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  • Author or Editor: Daniel Strech x
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Die bestehende Diskussion zum Selbstverständnis einer empirischen Medizinethik fokussiert bislang vorrangig die Frage, ob überhaupt und wenn ja mit welchem erkenntnistheoretischen Anspruch empirische Informationen im Arbeitsbereich der Ethik eine Rolle spielen können und sollen. Neben den häufigen Empfehlungen zur kontextspezifischen Berücksichtigung der Ergebnisse empirischer Studien, bedarf es jedoch ebenfalls einer kritischen Reflexion der hiermit verbundenen praktischen Herausforderungen an eine empirische Ethik. Im Umgang mit empirischen Informationen besteht stets die Möglichkeit von Fehlinterpretationen oder Verzerrungen aufgrund der methodischen Problembereiche im Studiendesign. Die häufig komplexen Testkonstrukte in der empirischen Ethik wie die ›Entscheidungskompetenz von Patienten‹ oder ›Lebensqualität‹ verstärken diese Problematik weiter. Die notwendigen normativen Setzungen im Prozess der Studiendurchführung, der Ergebnis-Interpretation und -Kommunikation werden in diesem Zusammenhang bislang nicht ausreichend kritisch reflektiert. Um vor einem falschen und schädlichen Gebrauch empirischer Daten in der Ethik zu schützen, bedarf es der Transparenz zu diesen Aspekten impliziter Normativität in der empirischen Ethik. Der Artikel zeigt die hiermit verbundenen zentralen Problembereiche auf und bestimmt die Bedingungen, welche einen verantwortungsvollen Umgang mit empirischen Informationen in der Medizinethik erst ermöglichen. Weiterhin erläutert und begründet der Artikel, dass die Realisierung und Diskussion dieser Bedingungen gegenwärtig noch deutlich unterentwickelt ist und dringend einer intensiveren Beschäftigung im Rahmen der Medizinethik bedarf.

In: Zeitschrift für medizinische Ethik

Die Umstellung auf ein prospektives Vergütungssystem mittels Diagnosis Related Groups (DRGs) hat erhebliche Auswirkungen auf die stationäre Versorgung im deutschen Gesundheitswesen. Die verfügbaren finanziellen Mittel im Krankenhaus werden begrenzt, was zu einem zunehmenden Kostendruck auf der Meso- und Mikroebene führt. Die Auswirkungen auf ärztliche Entscheidungen sind dabei ambivalent: Zum einen werden die Ärzte angehalten, auf unnötige Diagnostik und Therapie zu verzichten und die Liegezeiten der Patienten zu verkürzen. Zum anderen besteht aber die Gefahr, dass die Ärzte der zunehmenden Mittelknappheit mit dem Vorenthalten nützlicher Maßnahmen, d.h. mit Rationierungen begegnen. Der vorliegende Beitrag diskutiert, wie diese Auswirkungen ethisch zu bewerten sind, auch unter Berücksichtigung der verfügbaren empirischen Daten. Abschließend werden Perspektiven aufgezeigt, wie die unter den aktuellen Rahmenbedingungen letztlich unausweichliche ärztliche Rationierung in einer ethisch vertretbaren Art und Weise durchgeführt werden kann.

In: Zeitschrift für medizinische Ethik
In: Vom Konflikt zur Lösung