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In: Ästhetik und Politik der Zerstreuung
In: Erschöpfungsgeschichten
Volume Editors: Axel Dunker, Jan Gerstner, and Julian Osthues
In den letzten Jahren sind zahlreiche deutschsprachigen Texte erschienen, die von AutorInnen ost- und südosteuropäischer Herkunft verfasst wurden. Dieses bereits als „Osterweiterung der deutschsprachigen Literatur“ und „eastern turn“ bezeichnete Phänomen zeugt von einer Diversifizierung der Gegenwartsliteratur, die sich mit einem Label wie ‚Migrationsliteratur‘ nicht mehr ausreichend fassen lässt. Gibt es in den entsprechenden Texten spezifische Schreibweisen und Perspektiven und wie ist dies mit deren Rezeption vermittelt? Damit stellt sich zugleich aber die Frage nach dem Status einer Herkunftzuweisung wie ‚Osteuropa‘. Der Band versammelt Beiträge, die diese Fragen unter theoretischen Aspekten, im Hinblick auf die Positionierungen der AutorInnen im literarischen Feld und auf Dynamiken des Buchmarkts sowie in einzelnen Fallstudien untersuchen.

In the last years numerous German-language texts written by authors of Eastern and Southeastern European origin appeared. This phenomenon, already referred to as the "eastward expansion of German-language literature" and the "eastern turn", indicates a diversification of contemporary literature that can no longer be adequately captured by a label such as “migration literature”. Are there specific writing styles and perspectives in these texts and how is this mediated with their reception? At the same time, however, this raises the question of the status of an attribution of origin such as 'Eastern Europe'. This volume brings together contributions that examine these questions in theoretical perspective, with regard to the positioning of authors in the literary field and to book market dynamics, as well as in individual case studies.
Kehrseiten und Kontrapunkte der Moderne
Erschöpfung ist zu einer der häufigsten Zeitdiagnosen unserer Gegenwart avanciert. Ausgangspunkt des Bands ist die These, dass die Entstehung der modernen Arbeits- und Leistungsgesellschaft schon immer von Erschöpfungsgeschichten begleitet wird.
Sie bilden Kehrseiten und Kontrapunkte der Moderne, in denen teils offen, teils verdrängt ein Unbehagen an der Kultur zum Ausdruck kommt, das mit der Negation von Arbeit und Produktivität Leitbegriffe des modernen Selbstverständnisses infrage stellt. Die Beiträge dieses Bands unternehmen den Versuch, die Moderne als Erschöpfungsgeschichte zu lesen. Dabei rücken nicht nur das Verhältnis von Erschöpfung, Kapital und Arbeit sowie mit Erschöpfung assoziierte Pathologien (Burnout, Depression) in den Fokus. Mit Blick auf die Literatur geht es ganz zentral um Schreibweisen sowie die spezifische Verfasstheit einer „Ästhetik der Erschöpfung“.