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In: Globale Machtkonflikte und Kriege
In: Das Deutsche Kaiserreich 1890-1914
Funktion und Gestalt militärischer Fremdherrschaft von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Herausgegeben in Verbindung mit dem Arbeitskreis Militärgeschichte e.V.
Besatzung – d. h. militärische Fremdherrschaft auf Zeit – hat den Verlauf von Kriegen und die Erinnerung an sie stets mitbestimmt. 15 inter-nationale Historiker untersuchen hier erstmals epochenübergreifend die Geschichte von Okkupationen von der Antike über das Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit. Die Beiträge des mehrheitlich auf den Ergebnissen einer Tagung des Arbeitskreises Militärgeschichte beruhenden Bandes ordnen das Phänomen Besatzung in den Gesamtzusammenhang von Staat und Krieg ein. Sie untersuchen Besatzung über das Kriegsgeschehen hinaus als eine erzwungene Kulturbegegnung, die die politischen, kulturellen, Alltags- und Geschlechterverhältnisse zwischen Besatzern und Besetzten nachhaltig verändern konnte. Besonderes Augenmerk fällt hierbei auf die Großthemen Kollaboration und Widerstand. Bei allen Unterschieden der historischen Epochen zeigt sich so militärische Fremdherrschaft als eine spezifische Zwischenzeit zwischen Krieg und Frieden, deren gesellschaftsprägende Kraft in traditionellen politik- und militärgeschichtlichen Darstellungen oftmals unterbewertet bleibt.
Band 3 des HGIB behandelt eine Zeit, die weithin noch im Zeichen des bourbonischhabsburgischen Gegensatzes stand. Der Westfälische Frieden und der Pyrenäenfrieden ersetzten das von Habsburg-Spanien dominierte Staatensystem durch ein von Frankreich geführtes multipolares System. Nach den Friedensschlüssen von Nijmegen schien Ludwig XIV. der Verwirklichung der französischen Hegemonie sehr nahe gekommen zu sein. Ihr dauerhafter Ausbau scheiterte jedoch an der wachsenden Solidarität der durch Frankreich bedrohten Staaten, an dem sich unter Führung der Seemächte formierenden Widerstand im Zeichen des Gleichgewichtsprinzips (Tripel-Allianz, Ausbildung des französisch-englischen Gegensatzes) und an der Überforderung der wirtschaftlichfinanziellen Möglichkeiten Frankreichs. Hinzu kamen die politischen Veränderungen durch die »Glorious Revolution«, die sich im Dritten Nordischen Krieg vollzogen.
Geprägt wurde diese Epoche auch durch den Abstieg bisheriger Großmächte (Spanien, Schweden, Osmanisches Reich) und den Aufstieg neuer Mächte wie das Russland Peters des Großen. Die österreichischen Habsburger konnten ihre Positionen nach dem Tiefpunkt von 1648 durch eine geschickte Reichspolitik und durch Erfolge gegen die Osmanen wieder stärken.