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  • Author or Editor: Giovanni Maio x
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Um medizinethische Debatten in ihrer Tiefenstruktur zu begreifen, bedarf es einer philosophisch-anthropologischen Reflexion, die über das Pragmatische hinaus Grundfragen des Menschseins in den Fokus nimmt. Der vorliegende Beitrag widmet sich dem Verhältnis von Medizin und Philosophie, indem er den Begriff des Schicksals reflektiert. Am Beispiel der gegenwärtig diskutierten Methode der Präimplantationsdiagnostik wird deutlich: Im Grunde stellt die Präimplantationsdiagnostik nichts anderes dar als die kategorische Ablehnung des Schicksals, sofern man Schicksal als das versteht, was nicht sein müsste, das aber ist. Von Seiten der Medizin wird Schicksal lediglich als das betrachtet, was nicht sein darf. Als Folgeerscheinung eines exzessiven Machbarkeitsdenkens suggeriert die moderne Medizin, dass sich der Mensch mit ihrer Hilfe vom Schicksal ganz verabschieden könne. Dabei übersieht sie, dass das Schicksal als Gesamtheit der Vorgaben nach wie vor das ganze Leben bestimmt und dass die Freiheit des Menschen erst angesichts dieser Vorgaben überhaupt möglich wird. Die Medizin ist aufgefordert, über die fließende Grenze zwischen dem aktiven Gestalten und der Annahme des Gegebenen nachzudenken, wenn sie nicht blind einem Machbarkeitsdenken folgen und damit maßlose Ansprüche generieren will.

In: Zeitschrift für medizinische Ethik
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Die moderne Medizin wehrt es ab, etwas mit Philosophie zu tun zu haben. Sie zieht es vor, sich als angewandte Naturwissenschaft zu verstehen. Indem die Medizin aber ohne philosophisches Denken handelt, folgt sie einer bestimmten Denkweise, ohne sich der Beschaffenheit dieser Denkweise bewusst zu sein. Wie sehr die Medizin einem nicht weiter reflektierten Denken folgt, wird am Beispiel der Technisierung entfaltet. Es wird herausgearbeitet, wie die technische Herangehensweise das Denken der Medizin prägt und wie durch sie ein einseitig instrumentelles Weltverhältnis gestiftet wird. Es wird geschlussfolgert, dass Medizin nur dann gut handeln kann, wenn sie die Denkmuster, denen sie folgt, reflektiert und wenn sie sich der implizit vorausgesetzten anthropologischen Annahmen eines technischen Denkens bewusst bleibt, anstatt sie unbewusst zu übernehmen und ihnen blindlings zu folgen.

In: Zeitschrift für medizinische Ethik
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Das Gespräch hat in der modernen Medizin einen schweren Stand. Das liegt nicht nur an der Wegrationalisierung der Zeit durch die zunehmende Durchökonomisierung der Medizin, sondern allen voran an der positivistischen Grundausbildung der Ärztinnen und Ärzte, die schon früh lernen, nur dem Beachtung zu schenken, was sich auch verobjektivieren und messen lässt. Das Gespräch wird in einer solchen Konzeption von Medizin bloß als Quelle nützlicher Informationen gesehen und nicht als wertvolle Interaktion. Im Grunde lernen die Medizinstudierenden schon sehr früh, das Gespräch als bloßes Instrument zu sehen und nicht als Ereignis mit eigenem Wert. Worin der eigene Wert des Gesprächs liegt und was seine grundlegenden Charakteristika sind, wird unter phänomenologischer Perspektive entfaltet.

