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  • Author or Editor: Gerald Hartung x
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In: Diversität und Toleranz
In: Person: Anthropologische, phänomenologische und analytische Perspektiven
Author:

Around 1900, a way of thinking about language criticism formed in linguistics, philosophy, and literature, marked by a radical language skepticism, which is mainly associated with the names of Fritz Mauthner (1849-1923) and Ludwig Wittgenstein (1889-1951). On the one hand, this form of language criticism dissociates itself from theories which suggest a common origin of language behind linguistic diversity; on the other hand, it is directed against the ontological thesis, according to which linguistic signs represent objects of the external world. The language criticism, which is understood as a systematic further development of Kantian epistemology, concludes that self-knowledge and knowledge of the world are not possible in language. The development of radical language criticism is based above all on contributions of German-speaking Jews. At the latest after 1900, the hope that a way into society would be significantly enabled by membership of the German language community veered into resignation and despair, the central motives of language criticism.

in Encyclopedia of Jewish History and Cultures Online
Author:

Um 1900 formierte sich in der Sprachwissenschaft, der Philosophie und der Literatur im Zeichen einer radikalen Sprachskepsis ein Denkstil der Sprachkritik, der vor allem mit den Namen Fritz Mauthner (1849–1923) und Ludwig Wittgenstein (1889–1951) verbunden ist. Diese Form der Sprachkritik grenzt sich zum einen von Theorien ab, die hinter der Sprachvielfalt einen gemeinsamen Sprachursprung vermuten, zum anderen richtet sie sich gegen die ontologische These, derzufolge Sprachzeichen Gegenstände der Außenwelt abbilden. Die sich als konsequente Weiterentwicklung der kantischen Erkenntnistheorie verstehende Sprachkritik gelangt zu dem Ergebnis, dass Selbst- und Welterkenntnis in der Sprache nicht möglich seien. Die Herausbildung radikaler Sprachkritik beruht vorrangig auf Beiträgen deutschsprachiger Juden. Die Hoffnung, dass ein Weg in die Gesellschaft maßgeblich über die Zugehörigkeit zur deutschen Sprachgemeinschaft ermöglicht werde, schlug spätestens nach 1900 in Resignation und Verzweiflung, die zentralen Motive der Sprachkritik, um.

in Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur
Anthropologische Dimensionen der Rechtsphilosophie
Der Band Körper und Recht eröffnet ein neues Forschungsfeld, das erhebliche Aufmerksamkeit finden dürfte. Denn in den Humanwissenschaften steht heute der Körper im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dies gilt für die Naturwissenschaften genauso wie für die Kulturwissenschaften. In vielen Untersuchungen ist in den vergangenen Jahren die Entstehung der modernen Körper mit den sie hervorbringenden Prozessen der Distanzierung und Disziplinierung, der Sichtbarmachung des Inneren und der Selbstbeobachtung, des Willens zum Wissen und zur Macht nachgezeichnet worden. Jedoch ist dabei die Reziprozität von Körperkonzepten und Rechtsbegriffen sowohl in den Kultur- als auch in den Rechtswissenschaften noch völlig unbeachtet geblieben. Auch in den gegenwärtigen „lebenswissenschaftlichen“ Körperbildungsprozessen spielt das Recht eine zentrale Rolle. Rechtsnormen wirken unmittelbar ein auf die Konstitution der modernen Körper; Urteile markieren und sanktionieren den Körper; Rechtsdiskurse konstituieren das Verhältnis von Körper und Recht; Rechtshandlungen schaffen eine materielle gesellschaftliche Ordnung; Institutionen des Rechts erzeugen Kontinuität und Nachhaltigkeit. Einerseits ist das Recht in den modernen Demokratien ein ausdifferenzierbares Teilsystem der Gesellschaft, andererseits wird es, vor allem in seinen noch nicht kodifizierten Formen, performativ und hat Auswirkungen auf fast alle gesellschaftlichen Bereiche. Weil das Verhältnis von Körper und Recht sowohl für die humanwissenschaftlichen Forschungen über den Körper als auch für den Bereich des Rechts von herausragender Bedeutung ist, aber bislang kaum thematisiert und theoretisch reflektiert wurde, kann der vorliegende Band einen Anstoß dazu geben, sich der wechselseitigen Verschränkung von Körper und Recht bewußt zu werden. Einerseits stellen die Beiträge des Bandes die zentrale Bedeutung des Körpers für den Bereich des Rechts heraus, andererseits wird der Einfluß von Rechtsbegriffen auf Körperbilder deutlich. Dies gilt für die Geschichte des Rechts genauso wie für die gegenwärtigen Auseinandersetzungen über den menschlichen Körper, den Komplex von Biotechnologie und Macht. Das Ineinandergreifen von Körperbildern und Rechtsbegriffen bei der Konstitution von Rechtsnormen sowie bei Sanktionen, Abweichungen und Aushandlungen wird in einigen Beiträgen als die spezifische Performativität von Recht beschrieben. Daraus ergeben sich Fragen nach der Würde und Natur des Körpers, nach dem Körper als Träger von Rechten, nach dem Körper des Rechts, nach dem Unrecht und „Unkörper“, sowie nach dem Verhältnis von Recht und Anthropologie.
Die Willensphilosophie Paul Ricœurs im Kontext
Ricœurs Willensphilosophie bildet die zugleich grundlegendste wie die nach wie vor unbekannteste Wegstrecke seines Denkens. Folgenschwer ist diese Leerstelle, insofern Ricœur von seinem philosophischen Bemühen durchgängig als von einer „hermeneutischen Phänomenologie“ spricht. Das Eigengewicht dieser phänomenologischen Hauptkomponente wird man jedoch erst dann angemessen einschätzen können, wenn man sich gezielt dem Frühwerk zuwendet, in dem uns Ricœur wie nirgends sonst als praktizierender – d.h. beschreibender und Phänomensinne hebender, sie unterscheidender und in ihrem Wechselspiel interpretierender – Phänomenologe entgegentritt, um eine Phänomenologie des praktischen Sinns zu entwerfen, die den Bereich des Affektiven und Volitiven sondiert, ohne ihn, wie beim großen Vorbild Husserl angelegt, notwendig in theoretischen Vorstellungsakten fundieren zu müssen.
Die hier versammelten Texte wollen zur Erforschung der historischen Kontexte und systematischen Grundentscheidungen, der werkgeschichtlichen Perspektiven der Willensthematik im Œuvre Ricœurs und nicht zuletzt zu einer Sondierung ihrer argumentativen Potentiale für aktuelle Debatten um Willens- bzw. Handlungsfreiheit sowie Probleme moralischer Verantwortlichkeit und Schuldfähigkeit beitragen. Historische Aufarbeitung und systematische Diskussion halten sich die Waage und sind stets miteinander verschränkt, wobei der durchgängige Schwerpunkt auf die entscheidenden Felder des Handelns und seiner leiblichen und affektiven Grundmomente gelegt wird.