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Andreas Önnerfors

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Dieser Artikel untersucht Zusammenhänge zwischen Vergesellschaftungsformen des schwedischen Offizierskorps und seiner Normbildung im späten 18. Jahrhundert. In den 1770er und 1780er Jahren bildete sich der so genannte »Wallhall-Orden« unter Offizieren der finnischen Regimenter der schwedischen Streitkräfte. Dieser Orden diente einerseits einer raffinierten Geselligkeit und Kultivierung von Sitten und Umgangsformen, aber ritualisierte auch symbolische Narrative eines dezidiert schwedischen Patriotismus, der die schwedische Geschichte thematisierte und auf den regierenden Monarchen (Gustav III.) und seiner Dynastie als deren Vollender projizierte. Doch anlässlich des schwedisch-russischen Krieges 1788-1791 wurde die Loyalität des schwedischen Adels auf die Probe gestellt, da man die Gesetzmäßigkeit der Kriegserklärung in Frage stellte. Mehrere Mitglieder des Ordens beteiligten sich an einer gegen den König gerichteten Verschwörung, mit möglichen finnisch protonationalen Untertönen. Daher ist in der Forschung danach gefragt worden in wie weit der Wallhall-Orden diese Entwicklung gefördert haben kann. Im Artikel werden die erhaltenen Rituale des Ordens ausführlich präsentiert und analysiert. Dabei ist es nicht eindeutig möglich einen Kausalzusammenhang zu konstruieren. Das gesamte Ritual mit seiner narrativ-rhetorischen Struktur ist auf den regierenden König (und den Thronfolger) ausgerichtet. Bei der Nicht-Einhaltung hoch stilisierter Erwartungen vertiefte sich die Enttäuschung und spielte einer ohnehin latenten Radikalisierung der Adelsopposition in die Hände.