In: Zeitschrift für medizinische Ethik
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Das Thema Hoffnung führt ein Schattendasein in der medizinethischen Literatur, obwohl eine gute Behandlung von Patienten auf einen differenzierten Begriff der Hoffnung angewiesen bleibt. Denn das Hoffen stellt eine zutiefst menschliche Fähigkeit dar, ohne die wir nicht existieren könnten. Hoffnung ist keine rein theoretische Einsicht, kein bloßes Resultat der Abwägung oder des Messens, und doch ist sie eine Empfindung, die auf guten Gründen basieren muss. Das Besondere der Hoffnung liegt gerade in ihrem Doppelcharakter: Sie bezieht sich auf grundsätzlich Realisierbares und zugleich impliziert sie das Anerkennen der Unverfügbarkeit und Nichtgarantierbarkeit des Erhofften. Was bedeutet Hoffnung in unserer Zeit? Was bedeutet Hoffnung für kranke, speziell für chronisch kranke Menschen oder gar für Sterbende? Gerade in der Medizin, die unweigerlich mit existenziellen Fragen zu tun hat, muss vertiefter über die Hoffnung nachgedacht werden.

In: Zeitschrift für medizinische Ethik
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Diese Arbeit benennt zunächst die in der Klonierungsdebatte vorgebrachten ethischen Argumente und geht in einem zweiten Schritt der Frage nach, wie das ethische Problem der Humanklonierung im Fernsehen vermittelt wird, und welche impliziten Botschaften und Weltdeutungen medial transportiert werden. Die Analyse von 25 Fernsehdokumentationen zum Thema zeigt, dass das Fernsehen zwar dazu neigt, Ambiguität zu verstärken und das Problemfeld vorrangig in der kompromisslosen Alternative von Pro und Kontra darzustellen. Gleichzeitig aber zeigt die Untersuchung, dass das Fernsehen die Chance hat, durch den Rekurs auf geteilte Intuitionen die existentiellen Menschheitsfragen und die Frage nach dem Menschenbild in den Vordergrund zu rücken. Dies geschieht jedoch nicht ohne eine Reihe impliziter medialer Voreinnahmen, die einer kritischen Beurteilung unterzogen werden.

In: Zeitschrift für medizinische Ethik
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Die Forschung an Kindern gehört zu den besonders umstrittenen Themenbereichen der medizinischen Ethik, da diese gemeinhin undifferenziert mit der Forschung an nicht einwilligungsfähigen Erwachsenen zusammengebracht wird. Die Arbeit macht deutlich, dass die Forschung an Kindern eine Reihe pädiatriespezifischer Probleme aufwirft, die sich nicht auf die Problemkonstellation der Forschung beispielsweise an Alzheimer-Patienten übertragen lassen. Daher wird dafür plädiert, die Forschung an Kindern als eigenständiges Problem zu betrachten. Es werden drei unterschiedliche Bewertungsmöglichkeiten der Forschung an Kindern dargestellt und diese einer kritischen philosophischen Analyse unterzogen. Insbesondere wird der Begriff der Fremdnützigkeit und des minimalen Risikos thematisiert und der Frage nachgegangen, unter welchen Bedingungen eine fremdnützige Studie erfolgen müsse, damit sie nicht gegen das Kant’sche Instrumentalisierungsverbot verstößt.

In: Zeitschrift für medizinische Ethik
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Im Zuge des gegenwärtigen Transformationsprozesses der modernen Medizin treten zunehmend präferenzorientierte Angebote in den Vordergrund. Dieser Wandel hat nicht nur Auswirkungen auf die Identität der Medizin, es stellen sich auch Fragen nach den Grenzen ihrer Wandelbarkeit. Der Beitrag untersucht am Beispiel der Anti-Aging-Medizin die verschiedenen Fragen, die sich aus einer präferenzorientierten Medizin ergeben. Nach einer Übersicht über Definition und Zielsetzung der Anti-Aging-Medizin sowie einer Inbezugsetzung der Identität der Medizin mit den Ansätzen der Anti-Aging-Medizin wird eine moralische Bewertung der Anti-Aging-Medizin gegeben. Der Autor plädiert dafür, jeder Lebensphase, auch der des Alterns, ihren eigenen inhärenten Wert zuzuschreiben. Er kommt zu dem Schluss, dass sich die Medizin als Institution der Hilfe nicht dafür hergeben sollte, nur das leistungsfähige und attraktive Alter zu födern, sondern sich vielmehr alternativ dafür einsetzen sollte, einen gesunden Umgang mit dem Altern zu unterstützen.

In: Zeitschrift für medizinische Ethik