In: Das Tier im Menschen
Neurotechnik und Neuroethik
Dieses Buch handelt von der wachsenden technologischen Verfügbarkeit des Gehirns und dem dringenden Bedarf an ethischer Verständigung, der daraus resultiert. Neue Entwicklungen an der Schnittstelle von Neurowissenschaft, Medizin und philosophischer Ethik wirken hinein in den Alltag, in Politik und Gesellschaft. Je besser die physiologischen Grundlagen und funktionalen Prinzipien des Gehirns erforscht werden, desto weiter reichen die Möglichkeiten zum technischen Eingriff. Cochlea-Implantate für Hörgeschädigte und Psychopharmaka für Depressive sind erst der Anfang. Neuroprothesen und Neuropharmaka gelten als zukunftsträchtige Anwendungen der Hirnforschung. Doch was therapeutischen Zwecken dient, kann auch zur Leistungs- und Luststeigerung Gesunder eingesetzt werden. Das kommende 'Neuro-Enhancement' zwingt dazu, ethische Fragen neu zu stellen: Wie sind die Wirkungen und Nebenwirkungen für Individuum und Gesellschaft zu bewerten? Welche Anwendungen sind möglich, erlaubt, wünschenswert oder gar geboten? Welche Zugangsmöglichkeiten sind gerecht? Die Antworten sind mit dem Menschenbild rückgekoppelt. Mit Beiträgen von Andreas Büchner, Peter Fromherz, Bernward Gesang, Thomas Kammer, Thomas Metzinger, Gert Pfurtscheller, Klaus Peter Rippe, Stephan Schleim, Cornelius Schwarz, Rüdiger Vaas, Henrik Walter.
Sprache und Gehirn
Die Sprache ist der Schlüssel zum Menschen als Kulturwesen. Wie funktionieren Sprachproduktion und Sprachverstehen? Was geschieht im Gehirn, wenn der Mensch spricht? Welche neuronalen Korrelate kennzeichnen spezifische Sprachleistungen? Dieser Band gibt aktuelle Einblicke in die linguistische Forschung und zeigt die fruchtbare Verschränkung von Psycholinguistik und Neurolinguistik. Thematisch spannt sich der Bogen von universellen Strukturen in den symbolischen Zeichensystemen der Sprache und in den Prozessen des Sprachverstehens über Gemeinsamkeiten von Sprache und Musik bis zu den Besonderheiten der Gebärdensprache. Doch wie kommen wir zur Sprache? Diese Frage kann sowohl auf die Evolution des Lebens als auch auf die kognitive Entwicklung des Einzelnen bezogen werden. Vorformen der Sprache im Tierreich und Erlernen der Sprache in der Kindheit runden daher den Themenkreis ab. Wer den Menschen verstehen will, muss seine Sprache verstehen. Wer nicht nur die Sprache, sondern auch die Sprachfähigkeit verstehen will, kann heute auf den Blick ins Gehirn nicht mehr verzichten. Mit Beiträgen von Manfred Bierwisch, Werner Deutsch & Michael Kaßecker, Julia Fischer, Angela Friederici, Stefanie Höhl & Tricia Striano, Stefan Kölsch & Tom Fritz, Matthias Schlesewsky & Ina Bornkessel-SchlesewskyMarkus Steinbach.
Neuerowissenschaft und menschliche Bindung
All unser Fühlen und Denken, Wahrnehmen und Handeln hat neuronale Grundlagen im Gehirn. »Spiegelneuronen « sprechen an, wenn wir Mitmenschen beobachten und ihre Handlungen deuten. Intuition und Empathie beruhen auf physiologischen Prozessen. Das Gehirn ist ein Beziehungsorgan. Unter dem Stichwort »soziales Gehirn« rückt die Bindung des Menschen an seine soziale Umwelt in letzter Zeit verstärkt in den Blickpunkt der Forschung. Neurowissenschaften, Biologie, Psychologie und Medizin sind auf dem Weg vom Ich zum Wir. Ohne frühe Bindungserfahrung, ohne funktionierendes soziales Umfeld verkümmern Einfühlungsvermögen, Lernfähigkeit und Selbstwertgefühl. Philosophen wissen schon lange, dass der Mensch ein soziales Wesen ist. Auch für ein wissenschaftlich informiertes Menschenbild bleibt das Leben in Gemeinschaft daher ein zentrales Thema. Mit Beiträgen von Elisabeth André, Sonja Entringer & Christine Heim, Olga M. Klimecki, Daria Knoch & Bastian Schiller, Albert Newen & Kai Vogeley, Sabina Pauen, Josef H. Reichholf, Manfred Spitzer, Eckart Voland, Thea Zander und Kirsten Volz.
