Zur Narratologie der elektroakustischen Kunst
Series:  Explicatio
Author: Elke Huwiler
In dieser Studie wird eine Narratologie des Hörspiels erarbeitet, die sämtliche dieser elektroakustischen Kunstform zur Verfügung stehenden Mittel einbezieht. Dabei wird von einem Hörspiel-Verständnis ausgegangen, das diesem eine Eigenständigkeit als Kunstform zugesteht und es nicht als Literatur betrachtet. Die Autorin beschreibt mit Hilfe einer semiotisch fundierten und auf einem sogenannten postklassischen Narratologieverständnis beruhenden Methode systematisch die narrativen Aspekte eines Hörspiels und zeigt in zahlreichen Analysebeispielen auf, wie hier mit Hilfe spezifisch auditiver und technischer Mittel Geschichten erzählt werden. Als Grundlage dienen Hörspiel-Adaptationen nach literarischen Vorlagen aus der gesamten Rundfunkgeschichte. Die Studie zeigt dabei auf, dass es vom erzähltheoretischen Standpunkt aus keinen Grund gibt, an der grundsätzlichen Unterscheidung zwischen Adaptationen und sogenannten Original-Hörspielen, von der in der Hörspielforschung nach wie vor ausgegangen wird, festzuhalten. Hörspiele erzählen durch medienspezifische Mittel Geschichten, und die vorliegende Studie zeigt einen Weg auf, wie diese Kunstform adäquat narratologisch analysiert werden kann.
Der Band enthält 13 Studien zum Schauspiel des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Dabei werden einerseits theoretische Betrachtungen, etwa zum Unterschied zwischen Osterfeier und Osterspiel oder zur Bedeutung der Musik für die Spiele, vorgelegt. Andererseits wird auf spezifische Spiele eingegangen, wie etwa auf das Heidelberger Passionsspiel von 1514, das Lübener Osterspielfragment, das älteste schwedische Spiel 'De uno peccatore', das Theophilusspiel, das Berliner Weihnachtsspiel von 1589 und Sebastian Brants 'Tugent Spyl'. Aber auch die Rezeption der Komödien des Terenz, die Entwicklung des Fasnachtspiels, das Puppenspiel in den Bearbeitungen des Maugis d'Aigremont sowie der Inseldiskurs und dessen Einfluss etwa auf Shakespeares 'The Tempest' werden behandelt.

Die Beiträge stammen von Bernd Bastert, Bart Besamusca, Cornelia Herberichs, Johannes Janota, Cobie Kuné, Tanja Mattern, Volker Mertens, Christian Moser, Arend Quak, Werner Röcke, Eckehard Simon, Clara Strijbosch und Elke Ukena-Best.