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Abstract

Zum ideologisch aufgeladenen NS-Sprachgebrauch gehört u.a. die herabsetzende Bezeichnung von Menschen als Schädlinge oder Parasiten. Insekten wie Ameisen können allerdings ebenso als Vorbild einer sozialen oder militärischen Ordnung dienen. Das von Hofer und Maurer gezeichnete Bestiarium zeigt Opfer wie Täter*innen als verschiedene, teils nicht zu identifizierende Insekten, die die abgebrühten Augenzeugenberichte eines SS-Mitglieds, des Großvaters von Maurer, im Widerspruch hierzu wie im Einklang hiermit bebildern. Als Schwärme breiten sich die Tiere nicht nur im grafischen Raum aus, sondern verbinden auch Zeitebenen visuell und evozieren surrende Geräuschkulissen. Dass der Enkel sich selbst in Rückblicken teils als mutiertes Insekt zeichnet, knüpft gleichfalls an die Ambivalenz der Tiersemantik an und deutet auf die belastende Auseinandersetzung mit seiner Nachkommenschaft. Piktoral verdichtet sich dies etwa in Hasenjagdszenen, in denen sich die Beute als menschliche Opfer erweist.

Die tierlichen Akteure und das grafische Schwarzweiß erinnern zwar an Art Spiegelmans Maus, jedoch erfolgt in Insekten hiermit keine konsequente Kennzeichnung von Opfern und Täter*innen. Vielmehr erzeugt der Comic gerade durch die Verzahnung polyphoner und polygraphischer Wiedergaben eine drastische Poetik, die einen von vielen Tätern explizit und exemplarisch ebenso wie dessen Kompliz*innen ins ausdruckstarke Tier-Bild setzt.

In: Animal Body
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
In: Sehsüchte
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