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In: Jahrbuch für Europäische Ethnologie Dritte Folge 13–2018
In: Jahrbuch für Europäische Ethnologie Dritte Folge 13–2018
Dänemark verfügt wie nur wenige andere Regionen Europas mit seiner wechselvollen Geschichte und seiner Stellung zwischen Nord- und Ostsee, Mitteleuropa und Skandinavien über besondere Erfahrungen des kulturellen Austauschs.
Zum dänischen Gesamtstaat gehörten einst auch Norwegen, Island, die Färöer und Grönland. Als Dänemark sich in den Napoleonischen Kriegen auf die Seite Frankreichs stellte, musste es im Kieler Frieden von 1814 Norwegen an Schweden abtreten und bekam dafür das Herzogtum Lauenburg. Angesichts neu aufflammender nationalistischer Tendenzen in Europa bietet die Betrachtung des Miteinanders im dänisch-deutschen Kulturraum interessante Perspektiven auf ethnisch motivierte Ein- und Abgrenzungen.
Die Beiträge beschäftigen sich mit den wechselseitigen Beeinflussungen und den vielfältigen Aktivitäten von dänischer und deutscher Seite, ein nationales wie europäisches Bewusstsein zu fördern.
Das Jahrbuch für Europäische Ethnologie sieht sich in der Tradition der Disziplin Volkskunde. Im Sinne einer historischen Kulturforschung werden auch Ge-genwartsfragen im Kontinuum der Geschichte diskutiert. Schwerpunkte bilden u.a. die Frömmig-keitskulturen beider Großkonfessionen in Europa, Grundsatzfragen der Sachkulturforschung, Studien zu den Theoriediskursen über Religion, Magie, Ritual, his-torische und gegenwärtige Alltagskulturen.
In: Jahrbuch für Europäische Ethnologie - Neue Folge. Im Auftrag der Görres-Gesellschaft
Dritte Folge des Jahrbuchs für Volkskunde im Auftrag der Görres-Gesellschaft
Das Jahrbuch für Europäische Ethnologie (vormals Jahrbuch für Volkskunde) sieht sich einer Fachidentität verpflichtet, die Volkskunde als europäische Ethnologie vornehmlich im Sinne einer historischen Kulturwissenschaft versteht und darum auch Gegenwartsfragen im Kontinuum der Geschichte diskutiert. Schwerpunkte bilden u. a. religionsethnologische und frömmigkeitsgeschichtliche Untersuchungen, Studien zur Ritual- und Brauchforschung, zur materiellen Kultur und Dinggebrauch, zur Alltagskulturforschung und den dazugehörigen Theoriediskursen.
Die vergangenen 25 Jahre haben der polnischen Gesellschaft in politischer und kultureller Hinsicht einen radikalen Wandel beschert. Dieser spiegelt sich in Forschungsergebnissen europäischer Ethnologinnen und Ethnologen seit dem Fall des Eisernen Vorhangs in und über Polen wider.
Aktuelle Forschungsprojekte beschäftigen sich mit e-Folklore und ars electronica als Elementen einer voranschreitenden Globalisierung, mit Blogs über Ernährung, mit der Bedeutung regionaler Produkte für den modernen Konsumenten, mit dem veränderten Alltag in den Städten und Dörfern entlang der Autostrada Wolnosci (»Autobahn der Freiheit«), die das Land auf einer Länge von 620 km von Ost nach West von Frankfurt/Oder bis zur weißrussischen Grenze durchzieht, mit dem Einfluss der Medien auf gelebte Bräuche oder mit dem Wandel von Stereotypen durch den praktizierten Kulturkontakt zwischen Ost- und Westeuropa. Die kritisch-reflexiv angelegten Projekte der Europäischen Ethnologie in Polen bieten Verfahren, Strategien und Themen, die ein hohes Maß an Anschlussfähigkeit signalisieren.
Seit Jahrhunderten haben die vom internationalen Handel der Hafenstädte geprägten Niederlande Einwanderer angezogen. Migration ist hier nicht zuletzt als Gegenwart kolonialer Vergangenheit Teil der Alltagserfahrung.
Die Beiträge setzen sich im Sinne einer Europäischen Ethnologie und Kulturanthropologie mit dem gestiegenen Komplexitätsniveau der niederländischen Gesellschaft auseinander. Ihr besonderes Interesse gilt der Beschreibung und Analyse des Zusammenspiels unterschiedlicher Komponenten von Fremd- und Selbstwahrnehmung, von Identitäten-Generierung und von Formen der Lebensgestaltung. Ihre Analysen knüpfen an aktuelle gesellschaftspolitische Debatten um ‚Zuwanderung‘, ‚Integration‘, ‚niederländische Kultur‘ und ‚kulturelles Erbe‘ an.
Inhalt

Editorial
KLAUS SCHRIEWER: Sozialanthropologie in Spanien. Fachgeschichte(n) aus Zeiten der Diktatur und Demokratie
CHRISTIANE SCHWAB: Der spanische costumbrismo (ca. 1820-1860) und die Konsolidierung volkskundlich-soziologischer Interessen im europäischen Kontext
STEFFEN JOST: Sólo dos Españas? Erinnerungen und Identitäten zwischen sevillanischer Lokalkultur und nationalen Befindlichkeiten
XAVIER ROIGÉ: Die ethnologischen Museen Spaniens. Zwischen Wirtschaftskrise und Neudefinition
KARL BRAUN: Misiones Pedagógicas (1931-1936) Ein Bildungsprogramm der Zweiten Spanischen Republik für ländlich-bildungsferne Schichten
MARÍA ISABEL JOCILES/ DAVID POVEDA: Anthropology and Ethnography of Education in Spain
FRANCISCO JAVIER GARCÍA CASTAÑO/ROSALÍA LÓPEZ FERNÁNDEZ/ MIRIAM THAMM: Akteure und geografische Räume in der ethnologischen Migrationsforschung in Spanien
ANTONIO MIGUEL NOGUÉS-PEDREGAL: Three Epistemological Approaches to the Study of Tourism in Spanish Social Anthropology
MELANIE HÜHN: „Wir sind doch keine Touristen!“ Eine Typologisierung multilokaler Ruhesitzwanderer
ENRIQUE PERDIGUERO-GIL/ ANGEL MARTÍNEZ-HERNÁEZ/ JOSEP M. COMELLES: Medical Anthropology in Spain: A historical perspective
CARMEN CASTILLA VÁZQUEZ: Studies on Religion in Spanish Anthropology