonal.

Mit dem 18. Band des Athenäums beginnt ein Neuanfang. Aus dem Jahrbuch für Romantik ist ein Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft geworden.
In: Athenäum Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft
Der traditionell behauptete Gattungsunterschied von wahrheitsorientierter philosophischer Prosa und fi ktionaler Literatur stellt sich nicht zuletzt dann als problematisch heraus, wenn Formen des Denkens und Erkennens aus der Betrachtung herausfallen, die sich keinem der beiden Modelle zuordnen lassen.
Das Konzept der »Literarischen Denkformen« soll dazu dienen, philosophische und literarische Modi des Erkennens gleichermaßen einzufangen. Die Leitfragen der vorliegenden Analysen sind somit, ob und auf welche Weise philosophische Texte auf »dichterische« Mittel angewiesen sind und inwiefern Literatur in Philosophie umschlägt, wenn man sich denkend in sie versenkt.
Zum Basisvokabular von Hermeneutik und Interpretationstheorie
„Verstehen“ und „Interpretieren“ stellen das Basisvokabular von Hermeneutik und Interpretationstheorie dar. Der Band expliziert die beiden Grundbegriffe für sich und in ihrem Zusammenhang.
So offensichtlich Verstehen und Interpretieren die Kernbegrifflichkeit der fraglichen Theoriebildungen darstellen, so divers und kontrovers gestaltet sich in concreto das jeweilige Verstehen des Verstehens bzw. Interpretieren des Interpretierens. Der vorliegende Band lotet aus, was unter diesen Begriffen zu verstehen ist und wie sie sich zueinander verhalten: Bezeichnen sie distinkte Bereiche oder verschiedene Weisen der Bedeutungszuschreibung – und profilieren sich insofern wechselseitig? Sind sie in hierarchischer Weise aufeinander zu beziehen, sei es systematisch, sei es prozedural? Kann allenfalls auf einen der Begriffe verzichtet werden zugunsten des anderen?

Beginnend mit dem Jahrgang 2018 wird das Athenäum – Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft gemeinsam von Andrea Albrecht (Universität Heidelberg), Christian Benne (Universität Kopenhagen) und Kirk Wetters (Yale University) herausgegeben. Wie schon das von August Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel und unter stiller Mitarbeit „weiblicher Federn“ wie Dorothea Schlegel und Caroline Schlegel herausgegebene ursprüngliche Athenaeum strebt auch das neue Athenäum nach weltbürgerlicher „möglichster Allgemeinheit“ und „freiyeste[r] Mittheilung“. Es versteht sich als Organ der Schlegel-Philologie und als Forum für die Romantikforschung in all ihren theoretischen und methodischen Ausdifferenzierungen und Schattierungen.