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Abstract
Die niederländische Rezeption der Blechtrommel verlief nahezu paradox. Als der Roman auf Deutsch veröffentlicht wurde, wurde er in den Niederlanden so gut wie gar nicht rezensiert; doch kurz nachdem er 1959 in Deutschland erschienen war, konnte man bereits die ersten Zeitungsartikel über Günter Grass als (literarisches) Phänomen lesen. In den Jahren danach taucht Grass’ Name als bekanntester Repräsentant der jungen deutschen Literatur regelmäßig in der Presse auf, und wenig später auch mit Bezug auf seine politischen Aktivitäten – immer in Kombination mit dem Titel der Blechtrommel. Der Romantitel ist innerhalb kürzester Zeit nicht viel mehr als eine Erwähnung. Wahrscheinlich aufgrund des finanziellen Risikos sollte es noch fünf Jahre dauern, bis die niederländische Übersetzung des Romans unter dem Titel De blikken trommel veröffentlicht wurde. Diese Übersetzung wurde nur in solchen Zeitungsmeldungen kurz erwähnt, die sich mit Neuerscheinungen befassten. Fast immer standen dort nur wenige Zeilen, die wiederum kaum auf das Buch selbst (oder dessen Übersetzung) Bezug nahmen, sondern insbesondere auf den internationalen Erfolg des Buches verwiesen. Echte Rezensionen bekam Grass’ Debüt also kaum. Die niederländische(n) Übersetzung(en) der Blechtrommel wurde(n) ungefähr dreißig Mal neu gedruckt. Schätzungen zufolge wurden mehrere hunderttausend Exemplare der Übersetzung verkauft. Bis heute tauchen das Buch und/oder sein Titel in der niederländischen Presse auf, und die entsprechenden Artikel bekommen ab und zu neue Impulse, z.B. durch die Verfilmung oder die Verleihung des Nobelpreises an Grass. In den Niederlanden war das Buch selbst jedoch nie Anlass für eine ernsthafte, inhaltliche Debatte über soziale, politische oder gesellschaftliche Fragen.
Abstract
Die niederländische Rezeption der Blechtrommel verlief nahezu paradox. Als der Roman auf Deutsch veröffentlicht wurde, wurde er in den Niederlanden so gut wie gar nicht rezensiert; doch kurz nachdem er 1959 in Deutschland erschienen war, konnte man bereits die ersten Zeitungsartikel über Günter Grass als (literarisches) Phänomen lesen. In den Jahren danach taucht Grass’ Name als bekanntester Repräsentant der jungen deutschen Literatur regelmäßig in der Presse auf, und wenig später auch mit Bezug auf seine politischen Aktivitäten – immer in Kombination mit dem Titel der Blechtrommel. Der Romantitel ist innerhalb kürzester Zeit nicht viel mehr als eine Erwähnung. Wahrscheinlich aufgrund des finanziellen Risikos sollte es noch fünf Jahre dauern, bis die niederländische Übersetzung des Romans unter dem Titel De blikken trommel veröffentlicht wurde. Diese Übersetzung wurde nur in solchen Zeitungsmeldungen kurz erwähnt, die sich mit Neuerscheinungen befassten. Fast immer standen dort nur wenige Zeilen, die wiederum kaum auf das Buch selbst (oder dessen Übersetzung) Bezug nahmen, sondern insbesondere auf den internationalen Erfolg des Buches verwiesen. Echte Rezensionen bekam Grass’ Debüt also kaum. Die niederländische(n) Übersetzung(en) der Blechtrommel wurde(n) ungefähr dreißig Mal neu gedruckt. Schätzungen zufolge wurden mehrere hunderttausend Exemplare der Übersetzung verkauft. Bis heute tauchen das Buch und/oder sein Titel in der niederländischen Presse auf, und die entsprechenden Artikel bekommen ab und zu neue Impulse, z.B. durch die Verfilmung oder die Verleihung des Nobelpreises an Grass. In den Niederlanden war das Buch selbst jedoch nie Anlass für eine ernsthafte, inhaltliche Debatte über soziale, politische oder gesellschaftliche Fragen.
The articles reveal the different roles played by religious, political and ideological matters in the reception of the novel in the respective European countries. The articles, written by specialists from the countries under study, also reveal national differences and resemblances in the institutions of literary life in Europe.
The articles reveal the different roles played by religious, political and ideological matters in the reception of the novel in the respective European countries. The articles, written by specialists from the countries under study, also reveal national differences and resemblances in the institutions of literary life in Europe.