Gehirn und Willensfreiheit
Bewusst erlebten Willensentscheidungen gehen neuronale Bereitschaftspotentiale zeitlich voraus. Was bedeutet das für unser Verständnis menschlicher Freiheit? Wie verhält sich der Eindruck, "frei" entscheiden zu können, zur naturgesetzlichen Beschreibung des Menschen als materielles System? Diese im Kern alte Debatte hat durch die Neurowissenschaft der Gegenwart eine erneute Zuspitzung erfahren. Im vorliegenden Buch sind aktuelle Beiträge renommierter Autoren aus Psychologie, Philosophie des Geistes, Natur- und Rechtsphilosophie, Biologie, Soziologie und Moraltheologie versammelt. Dabei steht zum einen die Frage im Vordergrund, welche Vorstellungen menschlicher Freiheit mit einem determinierten Naturgeschehen verträglich sind und welche aufgegeben werden müssen. Zum anderen wird das Problem verfolgt, welche Grundlage für die Zuschreibung der Urheberschaft eigener Handlungen und damit für die persönliche Verantwortung des Menschen bleibt. Die Lösung dieses Problems entscheidet über die philosophische Begründung strafrechtlicher Praxis. Es genügt nicht, einen Standpunkt zu haben. Wer die Debatte um die Willensfreiheit verstehen will, muss die Argumente kennen. Dazu lädt dieses Buch ein. Mit Beiträgen von: Bernulf Kanitscheider Matthias Kettner Sabine Maasen Reinhard Merkel Wolfgang Prinz Eberhard Schockenhoff Holm Tetens Bettina Walde Wolfgang Walkowiak Franz Wunketits
Menschlichkeit in Zeiten der Neurowissenschaften
Unser Sozialverhalten wird in Extremsituationen auf harte Proben gestellt. Die Anziehung und Abstoßung zwischen Menschen kann bizarre Formen annehmen. Dieser Band geht den biologischen und psychologischen Mechanismen nach, auf denen Liebe und Krieg beruhen. Aktuelle Erkenntnisse aus Hirnforschung, Psychologie, Evolutions- und Soziobiologie erschließen grundlegende Fragen zur Zukunft der Menschheit neu: Wo schlägt das Identitätsgefühl von Gruppen um in eine gefährliche Ausgrenzung und Abwertung Anderer? Was nützen moralische Appelle in einer Welt der Interessen? Kann individuelle Zuneigung kollektive Vorurteile überwinden? Mit Beiträgen von: Andreas Bartels, Dieter Birnbacher, Evelin Lindner, Angela Merkl, Gerhard Roth, Hannes Rusch, Anne Schienle, Michael Schmidt-Salomon, Svenja Taubner und Roman Wittig.
Moral, Schuld, Strafe und das Menschenbild der Hirnforschung
Die Relevanz der Hirnforschung für Moral und Recht ist umstritten. Was wird aus persönlicher Verantwortung und rechtlicher Schuldfähigkeit, wenn der freie Wille bloß ein frommer Wunsch ist? Verdient Strafe, wer nicht anders handeln kann, als es seine Neuronen erlauben? Nicht nur Kriminelle und Psychopathen, sondern wir alle sind hirngesteuert. Besonders spannend ist die Anwendung neurowissenschaftlicher Methoden bei misslingendem Sozialverhalten: Welche Störungen sind prognostizierbar und wann ist Prävention möglich? Wo droht Rückfall und welche Therapie hilft? Über den Kreis der Hirnforscher, Mediziner, Juristen und Philosophen hinaus ist es gesellschaftlich von Bedeutung, ob eine Entmoralisierung des Rechts erfolgt und wie Verantwortung und Strafe vom Konzept einer starken Willensfreiheit entkoppelt werden können. Mit Beiträgen von Ansgar Beckermann, Peter Janich, Adelheid Kastner, Boris Kotchoubey & Niels Birbaumer, Hans-Ludwig Kröber, Hans Markowitsch & Angelica Staniloiu, Grischa Merkel, Sabine Müller und Markus Christen, Gerhard Roth und Marco Stier
Geschlechterdifferenz und Neurowissenschaft
Seit die Evolution die zweigeschlechtliche Fortpflanzung erfunden hat, unterscheiden sich Männchen und Weibchen. Auch und gerade beim Menschen sind tatsächliche und vermeintliche Unterschiede zwischen Mann und Frau ein unerschöpfliches Thema. Jenseits von Alltagspsychologie und Geschlechterstereotypen gibt es eine Fülle wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zur Eigenart der Geschlechter. Welche Wahrnehmungsleistungen und geistigen Fähigkeiten sind signifikant verschieden zwischen Frauen und Männern? Wie verschränken sich dabei Anlagen und Umwelteinflüsse? Welche Rolle spielen Gene, Hormone und Gehirnhälften? Von der Neurowissenschaft über die Humanbiologie und Medizin bis zur Psychologie spannt sich der Bogen. Evolutionsbiologie und Primatologie tragen zum Gesamtbild bei. Dieses Buch bietet einen aktuellen Querschnitt der Forschung und stellt die Fakten in den Mittelpunkt. Mit Beiträgen von: Karl Grammer & Elisabeth Oberzaucher & Iris J. Holzleitner & Beatrix Haslinger, Onur Güntürkün, Paul-Martin Holterhus, Petra Jansen, Johannes Johow & Eckart Voland, Ferdinand Knauß, Elisabeth Oberzaucher & Anna Maria Keber, Claudia Quaiser-Pohl und Volker Sommer.
In: Das Tier im Menschen
In: Das Tier im Menschen